French Open: Gremelmayr verliert gegen Djokovic - Kürten tritt ab
zuletzt aktualisiert: 25.05.2008 - 18:29Paris (RPO). Der hoch emotionale Abschied des dreimaligen Champions Gustavo Kuerten aus dem Stade Roland Garros bestimmte den ersten Tag der French Open. "Guga" war in seinem Match gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu wieder der Liebling der Massen - trotz eines 4:6, 2:6, 3:6.
Dass auch für Denis Gremelmayr, Rainer Schüttler und Sandra Klösel der Abschied vom zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres schon nach ihrem ersten Match gekommen war, nahmen die Zuschauer überwiegend achselzuckend zur Kenntnis.
Denis Gremelmayr allerdings sorgte schon für Erstaunen. Der Mannheimer zeigte unmittelbar vor Kuertens Match auf dem Court Philippe Chatrier eine starke Leistung, ehe er sich mit 6:4, 3:6, 5: 7, 2:6 dem Weltranglisten-Dritten Novak Djokovic geschlagen geben musste. Schüttler war bei seiner 4:6, 1:6, 6:7 (3:7)-Niederlage gegen den Weltranglisten-Achten James Blake (USA) chancenlos. Und Sandra Klösel (München) hatte bei ihrer 1:6, 1:6-Pleite gegen die Tschechin Lucie Safarova die unrühmliche Ehre, als erste von insgesamt 256 Spielern und Spielerinnen auszuscheiden.
2:29 Stunden lang kämpfte Gremelmayr gegen Djokovic und brachte den serbischen Aufsteiger teilweise zur Verzweiflung und ließ das Publikum staunen. "Ich weiß, dass ich auch solche Top-Leute ärgern kann", meinte der Linkshänder, "ich bin sehr zufrieden mit meinem Spiel."
Drei Sätze lang konnte er die Partie gegen den Australian-Open-Sieger vollkommen ausgeglichen gestalten. Nach dem gewonnenen ersten Satz hatte er sogar im ersten und im fünften Spiel des zweiten Durchgangs insgesamt drei Breakbälle, die er jedoch nicht verwerten konnte. Im dritten Durchgang kämpfte sich Gremelmayr nach einem 2:5-Rückstand wieder ins Match zum 5:5. Erst nach einem Break von Djokovic zum 6:5 war der Satz entschieden. Im vierten Durchgang ließ der Mitfavorit dannn aber nichts mehr anbrennen.
"Er hat mich überrascht", sagte Djokovic, "er hat seine Chance gesucht und völlig verdient den ersten Satz gewonnen." Zum ganz großen Coup aber hat es eben nicht gereicht. "Mein Aufschlag war zu schwach, daran muss ich noch arbeiten", meinte Gremelmayr, "unter 50 Prozent erste Aufschläge geht nicht."
Von Platz 118 zu Jahresbeginn hat er sich in den letzten Wochen bereits auf Platz 63 der Weltrangliste nach oben gespielt. Er hat nun innerhalb eines Monats gegen die großen Drei auf dem Platz gestanden. In Estoril im Halbfinale gegen Roger Federer, in Barcelona ebenfalls im Halbfinale gegen Rafael Nadal und nun eben gegen Djokovic. "Endlich bin ich mal länger verletzungsfrei", erklärt Gremelmayr seinen jüngsten Erfolgsweg, der noch längst nicht zu Ende sein soll: "Ich lerne aus jedem dieser Spiele." Dann packte er seine Sachen, noch am Sonntag ging es zurück nach Hause - Abschied aus Paris.
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