ATP-Turnier in München: Kohlschreiber zieht ins Finale ein
zuletzt aktualisiert: 05.05.2007 - 16:30München (RPO). Philipp Kohlschreiber steht als erster deutscher Tennis-Profi seit fünf Jahren im Finale des ATP-Turniers von München. Nach einem überzeugenden 6:2, 6:3 gegen den an Nummer vier gesetzten Marcos Baghdatis (Zypern) zog der 23 Jahre alte Augsburger in sein erstes Endspiel auf der Tour überhaupt ein.
Einmal mehr überzeugend zog Kohlschreiber auf der Anlage des MTTC Iphitos auch in sein erstes Finale auf der Tour überhaupt ein. 6:2, 6:3 besiegte er den an Nummer vier gesetzten Marcos Baghdatis (Zypern), als Nummer 19 der Weltrangliste außerdem 30 Ränge höher platziert als der Deutsche. "Das war eine Weltklasse-Leistung von Philipp", lobte Daviscup-Kapitän Patrik Kühnen den Schwaben, der schon vor Beginn des Turniers angekündigt hatte: "Ich will ins Finale."
Nun wolle er natürlich mehr, betonte Kohlschreiber. "Wer im Finale ist, der will nicht Zweiter werden", sagte er und ergänzte obendrein: "Erstmals in einem Finale zu stehen, ist natürlich toll, aber jetzt, wo ich drinstehe, will ich auch gewinnen." Sein Gegner werde "auf alle Fälle ein Riesenbrocken" sein, ahnt Kohlschreiber, der tatsächlich auf Michail Juschni treffen wird. Der an Nummer drei gesetzte Russe bezwang den an Nummer zwei gesetzten Tschechen Tomas Berdych mit 6:4, 6:2. Kurios: Juschni kämpfte anschließend gemeinsam mit Kohlschreiber um den Einzug ins Doppelfinale.
Der Weg ins Endspiel, wo er am Sonntag (15 Uhr) neben einem Siegerscheck von 55.820 Euro ein BMW-Cabrio gewinnen kann, verlief für Kohlschreiber schnurgerade: Gegen Arnaud Clement (Frankreich), den an Nummer fünf gesetzten Jarkko Nieminen (Finnland), Sebastien Grosjean (Frankreich) und nun Baghdatis gab der deutsche Senkrechtstarter dieses Jahres keinen Satz ab.
"Er hat sich den Finaleinzug absolut verdient. Er ist in bestechender Form und auf dem Weg nach oben", betonte Kühnen.
Gegen Baghdatis zeigte Kohlschreiber auf dem gut besuchten Centre Court am Aumeister einmal mehr die gesamte Bandbreite seines Könnens, wollte den klaren Sieg aber auch nicht überbewerten. "Vom Ergebnis her ist es deutlich, aber es waren viele knappe Spiele, die auch anders hätten ausgehen können. Ich bin überglücklich, dass alle big points für mich gelaufen sind", sagte er.
Die Einschätzung traf schon auf das erste Spiel zu: 11 Minuten dauerte es, dann hatte der Deutsche das erste Break gegen Baghdatis.
Bis zum 4:0 benötigte Kohlschreiber nur weitere neun Minuten, nach 32 Minuten war der erste Satz vorbei, nach 81 Minuten dann mit Matchball Nummer vier das Match. Der Deutsche leistete sich gegen den Finalisten der Australian Open, der im Viertelfinale Alexander Waske (Frankfurt/Main) in drei hart umkämpften Sätzen ausgeschaltet hatte, nur zum 1:3 im zweiten Satz eine kleine Schwächephase, holte aber umgehend das Rebreak. "Ich hatte nie Angst, dieses Match, diese Partie zu verlieren", erklärte er.
Bei allem Selbstbewusstsein: Kohlschreiber weiß auch, dass er seinen derzeit beeindruckenden Leistungen zum Trotz noch Raum für Verbesserungen hat. "Es gibt einige Punkte, die ich besser machen könnte. Zum Glück bin ich noch nicht vollendet", sagte er. Schon im Finale, so hofft er, "kann ich einiges drauflegen".
Wenige Stunden nach seinem Final-Einzug im Einzel erreichte Kohlschreiber auch das Endspiel im Doppel. Der Augsburger kam an der Seite seines Endspiel-Gegners, dem Russen Michail Juschni, zu einem 4:6, 6:3, 10:8-Erfolg über die indisch-tschechische Kombination Mahesh Bhupati/Radek Stepanek. Im Finale treffen Kohlschreiber und Juschni auf das tschechische Duo Jan Hajek/Jaroslav Levisnky.
ATP-Turnier in München (353.450 Euro)
Halbfinale:
Philipp Kohlschreiber (Augsburg) - Marcos Baghdatis (Zypern/Nr. 4) 6:2, 6:3
Michail Juschni (Russland/Nr. 3) - Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 2) 6:4, 6:3
Damit im Finale am Sonntag: Kohlschreiber - Juschni
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