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Davis Cup: Deutsches Team muss in die Relegation

zuletzt aktualisiert: 06.03.2010 - 17:54

Toulon (RPO). Mit ein bisschen Glück hätte es für das deutsche Davis-Cup-Team in Frankreich zum Ehrenpunkt reichen können, am Gesamtergebnis aber hätte das wahrscheinlich auch nichts mehr geändert. Nach der am Ende knappen 1:6, 4:6, 6:1, 5:7-Niederlage des Doppels Philipp Kohlschreiber/Christopher Kas gegen Michael Llodra/Julien Benneteau war die Partie in Toulon aber mit 0:3 bereits vor den abschließenden Einzeln am Sonntag entschieden.

Erstmals nach vier Jahren muss die Auswahl des deutschen Tennis Bundes (DHB) damit wieder um den Klassenerhalt in der Weltgruppe kämpfen, während die Franzosen ins Viertelfinale einzogen.

"Die Franzosen waren einfach besser", gab Kapitän Patrik Kühnen nach der Niederlage im Doppel zu. Damit meinte er vor allem die Einzelspieler Gael Monfils und Jo-Wilfried Tsonga, die mit ihren Siegen gegen Kohlschreiber und Benjamin Becker bereits am Freitag für die Vorentscheidung gesorgt hatten. "Frankreich hat in dieser Form eine große Chance, sehr weit im Davis Cup zu kommen", meinte Kühnen.

Vor 4500 begeisterten Zuschauern, die ihr Team immer wieder mit lautstarken Gesängen anfeuerten und eine fantastische Atmosphäre schafften, überrollte die französische Kombination das deutsche Paar zu Beginn geradezu. Es war deutlich zu merken, dass sie die vorzeitige Entscheidung erzwingen wollten. "Dass sie so stark beginnen, hat uns schon überrascht", räumte Kas ein, der insgesamt ein gutes Debüt als Doppelspieler gab.

Beide Deutsche verloren sofort ihre Aufschlagspiele, sodass sie schnell mit 0:4 zurücklagen. Die beiden Franzosen, die nach ihrem Turniersieg in Marseille vor einer Woche bereits voller Selbstvertrauen waren, spielten zunächst absolut sicher. Teilweise wurde die Partie in der Anfangsphase zu einer bitteren Lektion für das deutsche Team.

Auch im zweiten Durchgang liefen Kohlschreiber und Kas sofort einem Rückstand hinterher, nachdem Kas seinen Aufschlag zum schnellen 0:1 verloren hatte. "Das war wirklich ärgerlich", sagte Kas, der im Laufe der Partie zum besseren der beiden deutschen Spieler wurde, "denn je länger das Match dauerte, desto wohler haben wir uns gefühlt."

Erst als Llodra/Benneteau im dritten Satz im Gefühl des sicheren Sieges etwas die Konzentration verloren, kam das deutsche Duo besser ins Spiel und konnte die Partie nun ausgeglichen gestalten. Der vierte Durchgang war absolut offen, die Deutschen kämpften um ihre Chance, im fünften Durchgang den Anschlusspunkt zum 1:2 zu erzwingen.

Erst im letzten Spiel verlor Kas noch einmal seinen Aufschlag und die Franzosen nutzten nach 2:22 Stunden Spielzeit ihren zweiten Matchball zum Sieg und der Entscheidung in der gesamten Begegnung. "Das Ende war unglücklich, wir haben eigentlich nichts falsch gemacht", meinte Kas, "wenn wir den fünften Satz erreichen, können wir auch das Match gewinnen."

So aber war die Entscheidung schon nach zwei Tagen gefallen. Die abschließenden Einzel am Sonntag werden ein auf zwei Gewinnsätze verkürztes "Training", in dem wahrscheinlich Ersatzspieler Simon Greul für Kohlschreiber zum Einsatz kommt.

Die Auswahl von Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen muss nun vom 17. bis 19. September gegen ein Team aus der "zweiten Liga" um den Verbleib in der Weltgruppe kämpfen, der es seit fünf Jahren angehört. Ich hoffe, das Los am 11. Mai meint es dann besser mit uns als diesmal", sagte Kühnen, "ein Heimspiel würde sehr helfen."

Frankreich trifft derweil im Viertelfinale entweder auf Titelverteidiger Spanien oder die Schweiz und hat berechtigte Aussichten, mit den Weltklassespielern Monfils und Tsonga zum ersten Titel seit 2001 zu greifen.

Quelle: SID/born

 
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