Erfolgreiches Comeback: Henin gleich wieder die Alte
zuletzt aktualisiert: 04.01.2010 - 17:05Brisbane (RPO). Vor ihrem emotionalen Comeback hatte Justine Henin Tränen der Rührung in den Augen - auf dem Platz aber siegte sie eiskalt. Souverän wie zu ihren besten Zeiten kehrte die frühere Weltranglistenerste aus Belgien 20 Monate nach ihrem überraschenden Rücktritt auf die Tennistour zurück.
Im australischen Brisbane bezwang die 27-jährige in ihrem Auftaktmatch die an Nummer zwei gesetzte Nadja Petrowa 7:5, 7:5 und gestand nach der Partie: "Vor dem Match haben meine Knie geschlottert. Das große Stadion, die vielen Menschen, die mir zugejubelt haben - ich hatte Tränen in den Augen."
Niederlagen hagelte es dagegen für die deutschen Profis zum Jahresbeginn. Sabine Lisicki (Berlin) und Philipp Kohlschreiber (Augsburg) verloren ihre erste Partie beim 22. Hopman Cup im australischen Perth 1:2 gegen Russland, und ein Quintett ereilte bei den Turnieren in Brisbane und Auckland/Neuseeland das kollektive Aus.
Die Schlagzeilen des Tages gehörten der nur 1,66 m großen Justine Henin, die mit ihrer Leistung ihre Gegnerin erstaunte. "Justine ist noch stärker als früher", sagte Petrowa: "Sie spielt viel aggressiver und ist bei jedem Ballwechsel auf einen schnellen Punkt aus. Früher hat sie mehr taktiert und abgewartet, das gab einem auch mal die Chance, sich auf ihr Spiel einzustellen."
Henin selbst war mit ihrem Comeback zufrieden, obwohl sie während des Spiels gegen Petrowa festgestellt hatte, dass ihre einst so gefürchtete einhändige Rückhand "ein bisschen Rost angesetzt hat". Ihre nächste Gegnerin ist die 20-jährige Kasachin Sesil Karatanttschewa, im Finale könnte es zum mit Spannung erwarteten belgischen Duell mit Kim Clijsters kommen. Die hatte ihr Comeback im vergangenen Jahr mit dem Turniersieg bei den US Open in New York gekrönt und Henin damit zur Rückkehr bewogen. Clijsters gewann in Brisbane ihr erstes Match gegen die Italienerin Tathiana Garbin.
Justine Henin hatte am 14. Mai 2008 aus persönlichen Gründen überraschend ihren Rücktritt verkündet, zu dem Zeitpunkt war sie die Nummer eins der Welt. "Danach plätscherte mein Leben lange dahin. Nun hat sich die Flamme wieder entzündet, von der ich dachte, sie sei erloschen", sagte Henin.
Für die beiden Debütanten Sabine Lisicki und Philipp Kohlschreiber sind die Chancen auf den dritten deutschen Sieg nach 1993 durch Steffi Graf und Michael Stich sowie 1995 durch Boris Becker und Anke Huber durch die Niederlage gegen Olympiasiegerin Jelena Dementjewa und Igor Andrejew drastisch gesunken.
Lisicki/Kohlschreiber müssen nun auf jeden Fall die beiden restlichen Gruppenspiele am Mittwoch gegen Großbritannien mit Andy Murray und am Freitag gegen Außenseiter Kasachstan gewinnen und gleichzeitig auf einen Ausrutscher der Russen hoffen. Nur bei einer solchen Konstellation wäre der dritte deutsche Sieg nach 1993 und 1995 theoretisch noch möglich. Großbritannien siegte unterdessen zum Auftakt gegen Kasachstan 2:1.
Lisicki hatte gegen die Weltranglistenfünfte Dementjewa für einen Auftakt nach Maß gesorgt. Die 20-Jährige siegte nach sechs Breaks 6:4, 6:1. "Ich habe in der Vorbereitung hart gearbeitet. Ich will in der Weltrangliste weiter nach oben kommen", sagte Lisicki, die Nummer 23 im Ranking. Kohlschreiber konnte diese Vorlage nicht zur Entscheidung nutzen, er verlor gegen Igor Andrejew 3:6, 7:6 (7:2), 3:6. Im entscheidenden Doppel verloren Lisicki/Kohlschreiber 4:6, 6:7 (7:9) gegen Dementjewa/Andrejew.
Das Aus in Brisbane kam für Anna-Lena Grönefeld (gegen Lucie Safarova/Tschechien und für Philipp Petzschner (gegen Marc Gicquel/Frankreich). In Auckland scheiterte Julia Görges (Bad Oldesloe) an der Belgierin Yanina Wickmayer und im indischen Chennai schieden Simon Greul und Björn Phau gegen Jan Hajek (Tschechien) bzw. Santiago Giraldo (Kolumbien) aus.
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