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German Open in Berlin: Lisicki versagen die Nerven

zuletzt aktualisiert: 07.05.2008 - 17:29

Berlin (RPO). Den Sieg vor Augen versagten Sabine Lisicki am Ende die Nerven: Die deutsche Tennis-Hoffnung unterlag bei den Qatar Telecom German Open in Berlin in der zweiten Runde trotz einer 5:1-Führung im letzten Satz mit 3:6, 6:1 und 6:7 (5:7) der Österreicherin Sybille Bammer und muss nach dem Tennis-Krimi ihren Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen wohl endgültig begraben.

Sabine Lisicki ist in Berlin ausgeschieden.  Foto: AP, AP
Sabine Lisicki ist in Berlin ausgeschieden. Foto: AP, AP

Kurz nach dem Aus der 18 Jahre alten Lokalmatadorin scheiterte auch die Münchnerin Angelika Bachmann. Die 28 Jahre alte Qualifikantin verlor mit 1:6 und 1:6 gegen die an Nummer elf gesetzte Polin Agnieszka Radwanska. Damit sind im Einzel bereits alle Vertreterinnen des Deutschen Tennis Bundes (DTB) an der Hundekehle ausgeschieden.

Im Achtelfinale stehen dagegen erwartungsgemäß die an Nummer eins und zwei gesetzten Justine Henin (Belgien) und Ana Ivanovic (Serbien). Während sich die Weltranglistenerste Henin mit 6:0 und 6:2 gegen Chan Yung-Jan aus Taiwan durchsetzte, bezwang Titelverteidigerin Ivanovic die Usbekin Akgul Amanmuradowa 7:6 (7:0) und 6:2.

Schon vor Lisickis Match gegen die Weltranglisten-23. Bammer hatte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner einen "harten Kampf und eine schwierige Aufgabe" prognostiziert. Letztendlich wurde es ein Krimi, in dem die von ihrem Vater Richard trainierte Lisicki schon wie die sichere Siegerin aussah.

Doch sowohl bei einer 5:1-Führung als auch bei einem Matchball beim Stand von 6:5 im letzten Satz versagten dem Talent vor eigenem Publikum die Nerven. Am Ende stand Lisicki nach 135 Minuten die Enttäuschung im Gesicht.

Durch die Niederlage vor 2500 Zuschauern auf Court Nummer eins sank die Chance der Fed-Cup-Spielerin auf ein Ticket zu den Sommerspielen nach Peking praktisch gen null. Der Traum des Teenagers aus der Hauptstadt wäre aber wohl selbst bei einem Sieg nur eine Luftblase geblieben.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) verlangt nämlich von den deutschen Tennis-Frauen nach den French Open (Stichtag: 9. Juni) als Qualifikationsnorm mindestens Weltranglistenlatz 24, obwohl die internationalen Kriterien nur Rang 56 vorschreiben.

"Das ist ein absoluter Witz und eine Respektlosigkeit gegenüber den Spielerinnen, die von den Olympischen Spielen träumen", sagte Rittner. "Ginge es nach den internationalen Normen, hätte Sabine durchaus noch Chancen auf eine Olympia-Teilnahme", meinte die erboste Bundestrainerin.

Derzeit wird Lisicki auf Position 102 der Weltrangliste geführt, sie klettert aber in der nächsten Woche erstmals unter die Top 100. Und noch in diesen Jahr will die Blondine unter die besten 50 der Welt.

Immerhin lässt der DOSB weitere Möglichkeiten für eine Olympiateilnahme zu: Entweder muss Lisicki bei den French Open für eine Überraschung sorgen und das Viertelfinale erreichen, oder die 18-Jährige dringt nächste Woche in Rom, falls sie dort antritt, bis ins Halbfinale vor. Auch eine DOSB-Einzelfallentscheidung wäre möglich, diese ist aber äußerst unwahrscheinlich.

Dennoch war Rittner, die ihren Vertrag beim DTB gerne über das Jahr 2008 hinaus verlängern möchte, mit dem Auftritt ihres größten Talentes beim mit 1,34 Millionen Dollar dotierten Turnier in Berlin sehr zufrieden: "Mit dem Erstrundensieg hatte Sabine das Soll schon erfüllt, alles Weitere war für sie die Kür. Obwohl ein Achtelfinale gegen Ivanovic natürlich super gewesen wäre."

Quelle: sid

 
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