Tennis in Halle: Kiefer siegt in 19 Minuten
zuletzt aktualisiert: 13.06.2008 - 14:10Halle/Westfalen (RPO). Nicolas Kiefer hat ohne Mühe das Halbfinale der Gerry Weber Open erreicht. Der Tennis-Profi musste nur 19 Minuten auf den Court und profitierte der Aufgabe seines Gegners Michael Llodra. Auch Deutschlands Spitzenspieler Philipp Kohlschreiber steht in der Vorschlussrunde.
Der 24-jährige Augsburger gewann das Viertelfinale gegen den Schweden Robin Söderling mit 6:4, 7:6 (7:4) und trifft nun auf James Blake (USA/Nr. 2), den er 2007 im Viertelfinale bezwang. Blake bezwang den deutschen Meister 7:6 (7:4), 7:6 (7:5). Dabei zeigte Beck allerdings eine couragierte Vorstellung und wehrte insgesamt sieben Matchbälle ab, bevor Blake den entscheidenden Punkt markierte.
Nicolas Kiefer bekam drei Wochen vor seinem 31. Geburtstag am 5. Juli bei den Gerry Weber Open schon mal ein Geschenk vorab, Philipp Kohlschreiber erarbeitete sich den Halbfinal-Einzug wie im Vorjahr auf traditionellem Weg. "Kiwi" profitierte beim Stand von 4:0 von der Aufgabe seines Gegners Michael Llodra (Frankreich), der wegen einer Verletzung am linken Arm nach nur 19 Minuten passen musste.
"Ich bin natürlich froh über das Halbfinale. Jetzt kann ich ein wenig laufen gehen, vielleicht Golf spielen und um 18.00 Uhr Fußball gucken", sagte ein gutgelaunter Nicolas Kiefer, der es nun mit dem Weltranglisten-Ersten Roger Federer zu tun bekommt. Der topgesetzte Schweizer gewann 6:4, 6:4 gegen Vorjahresfinalist Marcos Baghdatis (Zypern/Nr. 5) und baute seine Siegesserie auf Rasen auf 57 Erfolge aus.
Im Vorjahr scheiterte er nach einjähriger Verletzungspause in der ersten Runde von Halle. Nach den beiden jüngsten Niederlagen beim Arag World Team Cup in Düsseldorf und dem anschließenden Verzicht auf die French Open ist Kiefer nun wieder auf dem aufsteigenden Ast.
"Ich habe mich bei meiner Freundin in Hannover erholt, das hat mit gut getan. Es macht einfach keinen Sinn, mit halber Kraft zu einem Turnier zu fahren", beschreibt der Halle-Sieger von 1999 seinen Anspruch: "Mein Ziel muss es sein, vorne mitzumischen."
Während der "Kurzarbeiter" zuletzt beim ATP-Masters in Madrid im Oktober in der Vorschlussrunde mitgemischt hat (und gegen Federer verlor), steht Kohlschreiber erstmals seit seinem Turniersieg Anfang Januar in Auckland/Neuseeland wieder im Halbfinale.
Damit hat auch der Augsburger im "deutschen Wimbledon" nach der Auftaktniederlage in Paris zum Abschluss eines verpatzten Frühjahrs in die Erfolgsspur zurückgefunden. "Ich habe natürlich gute Erinnerungen ans letzte Jahr, das hat mir Selbstvertrauen gegeben und den Start erleichtert", sagte Kohlschreiber und hofft auf den nächsten Schritt: "Ich würde gerne mal wieder ein Finale spielen."
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