127. US Open in New York: Haas trotz Verletzung weiter
zuletzt aktualisiert: 28.08.2007 - 08:53New York (RPO). Trotz seiner leichten Schulterverletzung ist Tommy Haas ein erfolgreicher Start in die 127. US Open gelungen. Der 29-Jährige, Nummer 10 der Setzliste, besiegte zum Auftakt des mit 19,6 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turniers in New York den belgischen Qualifikanten Steve Darcis nach 2:36 Stunden mit 6:7 (5:7), 7:5, 6:3, 6:4.
"Am Ende des Tages", sagte Tommy Haas lapidar, "ist es das Wichtigste durchzukommen." Weit weniger präzise war er danach in den Ausführungen zu seinem körperlichen Befinden. "Die Schulter schmerzt nicht so richtig, aber sie wird müde", sagte 29-Jährige und erklärte: "Der Arm sackt manchmal ein."
Seit Mai plagen Haas wieder Probleme im zweimal operierten Gelenk, zwei Ärzte haben ihm für den beklagten wiederkehrenden Kräfteverschwund keine Ursache nennen können. "Ich muss bald rausfinden, was es ist", sagte der Weltranglistenzehnte nach dem mühsamen 6:7 (5:7), 7:5, 6:3, 6:4 gegen Darcis, "denn so geht es nicht weiter. Ich habe nicht einen Schlag voll durchgezogen." Einer Untersuchung will sich Haas trotz der angeblichen Dringlichkeit vorerst nicht stellen: "Jetzt spiele ich erst einmal hier, dann sehen wir weiter."
Haas trifft am Donnerstag auf Philipp Petzschner. Der Qualifikant aus Bayreuth besiegte überraschend Benjamin Becker (Orschholz), der im Vorjahr nach seinem Sieg über Andre Agassi noch im Achtelfinale des Turniers gestanden hatte, in fünf Sätzen.
Kiefer und Petkovic siegen
Auftaktsiege gelangen von den 19 gestarteten Deutschen noch Nicolas Kiefer (Hannover) und Andrea Petkovic (Darmstadt). Für Julia Schruff (Augsburg), Julia Görges (Bad Oldeslohe), Angelique Kerber (Kiel), Rainer Schüttler und Alexander Waske (Frankfurt) war der erste Einzel-Auftritt bei dem mit 19,6 Millionen Dollar dotierten Turnier auch der letzte.
Während Haas "überrascht" und "froh" darüber war, mit lädierter Schulter 2:36 Stunden durchgehalten zu haben, beendete Kiefer seine Auftaktbegegnung in 1:58 Stunden mit Bravour - und ohne Blessuren. "Man muss auch nach dem Spiel was für den Körper machen, wir haben so viel Zeit, die muss man nutzen", sagte der 30-Jährige angesichts der gesundheitlichen Probleme, die Haas und zuvor auch schon Becker beklagt hatten. Und so verschwand er nach seinem souveränen Auftakterfolg auch gleich wieder im Kraftraum im Bauch des Arthur-Ashe-Stadiums.
Anschließend durfte sich Kiefer auch ein wenig selbst loben. "Ich kann sehr zufrieden sein", sagte er nach dem 6:2, 7:6 (7:1), 6: 3 gegen Vincent Spadea (USA): "Diesen Sieg werde ich genießen".
Sein nächster Kontrahent ist Nikolaj Dawidenko aus Russland, in New York an Nummer vier gesetzt. Doch Kiefer bleibt gelassen und optimistisch: "Das ist wieder so ein Match, in dem ich nichts zu verlieren habe." Das bislang einzige Duell gewann er 6:1, 6:1.
Becker verspielt Führung
Dagegen gab Becker, der im Vorjahr die glanzvolle Karriere von Agassi beendet hatte, eine souveräne Führung ohne Not aus der Hand. 6:2, 6:3 lag der Saarländer vorne, "und dann habe ich angefangen zu überlegen". Die Folge: Erst verkrampfte der 26-Jährige mental, dann körperlich. Ab dem vierten Satz "machten die Muskeln zu", läuferisch ging fast nichts mehr. Petzschner, nur Nummer 287 der Weltrangliste, gewann die letzten drei Durchgänge 6:4, 6:4, 6:1 und freut sich nun auf das Duell mit Haas: "Da ist dann wenigstens ein Deutscher in der dritten Runde. Ich hoffe, ich werde meine Chance bekommen."
Rainer Schüttler konnte sich vorübergehend sogar auf eine Zweitrunden-Begegnung mit dem Weltranglistenersten Roger Federer einstellen. Doch eine 2:1-Führung nach drei Sätzen reichte nicht; der 31 Jahre Korbacher, der sich zuvor noch durch die Qualifikation gekämpft hatte, unterlag dem Chilenen Paul Capdeville 7:5, 3:6, 7:6 (6:4), 4:6, 3:6. Nur zwei Sätze lang stand Alexander Waske auf dem Platz. Beim Stand von 4:6, 1:6 gegen Gilles Simon (Frankreich) gab der Frankfurter wegen Schmerzen im Ellbogen der rechten Schlaghand auf.
Nur eine deutsche Siegerin gab es am ersten Tag für die insgesamt acht deutschen Starterinnen: Andrea Petkovic setzte sich 6:4, 6:1 gegen die mit einer Wildcard angetretene Audra Cohen (USA) durch. Julia Schruff scheiterte an der Qualifikantin Jekaterina Makarowa aus Russland (1:6, 6:0, 2:6). Erwartungsgemäß ohne Chance war Qualifikantin Julia Görges, die der belgischen Weltranglistenersten Justine Henin unterlag (0:6, 3:6).
Angelique Kerber bot vor der US-Open-Rekordkulisse von 23.737 Zuschauern im Arthur-Ashe-Stadium der zweimaligen Turniersiegerin Serena Williams immerhin noch einen zähen Kampf: Sie verlor in der ersten Night Session 3:6, 5:7.
127. US Open in New York (19,6 Millionen Dollar), 1. Tag:
Herreneinzel, 1. Runde:
Tommy Haas (Sarasota-USA/Nr. 10) - Steve Darcis (Belgien/Qualifikant) 6:7 (5:7), 7:5, 6:3, 6:4, Philipp Petzschner (Bayreuth/Qualifikant) - Benjamin Becker (Orschholz) 2:6, 3:6, 6:4, 6:4, 6:1, Roger Federer (Schweiz/TV/Nr. 1) - Scoville Jenkins (USA) 6:3, 6:2, 6:4, Nikolaj Dawydenko (Russland/Nr. 4) - Jesse Levine (USA) 6:4, 6:0, 6:1, Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 9) - Marc Gicquel (Frankreich) 6:3, 7:6 (7:0), 6:2, Richard Gasquet (Frankreich/Nr. 13) - Sergio Roitman (Argentinien) 7:5, 6:1, 6:2, Max Mirnji (Weißrussland) - Marcos Baghdatis (Zypern/Nr. 18) 6:3, 7:5, 3:6, 7:6 (8:6), Andy Murray (Großbritannien) - Pablo Cuevas (Uruguay) 6:2, 6:3, 6:0, Feliciano Lopez (Spanien) - Juan Carlos Ferrero (Spanien/Nr. 21) 6:3, 6:4, 6: 4, Igor Andrejew (Russland) - Robert Kendrick (USA) 7:6 (7:4), 6:3, 6:4, Donald Young (USA) - Chris Guccione (Australien) 6:7 (2:7), 6: 3, 6:2, 6:3, Rik De Voest (Südafrika) - Thierry Ascione (Frankreich) 6:2, 3:0-Aufgabe Ascione, Sebastien Grosjean (Frankreich) - Paul Goldstein (USA) 6:1, 4:1-Aufgabe Goldstein, Simone Bolelli (Italien) - Julien Benneteau (Frankreich) 6:3, 6:4, 3:6, 6:1, Jonas Björkman (Schweden) - Juan-Pablo Guzman (Argentinien) 6:3, 7:6 (7:4), 6:2
Dameneinzel, 1. Runde:
Andrea Petkovic (Darmstadt) - Audra Cohen (USA) 6:4, 6:1, Justine Henin (Belgien/Nr. 1) - Julia Görges (Bad Oldesloe/Qualifikantin) 6:0, 6:3, Jekaterina Makarowa (Russland/Qualifikatin) - Julia Schruff (Augsburg) 6:1, 0:6, 6:2, Jelena Jankovic (Serbien/Nr. 3) - Jarmila Gajdosova (Slowakei) 6:2, 7:6 (7:2), Marion Bartoli (Frankreich/Nr. 10) - Alexa Glatch (USA) 6:1, 6:1, Dinara Safina (Russland/Nr. 15) - Catalina Castano (Kolumbien) 6:2, 6:3, Sybille Bammer (Österreich/Nr. 19) - Tamarine Tanasugarn (Thailand) 6:4, 6:4, Lucie Safarova (Tschechien/Nr. 20) - Jessica Moore (Australien) 6:3, 6:2, Wera Zwonarewa (Russland/Nr. 27) - Alina Jidkowa (Russland) 6:0, 6:7 (5:7), 6:0, Ai Sugiyama (Japan/Nr. 28) - Andreja Klepac (Slowenien) 6:3, 6:1, Alize Cornet (Frankreich) - Samantha Stosur (Australien/Nr. 29) 6:3, 6:2, Jelena Lichowzewa (Russland) - Lauren Albanese (USA) 6:0, 6:2, Olga Goworzowa (Bulgarien) - Sofia Arvidsson (Schweden) 6:3, 2:6, 6:3, Kateryna Bondarenko (Ukraine) - Virginia Ruano Pascual (Spanien) 6: 3, 7:6 (7:4), Sara Errani (Italien) - Renata Voracova (Tschechien) 7:5, 6:3, Zwetana Pironkowa (Bulgarien) - Olga Puttschkowa (Russland) 6:3, 6:4, Eleni Daniilidou (Griechenland) - Yvonne Meusburger (Österreich) 6:2, 6:4, Caroline Wozniacki (Dänemark) - Tzipora Obziler (Israel) 4:6, 6:2, 7:5, Aravane Rezai (Frankreich) - Jorgelina Cravero (Argentinien) 6:3, 7:5
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