Davis Cup: Mayer und Beck sorgen für deutschen 5:0-Sieg
zuletzt aktualisiert: 19.09.2010 - 15:17Stuttgart (RPO). Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen erlaubte sich nach dem erfolgreichen Klassenerhalt in der Weltgruppe einen Blick auf die Nationen-Weltrangliste und in die Zukunft. "Gegen sechs von acht möglichen Gegnern haben wir Heimrecht", sagt der Münchner und hofft nach dem 5:0-Sieg gegen Südafrika auf Losglück am Mittwoch, wenn in London die erste Runde der Weltgruppe 2011 gezogen wird.
Die Pflicht wurde erledigt - Träume sind wieder erlaubt. USA, Spanien, Frankreich, alles ist möglich nachdem das Team in Stuttgart mit dem Erfolg im Relegationsspiel den Abstieg verhindert hat und damit im sechsten Jahr in Folge der Elitegruppe der besten 16 Tennisnationen angehört.
Schon am Samstag entschied die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) nach dem 6:4, 3:6, 6:3, 6:4-Erfolg von Christopher Kas und Andreas Beck gegen Wesley Moodie und Rik de Voest mit der 3: 0-Führung das Match. Beck (7:5, 6:2 gegen Izak van der Merwe) und Florian Mayer (6:3, 6:7 (8:10), 6:2 gegen Rik de Voest) sorgten am Sonntag schließlich für den ersten 5:0-Erfolg eines deutschen Teams seit dem Sieg gegen Israel 2004.
"Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung", sagte Kühnen: "Besonders schön war es, dass jeder Spieler hier einen Punkt zum Sieg beigetragen hat." Entsprechend fröhlich feierten sie den Erfolg schon am Samstag. Zunächst ließen sie sich noch auf der Klubanlage im VIP-Zelt feiern, dann ging es in die Innenstadt in ein angesagtes Restaurant. "Für das deutsche Tennis ist es ganz wichtig, dass wir weiter zur Weltgruppe gehören", sagt Kühnen.
Der Davis Cup ist schließlich eines der wenigen Ereignisse, das dem Sport eine noch etwas größere öffentliche Aufmerksamkeit beschert, solange nicht ein einzelner Spieler auf den ganz großen Turnieren mal wieder für Furore sorgt. Zehn Spieler aus Deutschland stehen unter den Top 100 der Weltrangliste, aber eben keiner unter den ersten 30.
"Man hat ja 2007 gesehen, welch große Resonanz eine Halbfinalteilnahme hervorrufen kann", sagt Kühnen und erinnert sich an das Spiel gegen Russland. Dann könnten auch mehr als die insgesamt rund 5500 Fans kommen, die am Weissenhof über drei Tage für Stimmung sorgten.
Der 44-Jährige hat das Ziel noch nicht aufgegeben, mit seiner Mannschaft für Furore zu sorgen. Sein Vertrag mit dem DTB wird demnächst um zwei Jahre verlängert, beide Seiten wollen. "Es gibt keinen Grund, nicht mit Patrik zu verlängern", sagte DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard: "Die Verträge sind vorbereitet."
Die Spieler stehen jedenfalls voll hinter dem Teamgedanken. Ein Traum sei es gewesen, ausgerechnet in seiner Heimatstadt im Doppel den entscheiden Punkt zu holen, sagte Andreas Beck: "Wir haben hier unheimlich gefightet." Florian Mayer freute sich unbändig, dass er nach zweieinhalb Jahren ein Comeback geben durfte - und Spitzenspieler Kohlschreiber unterstrich: "Ich spiele gerne für mein Land. Es macht Riesenspaß."
Der 27-Jährige will mit Hilfe seines neuen Trainers Miles Maclagan 2011 den Schritt unter die Top 20 der Weltrangliste machen, trotzdem ließ er keinen Zweifel, dass er kommt, wenn Kühnen ruft: "Ich werde in den nächsten Jahren immer für das Team zur Verfügung stehen."
Kohlschreiber dürfte der einzige gesetzte Spieler sein, wenn es im März wieder losgeht. Der Gegner, der Belag, die aktuelle Form, all das spielt bei der Aufstellung eine Rolle. Außerdem hat Wimbledonsieger Philipp Petzschner angekündigt, wieder mitspielen zu wollen, und Tommy Haas arbeitet an seinem Comeback.
Andere wie Benjamin Becker, Simon Greul und Michae Berrer hatten sich in den Tagen von Stuttgart beim Team gemeldet. "Wir hatten noch nie so eine große Gruppe deutscher Spieler mit so einem Zusammengehörigkeitsgefühl", sagte Christopher Kas.
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