French Open in Paris: Henin feiert den Hattrick
zuletzt aktualisiert: 09.06.2007 - 16:26Paris (RPO). Justine Henin hat erneut die French Open in Paris gewonnen. Die Belgierin triumphierte damit bereits zum dritten Mal in Folge. Henin setzte sich gegen die Überraschungsfinalistin Ana Ivanovic aus Serbien 6:1, 6:2 durch und schaffte als erste Tennisspielerin seit Monica Seles von 1990 bis 1992 den Hattrick.
Für ihren sechsten Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier kassiert Henin, die am Freitag auf dem Court Philippe Chatrier ganz entspannt Anschauungsunterricht beim Weltranglistenersten Roger Federer genommen hatte, eine Million Euro Preisgeld. "Ich habe das alles noch gar nicht realisiert. Als kleines Mädchen habe ich immer davon geträumt, hier zu gewinnen", sagte Henin und widmete den Sieg ihrer Familie: "Zu Jahresbeginn hatte ich eine schwierige Zeit. Aber ich habe mich durchgekämpft, und jetzt macht es wieder richtig Spaß."
Nach nur 1:05 Stunden durfte sie seit ihrem ersten Paris-Triumph 2003 am Samstag zum insgesamt vierten Mal den Coupe Suzanne Lenglen in die Höhe recken. Nur Rekordsiegerin Chris Evert (7 Titel), Steffi Graf (6) und Margaret Court (5) haben beim bedeutendsten Sandplatzturnier der Welt noch häufiger triumphiert.
Die 19 Jahre alte Ivanovic darf sich nach dem bisher besten Grand-Slam-Turnier ihrer Karriere mit 500.000 Euro trösten und klettert in der Weltrangliste auf den vierten Platz. "Ich hoffe, dass wir uns alle im kommenden Jahr im Finale wiedersehen. Ich hatte versucht, meine Nerven im Zaum zu halten. Aber von einem Moment auf den anderen hat es mich dann erwischt", meinte Ivanovic, die große Probleme hatte, ihren Aufschlag im Feld unterzubringen.
Variabel wie immer und hoch konzentriert schaffte Henin im ersten Spiel des zweiten Durchgangs wieder das Break und diktierte gegen die letztlich überforderte Ivanovic das Match bis zum Schluss. Bereits bei ihren Zweisatzsiegen gegen Kim Clijsters 2003 sowie Mary Pierce 2005 und im vergangenen Jahr gegen Swetlana Kusnezowa hatte Henin keinen Satz und insgesamt nur 14 Spiele abgegeben.
In Roland Garros hat sie nun in 21 Spielen 35 Sätze in Folge gewonnen, ein bislang einmaliges Kunststück in der Turniergeschichte. Die hatte Henin als Zehnjährige schon live mitverfolgt. 1992 sah sie auf dem Court Central den denkwürdigen Finalsieg von Monica Seles über Steffi Graf und versprach ihrer inzwischen verstorbenen Mutter: "Eines Tages werde ich auch da unten spielen."
Und während die glückliche Justine Henin erneut den silbernen Siegerpokal entgegennahm, dachte Paris schon an das nächste Finale: Am Sonntagnachmittag steht das mit Spannung erwartete Gigantenduell zwischen dem Weltranglistenersten Roger Federer (Schweiz) und Titelverteidiger Rafael Nadal (Spanien) auf dem Plan.
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