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Roger Federer US Open afp 2010 Panorama
  Foto: AFP, AFP
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Halbfinal-Aus bei den US Open: Federers Krise setzt sich fort

zuletzt aktualisiert: 12.09.2010 - 16:17

New York (RPO). Statt ein Ausrufezeichen zu setzen, verließ Roger Federer New York mit vielen Fragen im Gepäck. Nach zwei vergebenen Matchbällen im Halbfinale der US Open maßlos frustriert, beendete der wohl beste Tennisprofi aller Zeiten seine schlechteste Grand-Slam-Saison seit sieben Jahren. Mit einer Träne im Knopfloch - und einer Kampfansage für die Zukunft.

"Natürlich macht man sich immer Vorwürfe, wenn man Matchbälle nicht nutzt. Ich bin enttäuscht, aber ich werde im nächsten Jahr wieder angreifen", sagte der Grand-Slam-Rekordsieger (16 Titel) nach der bitteren Niederlage im Fünfsatz-Krimi gegen den Serben Novak Djokovic (7:5, 1:6, 7:5, 2:6, 5:7) trotzig.

Shoppen als Frustbewältigung

Zur Frustbewältigung ging Federer am Sonntag mit seiner Frau Mirka sowie den Zwillingstöchtern Charlene Riva und Myla Rose in Manhattan Shoppen, während sein ewiger Rivale Rafael Nadal (Spanien) gegen Djokovic um den Titel spielte. "Das Letzte, was ich mir jetzt antun würde, wäre ein Match anzuschauen, in dem ich nicht involviert bin", sagte Federer, der auf den Hartplätzen von Flushing Meadows zwischen 2004 und 2008 fünfmal triumphiert hatte.

Die Kritiker des Schweizers indes riefen nach drei Major-Turnieren in Serie ohne Finalteilnahme wieder einmal das Ende der Ära Federer aus. "Roger hat an Beweglichkeit nachgelassen", meinte Trainer-Guru Nick Bollettieri, während John McEnroe feststellte: "Man darf Roger nie abschreiben. Aber er muss sich klarmachen, dass für ihn inzwischen nicht nur Nadal ein gefährlicher Gegner ist."

Die nackten Zahlen bestätigen die Einschätzung: Federer hat 2010 endgültig den Nimbus der Unbesiegbarkeit gegen schwächer platzierte Konkurrenten verloren. Bereits viermal in dieser Saison vergab er Matchbälle - und verlor dann noch.

Nur zwei Turniere hat der lahmende "FedExpress" bislang in diesem Jahr gewonnen. Eine ähnlich schwache Bilanz hatte der zeitweise von einer Lungeninfektion außer Gefecht gesetzte 29-Jährige zuletzt vor acht Jahren. Zudem lag zwischen dem Gewinn der Australian Open und dem Coup in Cincinnati eine siebenmonatige Durststrecke.

Ausgerechnet in seinem Wohnzimmer Wimbledon war Federer wie schon wenige Wochen zuvor bei den French Open bereits im Viertelfinale gescheitert. In Paris ging damit auch seine Rekordserie von zuvor 23 Halbfinal-Teilnahmen bei Grand-Slam-Turnieren in Folge zu Ende. Zeitweise fiel er sogar bis auf Platz drei der Weltrangliste zurück - dort hatte der einstige Dominator zuletzt im November 2003 gestanden.

Federer weiß um die neue Situation. Über die Rückkehr auf den Tennis-Thron als Ziel hat der Baseler schon lange nicht mehr gesprochen. "Du kannst während einer langen Karriere nicht glauben, dass du auch immer an der Spitze stehst. Ich denke, ich habe Unglaubliches geleistet, weil ich so lange einen der ersten beiden Plätze in der Weltrangliste belegt habe", sagte Federer. Trotzdem hält der 29-Jährige den Gewinn von insgesamt 20 Grand-Slam-Titeln für "möglich".

Den Atem der jungen Konkurrenten spürt er im Nacken, "aber ich kann da noch gut mithalten." Obwohl Federer bei den Gegnern nicht mehr als unbesiegbar gilt, ist der Respekt vor ihm noch gewaltig. "Er ist der Beste, der dieses Spiel jemals gespielt hat", meinte Djokovic, der im Halbfinale von New York beim Stand von 4:5 und 15:40 im fünften Satz zwei Matchbälle in Serie abwehrte: "Ich habe einfach meine Augen zugemacht und hatte dann Glück."

Quelle: SID/seeg

 
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