Tennis in Berlin: Lisicki trumpft auf - Mauresmo sagt ab
zuletzt aktualisiert: 05.05.2008 - 19:00Berlin (RPO). Nachdem Sabine Lisicki auftrumpfte, hat die Tennisspielerin Angelika Bachmann bei den Qatar Telecom German Open in Berlin für eine gelungene Überraschung gesorgt. Die Qualifikantin aus Stuttgart setzte sich in der ersten Runde gegen Jekaterina Dschehalewitsch (Weißrussland) mit 7:6, 3:6 und 6:3 durch und zog in die zweite Runde ein.
Fed-Cup-Spielerin Sabine Lisicki hat zudem in ihrem Berliner "Wohnzimmer" den Aufwärtstrend der letzten Monate fortgesetzt und dem Deutschen Tennis Bund (DTB) bei den Qatar Telecom German Open einen Auftakt nach Maß beschert. Die 18-Jährige gewann nach einer starken Leistung in 80 umkämpften Minuten gegen die an Nummer 14 gesetzte Shahar Peer (Israel) mit 7:5, 6:1. Damit wird Lisicki in der nächsten Weltrangliste erstmals in den Top 100 geführt und ist ihrem großen Ziel, einem Platz in den Top 50 noch in diesem Jahr, einen großen Schritt näher gekommen.
Nach Lisicki erreichte auch Angelika Bachmann die zweite Runde. Die Qualifikantin aus Stuttgart setzte sich gegen Jekaterina Dschehalewitsch (Weißrussland) mit 7:6, 3:6 und 6:3 durch und trifft auf die Siegerin der Partie zwischen Angelique Kerber (Kiel) und Agnieszka Radwanska (Polen). Dagegen schied Julia Görges in der ersten Runde aus. Die 19 Jahre alte Fed-Cup-Spielerin aus Bad Oldesloe unterlag der an Nummer 13 gesetzten Russin Dinara Safina mit 3:6 und 4:6.
Für Angelique Kerber war indes die erste Runde bereits Endstation. Die Linkshänderin aus Kiel musste in ihrem Auftaktmatch gegen Agnieszka Radwanska (Polen) beim Stande von 0:6 und 3:5 wegen einer Handverletzung aufgeben. Die an Nummer elf gesetzte Polin trifft in der zweiten Runde auf Angelika Bachmann.
"Ich war so nervös. Ich mache mir immer so viel Druck, aber ich wollte hier auch unbedingt gewinnen. Das Turnier in Berlin ist für mich etwas ganz Besonderes. Hier trainiere ich seit sieben Jahren", sagte Lisicki, die mit ihrer Familie im Stadtbezirk Hohenschönhausen lebt. In der zweiten Runde trifft die Blondine, in der aktuellen Weltrangliste die Nummer 102, auf Sybille Bammer (Österreich), die sich mit 6:1 und 6:2 gegen Michaella Krajicek (Niederlande) durchsetzte.
Von Beginn an setzte Lisicki ihre Gegnerin mit präzisen Aufschlägen und einem variablen Spiel unter Druck. Zudem bewies die Spielerin vom gastgebenden LTTC Rot-Weiß Berlin ein großes Kämpferherz und ließ sich auch von einem 2:4-Rückstand im ersten Satz nicht aus dem Rhythmus bringen. "Beim 3:4 war die entscheidende Phase. Ich wurde besser und habe schließlich den Satz zugemacht", sagte Lisicki.
Im zweiten Satz hatte sie Peers Gegenwehr früh gebrochen und sorgte mit 6:1 für ein rasches Ende. "Das zeichnet sie aus. Sie kämpft wie ein Löwe und will immer gewinnen", sagte Vater und Trainer Richard, ein promovierter Sportwissenschaftler. "Ein Sieg gegen so gute Spielerinnen wie Peer zeigt mir, dass ich nicht so weit von ihnen entfernt bin", meinte Lisicki.
In ihrer Heimatstadt wollte die 18-Jährige vor den Augen ihrer Eltern und vieler Bekannter ihre gute Form der letzten Monate bestätigen. Auch den anfänglichen Lärm durch kreischende Schulklassen im Steffi-Graf-Stadion schüttelte sie schnell ab. "Damit hatte Shahar mehr Probleme", sagte Lisicki, die sich inzwischen einen Namen im Tennis gemacht hat: "Es hat sich schon einiges geändert. Ich werde mittlerweile anders wahrgenommen. Viele Top-Spielerinnen, die mich im letzten Jahr noch nicht kannten, sprechen jetzt mit mir."
Bei den Australian Open zu Beginn des Jahres machte der Teenager aus der Hautstadt mit dem Erreichen der dritten Runde erstmals auf der großen Tennis-Bühne auf sich aufmerksam. In Miami ging es sogar bis ins Achtelfinale. Bei den French Open Ende Mai in Paris muss Sabine Lisicki nicht mehr durch die anstrengende Qualifikation.
"Das ist schon ein großer Vorteil. Ich hoffe, dass ich dort einen weiteren Schritt nach vorne machen kann", sagte die Berlinerin. Seit einigen Jahren trainiert sie regelmäßig in der berühmten Tennis-Akademie von Nick Bollettieri in Bradenton/Florida, wo sie unter anderem von einem Mentaltrainer betreut wird. "So etwas muss heute einfach sein. Das hat ihr viel gebracht", sagte Vater Richard.
Resultate:
WTA-Turnier in Berlin (1,34 Mio. Dollar):
1. Runde: Sabine Lisicki (Berlin) - Shahar Peer (Israel/Nr. 14) 7:5, 6:1, Angelika Bachmann (Stuttgart) - Jekaterina Dschehalevitsch (Weißrussland) 7:6, 3:6, 6:3, Dinara Safina (Russland/Nr. 13) - Julia Görges (Bad Oldesloe) 6:3, 6:4, Agnes Szavay (Ungarn/Nr. 14) - Milagros Sequera (Venezuela) 6:2, 3: 0-Aufgabe Sequera, Aljona Bondarenko (Ukraine/Nr. 15) - Dominika Cibulkova (Slowakei) 6:4, 1:6, 7:6, Nadia Petrova (Russland/Nr. 16) - Katarina Srebotnik (Slowenien) 7:6, 3:6, 7:6, Francesca Schiavone (Italien) - Alize Cornet (Frankreich) 7:5, 4:6, 6:3, Kaia Kanepi (Estland) - Karin Knapp (Italien) 6:0, 6:1, Caroline Wozniacki (Dänemark) - Tatiana Golovin (Frankreich) 7:6, 6:2, Lucie Safarova (Tschechien) - Virginie Razzano (Frankreich) 6:4, 7:5, Yung-Jan Chan (Taipeh) - Pauline Parmentier (Frankreich) 7:5, 2:6, 6:4, Katerina Bondarenko (Ukraine) - Tamira Paszek (Österreich) 6:4, 6:3
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