Haas an Schweinegrippe erkrankt: "Es war ein Schock für mich"
zuletzt aktualisiert: 03.11.2009 - 13:02Düsseldorf (RPO). Die Schweinegrippe greift auch im Sport immer stärker um sich. Tennisprofi Tommy Haas hat sich als erster deutscher Star infiziert, nachdem zuvor schon bekannte Athleten wie Kunstturner Philipp Boy und der Kieler Handball-Weltmeister Dominik Klein an dem H1N1-Virus erkrankt waren. 100 Tage vor dem Auftakt der Winterspiele in Vancouver gibt es bisher allerdings noch keine Impf-Empfehlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für die Athleten.
DOSB-Generalsekretär Michael Vesper sagt auch mit Blick auf die letztlich wohl rund 155 Athleten starke Olympiamannschaft für Vancouver (12. bis 28. Februar): "Wir beobachten die Entwicklung gemeinsam mit unseren Spitzenverbänden sehr genau. Die Empfehlung unserer Mediziner lautet momentan, die Abwägung zwischen Impfschutz und möglichen Nebenwirkungen dem jeweiligen Arzt-Athleten-Gespann zu überlassen, da die Entscheidung über eine Impfung besser vor Ort getroffen werden kann."
Ähnlich geäußert hatte sich auch Dr. Bernd Wohlfahrt, Chefmediziner des Olympiateams. Der Deutsche Skiverband (DSV) empfahl dagegen seinen Athleten, sich impfen zu lassen. Interesse daran zeigte bislang fast niemand.
Tommy Haas, der das Turnier in Stockholm abbrach und wohl die Saison beenden wird, bestätigte das positive Ergebnis gegenüber Bild.de. "Ich habe einen Test gemacht, weil ich vermutet habe, dass ich Schweinegrippe habe. Der Test war positiv. Es war natürlich ein Schock für mich. Ich bin jetzt aber schon wieder beruhigter, weil ich weiß, dass die Schweinegrippe zwar eine sehr harte Form der Grippe ist, aber wenn man in einem guten körperlichen Zustand ist wie ich, diese Grippe auch relativ schnell besiegen kann", erklärte der Wimbledon-Halbfinalist.
Der in Florida lebende Ex-Hamburger hatte am 22. Oktober beim ATP-Turnier Stockholm nur das Auftakt-Match bestritten, dann stellte der Hausarzt Schweinegrippe fest. Haas: "Nach dem Spiel ging es los. Kratzen im Hals, nachts Schüttelfrost und Fieber. Es war drei Tage richtig schlimm und ich konnte mein Hotelzimmer nicht verlassen. Es ging mir richtig schlecht."
Haas, der am Dienstag das Ergebnis des Nachtests erwartete, sagte am Montag: "Ich habe mich heute noch mal testen lassen. Ich hoffe, dass die Symptome jetzt aus meinem Körper sind und ich langsam wieder anfangen kann zu trainieren. Ich bin heiß auf die nächsten Turniere."
Der gebürtige Hamburger hatte auch Ende letzter Woche seine Teilnahme am Turnier in Basel abgesagt und wird ab Montag auch beim letzten Masters-Turnier der Saison in Paris fehlen. Zuvor hatte sich der 17. der Weltrangliste noch Hoffnungen gemacht, sich für das Achterfeld der Tennis-WM (22. bis 29. November) in London qualifizieren zu können.
Bereits Ende September hatte sich als erster bekannter deutscher Sportler der EM-Vierte Philipp Boy infiziert und konnte nicht an der internen WM-Qualifikation der deutschen Kunstturner in Stuttgart teilnehmen. Doch er erholte sich schnell und startete Mitte Oktober bei der WM in London. Bereits Ende Juli hatte sich Handball-Nationalspieler Dominik Klein vom deutschen Rekordmeister THW Kiel infiziert.
Beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 mussten die Profis Steven Cherundolo, Jan Rosenthal und Vinicius mehrere Tage in Quarantäne verbringen, nachdem sie Kontakt mit dem infizierten US-Fußballstar und Ex-FC-Bayern-Spieler Landon Donovan hatten.
Vor einer Woche mussten wegen 13 nachgewiesenen Erkrankungen mit dem H1N1-Virus ein Punktspiel des spanischen Fußball-Zweitligisten Real Betis Sevilla, Klub des früheren deutschen Nationalspielers David Odonkor, verlegt und der Trainingsbetrieb einige Tage eingestellt werden.
Tage zuvor hatte der italienische Drittligist Lucchese bestätigt, dass acht Spieler an Schweinegrippe erkrankt sind. Das Virus wurde auch bei je drei Profis des englischen Zweitligisten Queens Park Rangers und drei Spielern des französischen Ex-Meisters Paris St. Germain diagnostiziert sowie bei zwei Akteuren des englischen Premier-League-Klubs Blackburn Rovers.
In den USA wies Basketball-Superstar LeBron James Symptome der Schweinegrippe auf, sie wurden jedoch nicht einwandfrei bestätigt, Ähnlich bei seinen Teamkameraden Darnell Jackson und Coby Karl.
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