French Open: Klösels bitteres Aus im verregneten Paris
zuletzt aktualisiert: 28.05.2007 - 14:30Paris (RPO). Regenschauer und Windböen bestimmen weiter den Alltag in Paris und haben den Tennisfans die Freude auf die French Open gründlich verhagelt. Sandra Klösel konnte zwar antreten, ist aber ausgeschieden. Die weiteren deutschen Frauen um Anna-Lena Grönefeld wurden vom Regen ausgebremst.
Die Münchnerin Klösel musste sich Li Na aus China mit 6:7 (4:7), 0:6 geschlagen geben. Wegen des anhaltenden Regens beim bedeutendsten Sandplatzturnier der Welt hatte die Partie erst mit Verspätung begonnen und war dann im ersten Durchgang für rund eine Stunde unterbrochen worden. Für Klösel war es bei der elften Grand-Slam-Teilnahme die neunte Erstrundenniederlage.
Insgesamt lediglich 14 von 128 Erstrundenergebnissen im Herren- und Dameneinzel standen am Montagabend fest, ehe die Turnierleitung den zweiten Spieltag für beendet erklärte. Das Match von Vorjahres-Viertelfinalistin Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) gegen Mathilde Johansson aus Frankreich wurde gleich zweimal vertagt.
Die 21-Jährige soll nun wie die übrigen sieben deutschen Profis um München-Sieger Philipp Kohlschreiber am Dienstag ins Turnier eingreifen. Bei 15 Grad Lufttemperatur waren die Vorhersagen für die nächsten Tage allerdings auch nicht viel besser.
Am Sonntag erreichte zunächst nur der frühere Weltranglistenerste Marat Safin aus Russland mit einem 6:1, 6:3, 6:1 über den Spanier Fernando Vicente die zweite Runde, ehe die Niederschläge das bedeutendste Sandplatzturnier der Welt endgültig und komplett im Griff hatten.
Sechs Stunden mussten Profis und Zuschauer auf der engen Anlage am Sonntag ausharren, ehe wenigstens noch ein paar Spiele zu Ende gebracht werden konnten. Auch Titelverteidigerin Justine Henin schaffte dann mit einiger Mühe den ersten Schritt zum Hattrick in Paris. Die Belgierin setzte sich nach 1:29 Stunden mit 6:4, 6:3 gegen Jelena Wesnina aus Russland durch.
"Die Umstände waren sehr schwierig, es war ein harter Tag. Das Spielerrestaurant war total überfüllt. Also hab ich versucht, mich mit meinen Leuten ein bisschen zurückzuziehen", sagte Henin, die als erste Spielerin nach Monica Seles 1990 bis 1992 dreimal in Folge Paris gewinnen kann.
Davon sind die deutschen Spielerinnen weit entfernt, am Pfingstwochenende durften Grönefeld, Sandra Klösel, Angelique Kerber, Qualifikantin Andrea Petkovic und Julia Schruff aber lange Zeit nicht einmal auf den Platz.
Klösels Match gegen Li Na aus China und Grönefelds Partie gegen Mathilde Johansson aus Frankreich waren sogar noch vom Sonntag übrig geblieben, als gleich 17 Partien gestrichen werden mussten. Bei 15 Grad Lufttemperatur waren die Vorhersagen für die nächsten Tage auch nicht viel besser.
Auch Marat Safin hatte während seines Matches bei Nieselregen schon Abbruch im Sinn: "Es war schwierig. Du hattest immer im Hinterkopf, gleich müssen wir aufhören, gleich müssen wir aufhören. " Vom Regen gerettet wurde dagegen Australian-Open-Siegerin Serena Williams. Die US-Amerikanerin fing sich in ihrem Spiel gegen Swetana Pironkowa aus Bulgarien erst nach der sechsstündigen Regenpause und gewann noch mit 5:7, 6:1, 6:1.
Das nur drei Mann starke deutsche Männeraufgebot mit Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer und Benjamin Becker war ohnehin erst für Dienstag angesetzt und musste so zunächst wenigstens nicht vergeblich am Stade Roland Garros ausharren, wo den Hauptplätzen nach wie vor ein Dach fehlt.
Dennoch hatten die Franzosen in ihrer langen Turniergeschichte bislang meist Glück mit dem Wetter. Am 30. Mai 2000 fiel letztmals und zum ersten Mal seit 1925 ein kompletter Spieltag buchstäblich ins Wasser. Vor 13 Jahren konnte das Frauenfinale erst am Sonntag beendet werden, und 1973 spielten Ilie Nastase und Niki Pilic ihr Finale wegen schlechten Wetters sogar erst mit zwei Tagen Verspätung am Dienstag.
Gefrustet waren zum Auftakt des zweiten Grand-Slam-Turniers 2007 vor allem die Zuschauer. Der Sonntag war in diesem Jahr erst zum zweiten Mal in der Turniergeschichte erster Spieltag. 2006 hatten die Franzosen die Neuerung eingeführt, vor allem, um sowohl auf der Anlage als auch vor den Fernsehgeräten noch mehr Zuschauer zu gewinnen.
Ergebnisse:
77. French Open in Paris (15,3 Millionen Euro), 2. Tag:
Herren, 1. Runde: Nikolaj Dawidenko (Russland/Nr. 4) - Stefano Galvani (Italien) 6:3, 6:1, 6:1
wegen Regens abgebrochen: Roger Federer (Schweiz/Nr. 1) - Michael Russell (USA) 6:4, 4:1, Ivan Ljubicic (Kroatien/Nr. 7) - Arnaud Clement (Frankreich) 6:1, 4:4, Tommy Robredo (Spanien/Nr. 9) - Sergio Roitman (Argentinien) 6:3, 6:4, 2:1, Juan Carlos Ferrero (Spanien/Nr. 17) - Amer Delic (USA) 3:4, Filippo Volandri (Italien/Nr. 29) - Paul Capdeville (Chile) 6:3, 2:2, Alexandre Sidorenko (Frankreich) - Werner Eschauer (Österreich) 3:6, 4:3, Martin Vassallo Arguello (Argentinien) - Alejandro Falla (Kolumbien) 6:3, 4:2, Chris Guccione (Australien) - Konstantinos Economidis (Griechenland) 7:6
Damen, 1. Runde: Li Na (China/Nr. 16) - Sandra Klösel (München) 7:6 (7:4), 6:0, Tathiana Garbin (Italien/Nr. 19) - Akiko Morigami (Japan) 7:6 (7:2), 6:4, Venus Williams (USA/Nr. 26) - Alize Cornet (Frankreich) 6:4, 6:3, Samantha Stosur (Australien/Nr. 27) - Jamea Jackson (USA) 6:1, 6:2, Michaella Krajicek (Niederlande) - Severine Bremond (Frankreich/Nr. 31) 6:3, 6:3, Ashley Harkleroad (USA) - Aleksandra Wozniak (Kanada) 6:2, 7:6 (7:1)
wegen Regens abgebrochen: Tzipora Obziler (Israel) - Melinda Czink (Ungarn) 6:3, 5:4, Stephanie Cohen-Aloro (Frankreich) - Anastasija Jakimowa (Weißrussland) 7:6, 1:1, Maria Kirilenko (Russland) - Maria Elena Camerin (Italien) 6:3, 5:0, Olivia Sanchez (Frankreich) - Shenay Perry (USA) 6:3, 4:6, Virginie Razzano (Frankreich) - Milagros Sequera (Venezuela) 7:5
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