Daviscup: Deutschland ohne Kohlmann nach Russland
zuletzt aktualisiert: 05.09.2007 - 09:47New York/Hamburg/München (RPO). Rückschlag für das deutsche Daviscup-Team: Im Halbfinale in Russland (21. bis 23. September) muss die Mannschaft um Kapitän Patrick Kühnen auf Doppel-Spezialist Michael Kohlmann verzichten. Der Oberhausener wird am Donnerstag in München am Knie operiert.
"Das ist für die Mannschaft ein herber Schlag", sagte Kühnen: "Michael und Alex waren für uns bisher wichtige Punktelieferanten." Kohlmann (Oberhausen) und Waske (Frankfurt) haben bislang dreimal gemeinsam für Deutschland im Davis Cup gespielt.
Gegen Thailand im Play-off-Spiel Ende 2006 (4:1) und in diesem Jahr in den Begegnungen gegen Kroatien (3:2) und Belgien (3:2) gewannen sie alle drei Spiele. "Sie haben großen Anteil daran, dass wir überhaupt bis ins Halbfinale gekommen sind", betonte Kühnen. Wenigstens befindet sich Waske auf dem Weg der Besserung: Seine Ellbogenverletzung soll bis zum Halbfinale auf jeden Fall ausgeheilt sein.
Kühnen verspricht "vernünftiges Doppel"
Bis zum kommenden Dienstag hat Kühnen Zeit, den Rückschlag zu verarbeiten und sich Gedanken über eine Alternative für Kohlmann zu machen. "Das ist eine wichtige Entscheidung, ich brauche noch ein bisschen", sagte er in New York, betonte aber zugleich: "Wir werden auf jeden Fall ein vernünftiges Doppel auf den Platz bringen." Über die Alternativen wollte sich Kühnen nicht äußern, sagte allerdings auch: "Tommy (Haas) hat ja mit Alex auch schon gespielt." Haas und Waske haben eine gemeinsame Bilanz von 3:1 für Deutschland.
Während Kohlmann wegen eines Einrisses der Patellasehne im rechten Knie auf Anraten der Ärzte operiert und für den Rest des Jahres ausfallen wird, soll Waske bis zum Halbfinale auf jeden Fall einsatzfähig sein.
"Ich bin überzeugt davon", meinte Kühnen. Waske hatte bei den US Open im Einzel in der ersten Runde aufgegeben und danach auf seine Doppelteilnahme verzichtet, um die entzündete Sehne im Ellenbogen zu schonen. Er wird von Klaus Eder, Physiotherapeut der Fußball-Nationalmannschaft, behandelt.
Trotz des Rückschlags ist Kühnen vor der Reise nach Moskau nicht bange: "Unsere Stärke war bislang unser Teamgeist, und wir werden da wieder motiviert bis in die Haarspitzen kämpfen." Zumindest die Einzelspieler scheinen in guter Form.
Philipp Kohlschreiber (Ausburg) besiegte in New York in der zweiten Runde sogar schon mal die russische Nummer zwei Michail Juschni. Haas hatte das Viertelfinale der US Open erreicht und dort am Mittwoch Russlands Nummer eins Nikolaj Dawidenko zum Gegner.
Die deutschen Davis-Cup-Spieler werden sich Mitte der kommenden Woche in München zur Vorbereitung treffen, am 16. September fliegen sie nach Moskau. Dass er dort selbst im Doppel antritt, schloss der 41 Jahre alte Kühnen mit einem Lächeln aus: "Das wäre witzig. Aber da müsste ich zehn Jahre jünger sein."
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