Fed Cup: Deutschland zittert um Klassenerhalt
zuletzt aktualisiert: 24.04.2010 - 20:32Frankfurt/Main (RPO). Lokalmatadorin Andrea Petkovic legte ihr Fed-Cup-Trauma ab - doch Tatjana Malek konnte die Vorlage nicht nutzen: Das deutsche Fed-Cup-Team muss nach dem 1:1-Zwischenstand im Relegationsspiel gegen Frankreich in Frankfurt weiter um den Klassenerhalt in der Weltgruppe I bangen.
"Es ist alles offen, ich kann mit dem 1:1 leben. Allerdings war die Tendenz zu einem 2:0 da", sagte Teamchefin Barbara Rittner, die am Sonntag ihren 37. Geburtstag feiert.
Für einen Auftakt nach Maß hatte die Weltranglisten-49. Petkovic beim 6:3, 6:2 gegen die französische Nummer zwei Pauline Parmentier gesorgt. "Ich hatte beim Matchball Tränen in den Augen. Die Gewichtseinheit gibt es gar nicht, die mir von den Schultern gefallen ist", sagte die Darmstädterin Petkovic, die nach dem letzten Ball ihren Schläger erleichtert in den blauen Himmel warf.
Danach kaufte Malek (Bad Saulgau) der Weltranglisten-21. Aravane Rezai zumindest im ersten Satz den Schneid ab, unterlag aber letztlich noch recht klar mit 6:2, 3:6, 0:6. "Ich habe gut begonnen. Dann konnte ich mein Spiel aber nicht mehr so durchziehen, und Aravane hat weniger Fehler gemacht", sagte die 22-jährige Malek nach der ersten Niederlage gegen Rezai im vierten Duell.
Am Sonntag stehen sich zunächst Petkovic und Rezai im Duell der Spitzenspielerinnen gegenüber (ab 12). Danach trifft Malek auf Parmentier. Für das Doppel hatte Rittner am Freitag Julia Görges (Bad Oldesloe) und Kristina Barrois (Stuttgart) nominiert, die es mit Julie Coin/Alize Cornet zu tun bekommen. Allerdings können beide Teamchefs die Spielerinnen noch bis eine Stunde vor Matchbeginn austauschen.
Petkovic mit kühlem Kopf
Elf Wochen nach ihrem völlig verpatzten Debüt beim Viertelfinal-Aus in Tschechien (2:3) behielt Petkovic diesmal kühlen Kopf. "Ich habe einen Riesenunterschied gespürt. Diesmal habe ich mich richtig wohlgefühlt und wusste, dass ich meine Leistung bringe", sagte die 22-Jährige.
Die deutsche Topspielerin konnte sich vor 1300 Zuschauer auf ihren starken Aufschlag verlassen und nahm Parmentier früh den Aufschlag zur eigenen 3:1-Führung ab. In der Folge bewies Petkovic Nervenstärke und wehrte im ersten Satz alle fünf Breakbälle ab.
Auch im zweiten Durchgang ließ sie sich nicht mehr von ihrem Weg abbringen. Mit der "Becker-Faust" feierte "Petko" immer wieder gelungene Schläge und verwandelte gleich den ersten Matchball. Es war ihr erster Sieg gegen die Weltranglisten-95.
Das deutsche Team war ersatzgeschwächt in die Partie auf dem Sandplatz des TC Palmengarten gegangen. Nach Mixed-Wimbledonsiegerin Anna-Lena Grönefeld aus Nordhorn (Ermüdungsbruch im Fuß) hatte am vergangenen Montag auch die etatmäßige Nummer eins Sabine Lisicki (Berlin) wegen einer Sprunggelenkverletzung absagen müssen.
Beide feuerten ihre Mannschaft als Zuschauer von der Tribüne aus an. "Mir war früh klar, dass ich komme und meine Mannschaft anfeuere. Vielleicht kann ich so einen ganz kleinen Beitrag zum Erfolg leisten", sagte Lisicki, die mit Krücken und einer Beinschiene über die Anlage humpelte. Erst nach einer weiteren Untersuchung in den nächsten zwei Wochen wird feststehen, wie lange die 20-Jährige ausfällt.
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