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Daviscup: Ljubicic gleicht Haas-Führung aus

zuletzt aktualisiert: 09.02.2007 - 20:44

Krefeld (RPO). Nach den ersten beiden Einzeln im Daviscupmatch zwischen Deutschland und Kroatien in Krefeld steht es 1:1-remis. Tommy Haas hatte die Gastgeber in Führung gebracht, Benjamin Becker kassierte im zweiten Spiel gegen den kroatischen Topspieler Ivan Ljubicic eine 7:6 (7:4), 4:6, 2:6, 3:6-Niederlage. Zum Auftakt hatte Haas mit 2:6, 6:4, 6: 4, 6:4 gegen Mario Ancic gewonnen.

Für das Doppel am Samstag (ab 13.45 Uhr) sind Alexander Waske und Michael Kohlmann sowie Ancic und Ljubicic vorgesehen. Gut möglich allerdings, dass Teamkapitän Patrik Kühnen Haas anstelle von Kohlmann auf den Platz stellt. Bei Kroatien ist ein Ersatz für den nach eigenem Bekunden stark erkälteten Ancic denkbar. Der Sieger von Krefeld spielt im Viertelfinale vom 6. bis 8. April gegen Australien oder Belgien.

"Das war sicher eines meiner besten Daviscup-Matches", sagte Haas sichtlich erleichtert und stolz. Sein bis dato letzter Auftritt in der deutschen Mannschaft beim Playoff im September in Düsseldorf gegen Thailand hatte in einem sportlichen Desaster und einer Niederlage gegen Danai Udomchoke geendet.

"Das habe ich abgehakt", versicherte Haas: "Ich hätte damals im Vorfeld ehrlicher sein und zugeben sollen, dass ich mental und körperlich nicht fit war. Das hat sich gerächt, aber es spielt heute keine Rolle mehr."

Ancic schiebt Niederlage auf Krankheit

Haas ließ sich in seiner Freude über das gelungene Match auch nicht von der Aussage seines Gegners irritieren, es habe lediglich "der gesündere Spieler gewonnen". Ancic hatte seit Mittwoch gekränkelt und berichtete, er habe gegen Ende des Matches "überhaupt nicht mehr gewusst, wo ich war". Haas konterte diese Aussage kühl und selbstbewusst: "Wir waren beide am Schluss ein bisschen müde, das ist nach drei Stunden aber normal."

Haas hatte allerdings schon im ersten Satz ein bisschen lethargisch gewirkt und Ancic mit sehenswerten Volleys das Spiel überlassen. Im Gegensatz zu den Australian Open in Melbourne, als Haas auf dem Weg ins Halbfinale teilweise lautstarke Selbstgespräche auf dem Platz geführt hatte, war von dem 28-Jährigen in Krefeld zunächst nichts zu hören und auch nicht viel zu sehen. Nach 38 Minuten gewann Ancic den ersten Satz mit 6:2.

Im zweiten Durchgang kam ein anderer Tommy Haas auf den Platz. Die Körpersprache war nun eine ganz andere, er war angespannt, auf der Hut, ließ keine Chance ungenutzt und zwang seinen Gegner in die Defensive. Vor allem mit der Vorhand, mit der er für gewöhnlich sein offensives Spiel steuert, produzierte Ancic in Bedrängnis ungewöhnlich viele Fehler.

Nach dem Satzausgleich begann der dritte Satz wie der zweite mit einem Break von Tommy Haas, den die deutsche Box mit Stimmungsmacher Alexander Waske an der Spitze unermüdlich anfeuerte. In fast jedem Aufschlagspiel hatte Ancic Breakbälle, doch er konnte keinen davon nutzen. "Das war sicher der Schlüssel, dass ich so viele Breakchancen abgewehrt habe", sagte Haas.

Haas im vierten Satz klar besser

Im vierten Satz war Haas dann eindeutig Herr auf dem Platz. Zwar erzwang Ancic trotz seines immer fehlerhafteren Spiels ein ums andere Mal Breakbälle, doch der Kroate vermochte seine Chancen an diesem Tag einfach nicht zu nutzen. Haas wirkte ungeheuer souverän und sicher und hatte die Partie jederzeit unter Kontrolle.

Nach 3:05 Stunden verwandelte er unter dem Jubel der 4600 Zuschauer in der ausverkauften Halle seinen ersten Matchball, riss sich die Kappe vom Kopf und klopfte sich mit der Faust zweimal stolz auf die linke Brust. "Hier heißt es nicht Spiel Haas sondern Spiel Deutschland", erklärte er später: "Das ist etwas ganz anderes als sonst."

Auch für Benjamin Becker war es anders als sonst, stand der 25-Jährige doch erstmals für Deutschland auf dem Platz. Lange sah es so aus, als könne er den ungewohnt reserviert spielenden Ljubicic in den Griff bekommen, doch nach dem im Tiebreak gewonnenen ersten Satz gelang es Becker nicht mehr, das Kommando zu übernehmen. Unspektakulär, aber routiniert spulte Ljubicic sein Programm ab und verwandelte schließlich Matchball zum 1:1-Ausgleich für seine Mannschaft.


STATISTIK:

Daviscup, Weltgruppe, 1. Runde:

In Krefeld: Deutschland - Kraotien 1:1. - Tommy Haas - Mario Ancic 2:6, 6:4, 6:4, 6:4, Benjamin Becker - Ivan Ljubicic 7:6 (7: 4), 4:6, 2:6, 3:6

In Clermont: Frankreich - Rumänien 2:0. - Richard Gasquet - Victor Hanescu 7:5, 6:2, 6:2, Sebastien Grosjean - Andrei Pavel 4: 6, 5:7, 6:3, 6:1, 6:2

In Minsk: Weißrussland - Schweden 0:2. - Wladimir Woltschkow - Robin Söderling 3:6, 6:7 (3:7), 1:6, Max Mirnji - Thomas Johansson 4:6, 4:6, 4:6

In Genf: Schweiz - Spanien 1:1. - Marco Chiudinelli - Fernando Verdasco 6:3, 6:4, 3:6, 7:6 (7:2), Stephane Bohli - David Ferrer 3: 6, 2:6, 2:6

In Linz: Österreich - Argentinien 0:2. - Stefan Koubek - Jose Acasuso 6:7 (6:8), 1:6, 4:6, Jürgen Melzer - Guillermo Canas 6:7 (6: 8), 2:6, 4:6

In Ostrau: Tschechien - USA 1:1. - Ivo Minar - Andy Roddick 4: 6, 6:4, 2:6, 3:6, Tomas Berdych - James Blake 6:1, 2:6, 7:5, 7:5

In La Serena: Chile - Russland (TV) 0:1. - Nicolas Massu - Marat Safin 3:6, 2:6, 2:6

In Lüttich: Belgien - Australien 1:0. - Kristof Vliegen - Lleyton Hewitt 4:6, 6:4, 3:6, 6:3, 6:4

Quelle: sid

 
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