French Open in Paris: Federer mit "weißer Weste" weiter
zuletzt aktualisiert: 03.06.2007 - 20:43Paris (RPO). Roger Federer ist der Mann für die Rekorde auf der ATP-Tour. Der Weltranglistenerste, der die French Open noch nie gewinnen konnte, ist ohne Satzverlust ins Viertelfinale in Roland Garros eingezogen.
Der Schweizer setzte sich mit 7:6 (7:3), 6:4, 6:4 gegen den Russen Michail Juschni durch und stellte damit eine Uralt-Bestmarke von John McEnroe ein: Elf Spiele hintereinander hat Federer seit Beginn der Australian Open 2007 bei einem Grand Slam nun ohne Satzverlust absolviert.
McEnroe war das Kunststück 1984 von der ersten Runde in Wimbledon bis zum Viertelfinale der US Open gelungen. "Das war nicht leicht. Aber ich bin ganz ruhig geblieben", sagte Federer und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Ich weiß zwar nicht warum, aber die Fans unterstützen mich hier großartig."
Das erste große Favoritenduell von Paris wird im Dameneinzel ausgetragen: Dort machten Titelverteidigerin Justine Henin und Australian-Open-Siegerin Serena Williams ihr Viertelfinale perfekt. Henin, Siegerin der vergangenen beiden Jahre, setzte sich 6:2, 6:4 gegen Sybille Bammer aus Österreich durch. Williams, die 2002 in Roland Garros triumphiert hatte, gewann wieder mal ganz in pink gekleidet ihr Achtelfinale 6:2, 6:3 gegen Dinara Safina (Russland). Sie ist die letzte Hoffnung im Einzel überhaupt für die USA bei den diesjährigen French Open.
"Justine spielt bisher sehr solide hier. Und eigentlich steigere ich mich lieber langsam und mag einen Höhepunkt nicht so früh. Aber wenn ich so spiele wie im Training, dann bin ich gut", sagte Williams. Gegen Henin hat sie sechs von bislang neun Spielen gewonnen. Zuletzt behielt sie im März im Finale von Miami in drei Sätzen die Oberhand gegen die kleine Belgierin. 2003 hatte Henin in einem Halbfinal-Krimi in Roland Garros auf dem Weg zu ihrem ersten Titelgewinn allerdings mit 7:5 im dritten Satz die Nase vorn.
Federer, der in Paris seinen letzten noch fehlenden Major-Titel gewinnen will, trifft nun auf Tommy Robredo. Gegen den Spanier, der den Italiener Filippo Volandri 6:2, 7:5, 6:1 bezwang, hat Federer eine tadellose 7:0-Bilanz. Auch auf seinem Weg zum Titel bei den Australian Open 2007 bezwang er Robredo im Viertelfinale. Sein großer Rivale Rafael Nadal muss erst am Montag zu seinem mit Spannung erwarteten Achtelfinale gegen den Australier Lleyton Hewitt antreten.
Nikolay Davydenko warf anschließend den Argentiner Davis Nalbandian aus dem Turnier. Mit 6:3, 7:6, 3:6 und 7:6 behielt der Russe, in Paris an Nummer vier gesetzt, die Oberhand. In einem rein argentinischem Duell setzte sich derweil Guillermo Canas gegen Juan Monaco glatt in drei Sätzen durch.
Für die Gastgeber ist das Turnier in den Einzelwettbewerben beendet. Als letzte Hoffnung verabschiedete sich ohne jede Chance Marion Bartoli beim 1:6, 1:6 gegen die hoch gehandelte Jelena Jankovic. Die Serbin spielt nun gegen Vorjahres-Halbfinalistin Nicole Vaidisova (Tschechien), die beim 6:3, 6:1 über Tathiana Garbin aus Italien ebenfalls kurzen Prozess machte.
Als zweite Serbin schaffte Ana Ivanovic mit einem 6:3, 3:6, 6: 3 über Anabel Medina Garrigues (Spanien) den Sprung in die Runde der letzte Acht. Dort wartet die russische Vorjahres-Finalistin Swetlana Kusnezowa, Zweisatzsiegerin über Shahar Peer aus Israel. Komplettiert wird das Viertelfinale durch das russische Duell zwischen US-Open-Siegerin Maria Scharapowa und Anna Tschakwetadse. Scharapowa kämpfte sich mit 6:3, 4:6, 9:7 gegen Patty Schnyder aus der Schweiz durch.
Einen deutschen Sieg feierten Michael Kohlmann und Rainer Schüttler im Doppel. Das Duo steht nach einem 6:3, 6:4 über Carlos Berlocq/Pablo Cuevas (Argentinien/Uruguay) im Viertelfinale und fordert dort die Weltklassepaarung Mark Knowles/Daniel Nestor (Bahamas/Kanada). Knowles/Nestor gewann ihr Achtelfinale gegen den Frankfurter Daviscupspieler Alexander Waske und Andrei Pavel (Rumänien) mit 6:3, 6:4. Waske/Pavel hatten 2006 noch das Halbfinale in Paris erreicht.
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