ATP-Masters-Turnier in Hamburg: Kohlschreiber gibt Sieg aus der Hand
zuletzt aktualisiert: 13.05.2008 - 19:04Hamburg (RPO). Gleich in der ersten Runde des ATP-Masters-Turniers in Hamburg war für Philipp Kohlschreiber Feierabend. Der deutsche Daviscupspieler schied gegen Tommy Robredo (Spanien) aus.
Der Augsburger verlor mit 6:2, 6:7 (5:7), 3:6 gegen den Iberer eine Partie, die er über weite Strecken beherrschte und schon fast gewonnen hatte. Die 10.000 Zuschauer sahen eine über weite Strecken hochdramatische Begegnung, in der Kohlschreiber wohl eine der bittersten Niederlagen seiner Karriere einstecken musste.
Für den Stuttgarter Andreas Beck kam das Aus in der ersten Runde dagegen verdient. Der deutsche Meister konnte bei seinem Masters-Turnier-Debüt gegen den Serben Janko Tipsarevic nur anderthalb Sätze mithalten. Am Ende unterlag der 22-Jährige klar mit 6:3, 3:6, 1:6.
Auch Rainer Schüttler musste bereits in der ersten Runde die Segel streichen. Der Korbacher unterlag erwartungsgemäß dem Finnen Jarkko Nieminen mit 1:6, 3:6. Von den sechs gestarteten Deutschen hat damit allein Nicolas Kiefer die zweite Runde der mit 2,27 Millionen Euro dotierten Veranstaltung erreicht.
"Ich bin noch nicht bei 100 Prozent"
Kohlschreiber waren gegen den an 13 gesetzten Hamburg-Sieger von 2006 die zwei Wochen Krankheitspause nicht anzumerken. Die Turniere in München und Rom musste der 24-Jährige wegen einer Virusinfektion absagen, in Hamburg aber präsentierte er sich in sehr guter Verfassung. "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, aber ich fühle mich mit jedem Tag besser", hatte der Weltranglisten-34. vor seinem Match gesagt.
Mit seiner überrissenen Rückhand diktierte Kohlschreiber die Partie im ersten Satz beinahe nach Belieben. Der Schwabe baute von der Grundlinie großen Druck auf und kam auch mit der Vorhand immer wieder zu direkten Gewinnschlägen. Breaks zum 4:2 und 6:2 unterstrichen die Überlegenheit des Deutschen im ersten Satz.
Auch im zweiten Satz schien er schon klar auf der Siegerstraße. Ein Breakball zum möglichen 4:2 landete wie die TV-Bilder bewiesen im Aus, der Schiedsrichter entschied jedoch, dass der Ball gut gewesen sei. Nach einer längeren Diskussion mit dem Supervisor und beiden Spielern wurde der Punkt schließlich wiederholt. Die Rufe nach "Hawk Eye", das bei den Grand-Slam-Turnieren schon im Einsatz ist, werden nach den falschen Entscheidungen in Hamburg lauter werden. Auch Kiefer wurde am Montag durch eine krasse Fehlentscheidung benachteiligt.
Kohlschreiber verlor das Spiel noch und kassierte anschließend sogar ein Break zum 3:4. Er ließ sich von der unglücklichen Entscheidung aber zunächst nicht aus der Ruhe bringen und schaffte gegen den immer besser werdenden Spanier ein Rebreak zum 4:4.
Im Tiebreak dann sah Kohlschreiber bei einer 5:3-Führung und einem eigenen Aufschlag schon wie der sichere Sieger aus. Mit einem einfachen Fehler aber brachte er Robredo wieder ins Spiel und der ließ sich die Chance zum Satzausgleich nicht entgehen.
Auch im dritten Durchgang kam der Deutsche zunächst besser ins Spiel. Ein Break zum 2:1 konnte er aber nicht halten und gab schließlich vorentscheidend seinen Aufschlag zu einem 2:4 Rückstand ab. Nach zweieinhalb Stunden war die Niederlage schließlich besiegelt.
ATP-Turnier in Hamburg (2,27 Mio. Euro):
1. Runde: Tommy Robredo (Spanien/Nr. 13) - Philipp Kohlschreiber (Augsburg) 2:6, 7:6 (7:5), 6:3, Janko Tipsarevic (Serbien) - Andreas Beck (Stuttgart) 3:6, 6:3, 6:1, Carlos Moya (Spanien/Nr. 11) - Julien Benneteau (Frankreich) 3:6, 6:4, 7:6 (9:7), Potito Starace (Italien) - Luis Horna (Peru) 6:3, 4:2-Aufgabe Horna, Jose Acasuso (Argentinien) - Kristof Vliegen (Belgien) 5:2-Aufgabe Vliegen
2. Runde: Nikolai Dawydenko (Russland/Nr. 4) - Ivan Ljubicic (Kroatien) 6:4, 6:1, David Ferrer (Spanien/Nr. 5) - Ivo Minar (Tschechien) 6:3, 6:3, Fernando Verdasco (Spanien) - Michael Llodra (Frankreich) 6:2, 6:0
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