WTA-Tour: 19-jährige Malek trotz Niederlage unter den Top 100
zuletzt aktualisiert: 09.05.2007 - 14:28Berlin (RPO). Den Sprung unter die Top 100 geschafft und einen Platz im Hauptfeld von Wimbledon ergattert: Für Tatjana Malek aus Bad Saulgau hat sich die Teilnahme an den Qatar Telecom German Open in Berlin gelohnt.
Allein mit dem 6:3, 6:1-Sieg über die Russin Wasilisa Bardina in der ersten Runde machte "Tadde" einen Riesensprung auf der Karriereleiter. Beim 1:6, 1:6 in der zweiten Runde gegen die Weltranglistenerste Justine Henin (Belgien) war sie dann allerdings chancenlos.
Die 19-jährige Malek war von ihrem Abschneiden in Berlin selbst überrascht. Bislang konnte sie lediglich Erfolge bei kleineren Turnieren vorweisen. So gewann sie etwa 2006 im Rahmen der ITF-Serie die Turniere in Les Contamines und Hechingen. In Berlin gelang ihr der erste Sieg im Hauptfeld eines WTA-Turniers. "Das ist schon ein tolles Gefühl. Ich hatte nicht damit gerechnet", sagte sie.
Als eines ihrer Erfolgsrezepte nennt sie ein funktionierendes Umfeld. Zu den Turnieren wird sie stets begleitet. "Vater, Mutter, einer meiner beiden Brüder oder mein Freund, einer ist immer dabei" sagt die begeisterte Handball-Spielerin, die noch im heimischen Bad Saulgau in der Nähe von Ravensburg bei den Eltern wohnt. "Wenn ich daheim bin, fühle ich mich wohl. Da gehe ich auch gern mal feiern", sagt Malek.
Eine tolle Bilanz hat Malek im Fedcup. Ihren ersten Einsatz hatte sie im Juli 2006 gegen China und gewann als einzige Deutsche ihr Match. Bei ihrem zweiten Fedcup-Einsatz vor gut zwei Wochen in Fürth beim 4:1 über Kroatien steuerte sie sogar den entscheidenden Punkt bei.
Großen Anteil an ihrem Erfolg hat Fedcup-Teamchefin Barbara Rittner, die ihr im vergangenen Jahr das Vertrauen schenkte. "Ich bin froh, dass Barbara hinter mir steht. Das gibt mir viel Kraft", sagt Malek über ihre "Entdeckerin", die sie seit einigen Jahren fördert.
Das stimmige Umfeld und Barbara Rittner sollen dafür sorgen, dass die junge Aufsteigerin nicht den Boden unter den Füßen verliert. Hilfreich ist dabei eine gesunde Selbsteinschätzung: "Natürlich habe ich Schwächen", gibt "Tadde" zu: "Kondition und Kraft muss ich noch verbessern." Ihre Ruhe zählt sie hingegen zu ihren Vorteilen: "Damit kann ich meine Gegnerinnen schon etwas nervös machen, auch wenn ich innerlich meistens vor Aufregung zittere."
Müller landet Sieg
Unterdessen hat Martina Müller hat in Berlin die deutsche Ehre gerettet. Einen Tag nach ihrer Abrechnung mit dem Deutschen Tennis Bund (DTB) wegen ihrer Streichung aus dem A-Kader zog die Hannoveranerin mit 6:2, 7:6 (7:2) gegen Shahar Peer (Israel) als einzige Deutsche ins Achtelfinale ein. Tatjana Malek (Bad Salgau) hingegen kam beim 1:6, 1:6 gegen die Weltranglistenerste Justine Henin (Belgien) in den Genuss einer kostenlosen Lehrstunde auf dem Centre Court.
Müller, Nummer 39 der Weltrangliste, bot gegen die an Nummer 13 gesetzte Peer eine Glanzleistung und zeigte sich vom Streit mit dem Verband völlig unbeeindruckt. In aller Öffentlichkeit hatte sie kritisiert, dass sie keine Einladung für den Fedcup erhalten und Spielerinnen wie Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) mehr Geld vom Verband erhalten hätten. Pikanterweise hatte Grönefeld in Berlin gegen Peer in der ersten Runde klar verloren.
Im Achtelfinale trifft die 24-jährige Müller auf Swetlana Kuznezowa (Russland) oder Sybille Bammer (Österreich). Bammer, Mutter einer fünfjährigen Tochter namens Tina, warf Angelika Roesch (Berlin) mit 7:5, 6:1 aus dem Turnier.
Titelverteidigerin Nadia Petrowa (Russland) setzte sich trotz eines gebrochenen Schlägers gegen Severine Bremond (Frankreich) mit 6:4 und 6:2 durch. Die Weltranglisten-Dritte Amelie Mauresmo (Frankreich) gewann gegen die Chinesin Zi Yan mit 6:3 und 6:3 durch und trifft nun in der Runde der letzten 16 auf Julia Wakulenko aus der Ukraine.
Im Doppel gewann Grönefeld an der Seite der Italienerin Mara Santangelo (Italen) mit 5:7, 6:4, 11:9 gegen Juliana Fedak (Ukraine) und Wladimira Uhlirowa (Tschechien).
Schruff im Viertelfinale von Prag
Julia Schruff hat beim WTA-Turnier in Prag das Viertelfinale erreicht. Die 24-jährige Augsburgerin besiegte die an Nummer drei gesetzte Russin Olga Putschkowa mit 6:2, 6:2 und trifft nun auf die Tschechin Klara Zakopalova. Derweil ist Sandra Klösel aus München in der Runde der letzten 16 an der Slowakin Jarmila Gajdosova 0:6, 4:6 gescheitert.
WTA-Turnier in Berlin (1,34 Mio. Dollar):
1. Runde: Sybille Bammer (Österreich) - Angelika Roesch (Berlin) 7:5, 6:1, Zuzana Ondraskova (Tschechien) - Daniela Hantuchova (Slowakei/Nr. 11) 6:1, 6:3, Patty Schneider (Schweiz/Nr. 15) - Roberta Vinci (Italien) 6:0, 7:5, Francesca Schiavone (Italien) - Aljona Bondarenko (Serbien) 7:5, 2:6, 7:5, Maria Elena Camerin (Italien) - Zheng Jie (China) 3:6, 6:3, 6:4, Virginia Ruano Pascual (Spanien) - Galina Woskobojewa (Russland) 6:4, 6:3
2. Runde: Martina Müller (Hannover) - Shahar Peer (Israel/Nr. 13) 6:2, 7:6, Justine Henin (Belgien/Nr. 1) - Tatjana Malek (Bad Saulgau) 6:1, 6:1, Martina Hingis (Schweiz/Nr. 4) - Kateryna Bondarenko (Ukraine) 7:5, 7:6 (9:7), Nadja Petrowa (Russland/TV/Nr. 7) - Severine Bremond (Frankreich) 6:4, 6:2, Elena Dementjewa (Russland/Nr. 10) - Meghann Shaughnessy (USA) 5:7, 6:3, 6:1, Ana Ivanovic (Serbien/Nr. 12) - Elena Lichowtsewa (Russland) 6:3, 6:2, Peng Schuai (China) - Zuzana Ondraskova (Tschechien) 7:5, 6:1,
WTA-Turnier in Prag (145.000 Dollar):
1. Runde: Nathalie Dechy (Frankreich/Nr. 5) - Renata Voracova (Tschechien) 7:5, 6:0
Achtelfinale: Julia Schruff (Augsburg) - Olga Putschkowa (Russland/Nr. 3) 6:2, 6:2
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