Daviscup: Kühnen beruft erstmals Becker
zuletzt aktualisiert: 28.01.2007 - 10:54Melbourne (RPO). Gute Nachricten für Tennisprofi Benjamin Becker: Der 25-Jährige steht vor seinem Debüt im deutschen Daviscup-Team. Kapitän Patrik Kühnen berief ihn für die Partie gegen Kroatien in Krefeld (9. bis 11. Februar) erstmals in sein Aufgebot.
Dafür verzichtet Kühnen auf den Bayreuther Florian Mayer, der bei den Australian Open in Melbourne immerhin die dritte Runde erreicht hatte. Neben Becker nominierte Kühnen erwartungsgemäß Melbourne-Halbfinalist Tommy Haas, Alexander Waske und Michael Kohlmann für das Doppel sowie als Ersatzmann Philipp Kohlschreiber.
Becker war in Melbourne zwar bereits in der ersten Runde an Marat Safin gescheitert, zeigte dabei über fünf Sätze allerdings eine starke Leistung. "Für meine Entscheidung haben letztlich Nuancen den Ausschlag gegeben", sagte Kühnen: "Ich denke, dass er auf Grund seiner Spielanlage am besten zu Mario Ancic und Ivan Ljubicic passt. Er hat ein schnelles und direktes Spiel."
Der Saarländer hat damit nur rund acht Monate nach seinem Debüt auf der ATP-Tour beim Turnier in Halle/Westfalen den Sprung ins Nationalteam geschafft. Schneller geht es kaum, selbst sein berühmter Namensvetter aus Leimen brauchte rund anderthalb Jahre zwischen Tour-Premiere und der ersten Daviscup-Berufung. "Da zu stehen und die Nationalhymne zu hören, zu wissen, dass man sein Land vertritt, das ist ein großer Traum von mir", erklärte Benjamin Becker.
Florian Mayer ist diesmal der Verlierer in Kühnens Aufstellungsroulette. Der 23-Jährige war fest davon ausgegangen, dass er in Krefeld spielen wird, nachdem er in Melbourne ein gutes Turnier absolviert hatte.
Enttäuschung bei Mayer
"Flo war natürlich enttäuscht, aber die Entscheidung ist nicht gegen ihn und nicht grundsätzlich", sagte Kühnen, der mit allen Spielern persönlich gesprochen hat: "Es war nicht einfach für mich, wir haben hinter Tommy zur Zeit drei gute, gleichwertige Spieler." Der immer noch verletzte Nicolas Kiefer steht schließlich auf unabsehbare Zeit nicht mehr zur Verfügung.
Philipp Kohlschreiber, der bei den Australian Open in der zweiten Runde ein starkes Match gegen Rafael Nadal zeigte, ist als fünfter Spieler und Trainingspartner vorgesehen.
Der 23-Jährige wird aber voll ins Team integriert. "Er muss ja einspringen, wenn sich einer verletzt", so Kühnen. Die Doppelspezialisten Waske und Kohlmann kommen für das Einzel nicht wirklich in Frage. Das ist auch ein Grund, warum der 19-jährige Mischa Zverev nicht als Trainingspartner nominiert wurde.
Auf Debütant Becker liegt nun also der Druck, gegen die kroatischen Weltklassespieler Ancic und Ljubicic anzutreten. Mit diesem Druck umzugehen, genau das traut Kühnen ihm zu.
Becker hat in Melbourne und auch in New York bei seinem Sieg über Andre Agassi bewiesen, dass er ein Spieler für die großen Matches ist. "Es war sehr beeindruckend, wie er sich präsentiert hat, voller Selbstvertrauen und ohne Angst", sagte Kühnen in Melbourne: "Und spielerisch ist er seit den US Open noch besser geworden."
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