Tennis-Turnier am Rothenbaum: Mathieu im Endspiel gegen Dawydenko
zuletzt aktualisiert: 25.07.2009 - 20:25Hamburg (RPO). Er ist der Favorit des Hamburger Tennis-Turniers - und braucht nur noch einen Sieg, um dieser Rolle vollends gerecht zu werden. Nikolai Dawydenko hat das Finale erreicht und trifft dort auf den FranzosenPaul-Henri Mathieu.
Mathieu setzte sich im ersten Halbfinale der International German Open vor 5400 Zuschauern mit 4:6, 6:3, 7:5 gegen den Qualifikanten Pablo Cuevas aus Uruguay durch. Anschließend bezwang Dawydenko den Spanier David Ferrer mit 7:5, 7: 6 (7:2). Im direkten Vergleich zwischen beiden Spielern steht es vor dem Finale am Sonntag bislang 3:3.
Der an zwei gesetzte Dawydenko wurde mit der Finalteilnahme seiner Favoritenrolle am Rothenbaum bislang gerecht und greift am Sonntag (15 Uhr) nach dem 15. Titel seiner Karriere. Der 28-Jährige war in diesem Frühjahr erstmals seit vier Jahren aus den Top-Ten der Weltrangliste gefallen, weil er über zwei Monate wegen einer Fersenverletzung pausieren musste. "Ich fühle mich zwar noch nicht hundertprozentig fit", sagte Dawydenko, "aber ich treffe den Ball gut." Mit dem Finaleinzug ist er auch wieder unter die besten Zehn im ATP-Computer zurückgekehrt.
Im ersten Halbfinale hatte Mathieu den Erfolgsweg von Qualifikant Cuevas gestoppt. Mathieu hat zum achten Mal das Endspiel eines ATP-Turnier erreicht und greift nun zum fünften Turniersieg seiner Laufbahn. "Wenn man im Endspiel steht, will man natürlich auch den Titel gewinnen", sagte der 27-Jährige, "ich bin also noch nicht zufrieden, sondern bereite mich jetzt auf das Finale vor."
Der Weltranglisten-39. wird sich im neuen ATP-Ranking ab Montag wieder auf einen Platz um die 30 verbessern. Mathieu, der im Achtelfinale den deutschen Aufsteiger Daniel Brands ausschaltete, ist der erste Franzose im Rothenbaum-Endspiel seit Richard Gasquet, der 2005 Roger Federer unterlag. Letzter französischer Champion in der Hansestadt war Henri Leconte 1986.
Mathieu und Cuevas mussten in ihrem Match eine kuriose Situation überstehen. Nach dem zweiten Satz wurde die Partie für 39 Minuten unterbrochen. Trotz des geschlossenen Schiebedaches leckte es bei sintflutartigem Regen an einer Stelle hinter der Grundlinie durch die Membran durch, sodass sich eine feuchte Stelle auf dem Sandplatz bildete. Gleichzeitig ergoss sich ein "Wasserfall" an einer Stelle auf die Zuschauertribüne. Eine Pumpe, die die Wassermassen aus der Regenrinne entfernen soll, war ausgefallen.
Anschließend hatte Mathieu den besseren Start und führte schnell mit 4:0. Cuevas kam unter dem Jubel der Zuschauer aber zurück und glich zum 5:5 aus. "Danach habe ich etwas die Konzentration verloren, ich dachte, ich habe das Spiel im Griff", sagte der 23-Jährige, "das darf mir nicht passieren. Ich bin jetzt sehr enttäuscht."
Der Südamerikaner spielte in der Hansestadt das erfolgreichste Tennis seines Lebens. Einschließlich der zwei Qualifikationsspiele erlitt er in sechs Matches bis zum Halbfinale keinen Satzverlust. Im Achtelfinale schaltete er den größten deutschen Hoffnungsträger Philipp Kohlschreiber aus. Er wird in der neuen Weltrangliste von Platz 107 auf einen Rang um 75 vorrücken.
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