Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
           
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Rheinische Post Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
fSAT_EUROPE__FLIP__5795906_0.jpg
  Foto: afp, GREG WOOD
Kommentare ()

Episches Finale zwischen Djokovic und Nadal: Am Ende aller Kräfte

zuletzt aktualisiert: 30.01.2012 - 11:26

Melbourne (RPO). Nach dem längsten Grand-Slam-Finale der Geschichte gaben Novak Djokovic und Rafael Nadal mitten in der Nacht Einblicke in ihr Seelenleben. Die Sportwelt lag den beiden Matadoren einer unvergesslichen Sommernacht da schon längst zu Füßen.

Als es nach dem nächtlichen Feuerwerk fast schon wieder hell wurde über Melbourne, hatte endlich auch Rafael Nadal sein Lachen wiedergefunden. Auf die Frage, ob er sich irgendwann das historische und knapp sechsstündige Finale der Australian Open 2012 auf DVD anschauen werde, entgegnete der Spanier um 3.15 Uhr in der Früh: "Nein, zu lang. Höchstens die Highlights." Und Nadal, der Verlierer, der nach einem Gänsehaut-Match bei 30 Grad wie ein zweiter Sieger gefeiert worden war, zeigte sein schönstes Lausbubenlachen.

Nur wenig später gab der strahlende Triumphator Novak Djokovic, der nach dem Matchball in bester Robert-Harting-Manier sein Shirt zerrissen hatte, Einblicke in sein Seelenleben. 1000 Gedanken seien ihm im fünften Satz durch den Kopf geschossen. Der Fokus lag einzig darauf, "das Richtige vom Falschen" zu unterscheiden. "Ich hatte noch nie dermaßen ausgeprägten Gefühle: Schmerzen, Leidenschaft, deine Zehen brennen, alles war haarsträubend. Wenn ich höre, dass dies das längste Grand-Slam-Finale der Geschichte war, könnte ich weinen", sagte der Serbe nach dem 5:7, 6:4 6:2, 6:7 (5:7), 7:5 in der Rekordzeit von 353 Minuten.

"Das größte Match aller Zeiten"

Was die Presse dazu veranlasste, nach Superlativen zu suchen. "Das größte Match aller Zeiten", titelte The Age und setzte zur Sicherheit noch ein klitzekleines Fragezeichen dahinter, während die Schlagzeile der Herald Sun einer Lebensweisheit glich: "Gib niemals auf." Daneben war Djokovic abgebildet, wie er im Stile eines Leichtathleten nach einem Weltrekord mitsamt seinem Siegerpokal neben der Anzeigetafel mit den geschichtsträchtigen Zahlen hockte: 5:53.

Der "Djoker" war nach der "Schlacht" (The Australian) in der Rod-Laver-Arena ebenso ausgepumpt wie fasziniert von der Magie des Moments. Insgesamt 17 Punkte mehr als Nadal hatte der amtierende Wimbledon- und US-Open-Sieger in der gefühlten Ewigkeit gemacht (193:176). 57 Gewinnschlägen standen 44 gegenüber, 69 unerzwungene Fehler unterliefen Djokovic, 71 dem Spanier.

Seinen Freunden und Teammitgliedern, die er in den Katakomben der Rod-Laver-Arena einzeln abgebusselt hatte, gab Djokovic allerdings einen Hinweis mit auf den Weg. "Jetzt will ich erst einmal ein paar Wochen nicht über Tennis reden", sagte der weltbeste Spieler, der zwei Wochen die Füße hochlegen will, ehe er das nächste Ziel angeht.

"An Essen denke ich jetzt nicht"

Was da heißt: French Open. Der Sandplatz-Titel von Roland Garros fehlt dem 24-Jährigen noch in seiner Grand-Slam-Sammlung. "In Paris möchte ich unbedingt ins Finale. Ich habe das Gefühl, dass ich das erreichen kann", sagte Djokovic, ehe er um kurz nach 4 Uhr früh die Pressekonferenz verließ. Frühstück gefällig? "Nein", antwortete der siegreiche Marathonmann, "an Essen denke ich jetzt nicht."

Hinter Nadal lag derweil eine seiner bittersten Niederlage, die sich für den "Kampfstier von Manacor" aber irgendwie anfühlte wie eine Wiederauferstehung. Sechsmal hatte er im vergangenen Jahr in Finals gegen Djokovic gespielt - und sechsmal verloren. Am Ende der abgelaufenen Saison, gemessen an den Titeln die schwächste seit 2004, hatte Nadal sogar zugegeben, ein bisschen Leidenschaft für sein große Leidenschaft eingebüßt zu haben. "Das war aber nicht Rafaels wirkliches Problem. Sein einziges Problem war Djokovic", hat Tommy Haas in den Tagen von Melbourne gesagt.

Im Endspiel der Australian Open vertrieb der 25-Jährige dann endgültig alle Dämonen aus seinem Kopf. "Es war schön zu merken, dass ich keine mentalen Probleme hatte. Ich habe Novak in Situationen gebracht, in die ich ihn 2011 nicht bringen konnte", sagte "Rafa" zufrieden. Vergessen war da schon die entscheidende Phase im fünften Satz, als er nach einem Break eine 4:2-Führung nicht ins Ziel retten konnte.

Aber Nadal schien erstmals seit langem wieder mit sich und der Tennis-Welt im Reinen zu sein. "Ich habe viel mit Herz und mit Köpfchen gespielt, und ich habe gelitten. Aber es war richtig schön, den Körper ans Limit zu bringen", berichtete Nadal - und die Freude war ihm in den historischen Augenblicken von Melbourne deutlich anzusehen.

Quelle: sid
Mehr zu den Themen dieses Artikels

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung. Beachten Sie
dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Stranzl: "Insgesamt fehlte uns die Konstanz"

Borussia Mönchengladbach

Stranzl: "Insgesamt fehlte uns die Konstanz"

Borussia Mönchengladbach hat sich mit einem 3:4 gegen Bayern München in die Sommerpause verabschiedet. Abehrchef Martin Stranzl zieht ein Fa ... mehr 

Argentinier schwört Treue

Messi: "Kann nur für Barcelona spielen"

Der viermalige Weltfußballer Lionel Messi hat erneut bestätigt, dass ein Wechsel für ihn wohl nicht infrage kommt. "Ich kann für kein andere ... mehr 

Videos

Video

Vorgestellt: Nashorn Kibibi aus dem Krefelder Zoo

Kibibi ist zwei Jahre alt und lebt im Krefelder Zoo. Doch lange kann sie dort nicht mehr bleiben, denn ihre Mutter ist erneut schwanger. ... mehr 

Der VfL Wolfsburg sichert sich im Pokalfinale das Double

O-Ton 1, Trainer Ralf Kellermann, VfL Wolfsburg: mehr 

Auf einen Blick
Weitere Sportarten
Bilderserien Sport
Die Golf-Weltrangliste
Die Golf-Weltrangliste
Wir zeigen Ihnen die aktuelle Golf-Weltrangliste. Stand: 20. Mai 20 .. mehr 
 
Die Golf-Weltrangliste
Die Golf-Weltrangliste
Wir zeigen Ihnen die aktuelle Golf-Weltrangliste. Stand: 20. Mai 20 ..
mehr 
Die Tennis-Weltrangliste der Damen
Die Tennis-Weltrangliste der Damen
Wir zeigen Ihnen die aktuelle Tennis-Weltrangliste der Frauen. Stan ..
mehr 
Die Tennis-Weltrangliste der Herren
Die Tennis-Weltrangliste der Herren
Wir zeigen Ihnen die aktuelle Tennis-Weltrangliste der Herren. St ..
mehr 
CL 12/13: Münchner Philharmoniker wünschen dem FC Bayern Glück
CL 12/13: Münchner Philharmoniker wünschen dem FC Bayern Glück
Die Münchner Philharmoniker wünschen dem FC ..
mehr 
Fortunas Fans demonstrieren für Meier
Fortunas Fans demonstrieren für Meier
Fortunas Fans zeigten wärhend des Spiel bei ..
mehr 
Bundesliga 12/13, 34. Spieltag: Pressestimmen
Bundesliga 12/13, 34. Spieltag: Pressestimmen
Wir haben den Medienwald für Sie durchforstet.
mehr 
NBA-Play-offs 12/13: San Antonio - Memphis 105:83
NBA-Play-offs 12/13: San Antonio - Memphis 105:83
Sehen Sie die besten Bilder des Spiels.
mehr 
 
Anzeige:
MEHR

Asarenka gewinnt Australian Open

"Queen Victoria"dank Oma auf Platz eins

Im "magischsten Moment" ihrer Karriere wurde die sonst so laute Wiktoria Asarenka ganz still. Erst versagte der neuen Nummer eins des Damen-Tennis komplett die Stimme, dann dankte sie ganz leise ihrer Oma. mehr

 
 

Vor Australien-Open-Finale

Nadal glaubt nicht an Djokovic-Allergie

 
 

Damen-Finale in Melbourne

Kreisch-Ladys bitten zum Showdown

 
Jetzt Fan werden!

Werden Sie jetzt Facebook-Fan von RP ONLINE und verpassen Sie keine News mehr.

Jetzt Facebook-Fan werden von RP ONLINE