Daviscup: Auftakt gegen Kroatien mit Haas
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 09.02.2007 - 10:41Krefeld (RP). Die Stimmung auf dem Podium ist entspannt. Tommy Haas sitzt da und knipst munter Bilder fürs Familienalbum von Schwester Sabine. Teamchef Patrik Kühnen, Benjamin Becker, Alexander Waske und Michael Kohlmann rücken artig zusammen und lächeln dem Fotografen entgegen.
Betonte Lässigkeit bei der Auslosung zur heutigen Auftaktpartie im Davis Cup zwischen Deutschland und Kroatien im Krefelder König-Palast. Thomas Haas trifft im ersten Einzel (13.30 Uhr) auf Mario Ancic, direkt danach steht Benjamin Becker dem kroatischen Top-Spieler Ivan Ljubicic gegenüber. „Mir ist die Reihenfolge egal“, bekundet Haas. „Jetzt spiele ich eben am Anfang und hole den ersten Punkt für mein Team.“
Der Internationale Tennis-Verband hat die Begegnung zum Spitzen-Duell der ersten Runde erkoren. Die Übertragungsrechte sind weltweit verkauft worden. Dagegen mutet der Austragungsort bescheiden an - 4300 Zuschauer in der Seidenstadt bilden eher einen familiären Rahmen. Die Zeiten haben sich eben geändert. Das Selbstbewusstsein und die Zuversicht haben sie sich allerdings bewahrt.
„Wir wollen auch wieder die großen Arenen füllen“, sagt Doppelspieler Alexander Waske, der mit Partner Michael Kohlmann morgen auf die Kombination Ancic/Ljubicic trifft. „Vor 19.000 Zuschauern Tennis zu spielen und unseren Sport als Nummer zwei hinter Fußball zu etablieren, das muss unser großes Ziel sein.“
Zunächst geht es indes darum, endlich mal wieder ins Viertelfinale des Wettbewerbs einzuziehen. Keine leichte Aufgabe - in Ljubicic (Weltranglistenposition 8) und Ancic (10) haben die Kroaten gleich zwei Akteure aus den Top Ten im Aufgebot. „Wir gehen sicher als Favorit in die Begegnung“, sagt der 27-jährige Ljubicic. „Doch wir machen ganz bestimmt nicht den Fehler, irgendjemanden zu unterschätzen. Gerade Haas spielt derzeit ziemlich konstant.“
Im vergangenen Jahr beim World Team Cup im Düsseldorfer Rochusclub konnten sich die Kroaten durchsetzen. Beim letzten Aufeinandertreffen im Davis Cup 2002 gingen ebenfalls die Kroaten als Sieger vom Platz. Tommy Haas richtet den Blick nach vorne. „Was soll ich mir Gedanken drüber machen. Das ist Vergangenheit“, sagt der 28-Jährige knapp. „Jetzt stehen andere Spieler auf dem Platz, wir haben die Zuschauer im Rücken. Alles ist möglich.“
Etwas abseits im König-Palast sitzt Sabine Haas mit Töchterchen Carlotta (achteinhalb Monate) an einem Tisch. Extra zur Davis-Cup-Partie sind sie angereist. „Um den Tommy endlich wiederzusehen und ihn zu unterstützen“, sagt Sabine Haas, die einst auch den Sprung ins Profi-Tennis versuchte, sich dann aber doch für ein Familienleben entschied. „So viele Gelegenheiten bieten sich uns ja nicht.“ Als der Trubel rund um die Auslosung sich gelegt hat, betritt Thomas Haas wieder den Raum. „Natürlich genieße ich diese Augenblicke mit meiner Familie“, sagt er. „Da bin ich nur Bruder und Onkel. Das ist ein gutes Gefühl und es gibt viel Kraft.“ Das kann für die kommenden Aufgaben nicht schaden.
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