ATP-Turnier in München: Frustration statt Euphorie
zuletzt aktualisiert: 30.04.2008 - 18:33München (RPO). Tommy Haas verletzt, fast alle Deutschen raus, die Top-Stars kurzfristig abgesprungen - beim ATP-Turnier in München jagt eine Negativnachricht die nächste. Dabei hatten die Veranstalter "Weltklassetennis" versprochen.
Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen, in München zum ersten Mal auch Turnierdirektor, sieht die Entwicklung der Krankengeschichte von Haas "mit Sorge".
Darüber hinaus missriet aufgrund zahlreicher Absagen sein Vorhaben, "Weltklassetennis" und "neue Gesichter" auf die Anlage am Aumeister zu holen. Am Wochenende vor Turnierbeginn hatten unter anderem die französischen Spitzenspieler Richard Gasquet (9. der Weltrangliste) und Jo-Wilfried Tsonga (13.) sowie der Tscheche Tomas Berdych (10.) ihre Startzusage zurückgezogen.
Haas geht nach seiner verletzungsbedingten Absage erneut von einer längeren Trainings- und Wettkampfpause aus. "Tennis wird in den nächsten Wochen erst mal nicht gespielt", sagte der 30-Jährige am Mittwoch.
An den Masters-Turnieren in Rom ab dem kommenden Montag und in Hamburg ab dem 12. Mai werde er ebenfalls nicht teilnehmen, kündigte er an, "das nächste Ziel sind eventuell die French Open". Das Grand-Slam-Turnier in Paris beginnt am 25. Mai.
Nach der Absage von Haas zog dessen usprünglicher Gegner Michael Berrer in die zweite Runde ein. Der Stuttgarter besiegte "lucky loser" Ivo Klec aus der Slowakei 6:1, 7:6 (8:6).
Der 27 Jahre alte Schwabe trifft bei den mit 349.000 Euro dotierten BMW Open nun auf den ehemaligen Weltranglistenersten Marat Safin. Der Russe, der mittlerweile nur noch die Nummer 84 der Welt ist und in München dank einer Wildcard ins Hauptfeld kam, gewann 6:3, 3:6, 6:4 gegen Carlos Berlocq aus Argentinien.
Berrer hält die Fahne hoch
Berrer ist als letzter Deutscher noch im Turnier. "Ein Heimturnier ist immer etwas Besonderes, ich will die deutsche Fahne hochhalten", versprach der Stuttgarter.
Für die fünf Kollegen, die nach den Absagen von Philipp Kohlschreiber (Augsburg) und Haas das Einzel-Turnier begonnen hatten, war spätestens am dritten Turniertag Schluss. Dabei verpasste Philipp Petzschner (Bayreuth) den Einzug in das Viertelfinale durch ein 4:6, 6:7 (7:9) gegen den an Nummer acht gesetzten Kroaten Marin Cilic.
Cilic trifft im Viertelfinale auf den am Aumeister an Nummer eins gesetzten Paul-Henri Mathieu. Der Franzose besiegte Gianluca Naso (Italien), der in der ersten Runde Rainer Schüttler (Korbach) ausgeschaltet hatte, mit 6:3, 6:4 Im Viertelfinale steht außerdem Hyung-Taik Lee (Südkorea) nach seinem 6:1, 6:4 gegen Julio Silva (Brasilien), sein Gegner ist nun Simone Bolelli, der überraschend das italienische Duell gegen den an Nummer sechs gesetzten Andreas Seppi mit 6:4, 7:5 gewann.
Benjamin Becker (Orscholz) verlor unterdessen sein Erstrundenspiel gegen den an Nummer sieben gesetzten Steve Darcis aus Belgien 3:6, 4:6. Darcis trifft in der zweiten Runde auf Younes El Aynaoui aus Marokko. Der Turniersieger von 2002 setzte sich gegen Alexadre Sidorenko (Frankreich) mit 6:4, 7:6 (8:6) durch.
Haas hatte auf sein Erstrundenspiel gegen Berrer bereits am Dienstagabend verzichten müssen. Turnierarzt Dr. Werner Zirngibl attestierte ihm eine "hochakute Reizung der Supraspinatussehne mit Schleimbeutelbeteiligung der rechten Schulter" und riet, "die jetzt vorliegende erneute Reizung auszukurieren", da ansonsten die gesamte Freiluftsaison gefährdet sei.
Haas will sich nun noch einige Tage in München aufhalten und dann in seine Wahlheimat Florida fliegen, um die erneuten Probleme auszukurieren.
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