Australian Open: Deutsche Qualifikantin überrascht weiter
zuletzt aktualisiert: 17.01.2008 - 16:56Melbourne (RPO). Die deutsche Tennisspielerin Sabine Lisicki ist bei den Australian Open in Melbourne weiter auf dem Vormarsch. Die erst 18 Jahre alte Qualifikantin steht nach einem 6:1, 7:5 gegen Marija Korittsewa aus der Ukraine in Runde drei.
Dort trifft die Berlinerin nun auf die erst 17 Jahre alte Dänin Caroline Wozniacki. Lisicki nimmt in Australien an ihrem ersten Grand-Slam-Turnier teil. Sie wurde vor dem Turnier als Nummer 194 der Weltrangliste geführt. In Melbourne ist die Newcomerin einzige von acht gestarteten deutschen Damen in der dritten Runde. "Richtig begreifen werde ich das wahrscheinlich erst später", sagte sie.
Ganz knapp ist dagegen Denis Gremelmayr gescheitert. Der für Mannheim spielende Lampertheimer lieferte dem US-Amerikaner Vincent Spadea einen großen Kampf und den Zuschauern einen echten Thriller, den er mit 6:4, 2:6, 3:6, 6:2, 7:9 verlor.
Dabei konnte er im fünften Satz beim Stand von 6:5 drei Matchbälle nicht nutzen. "Die Enttäuschung ist sehr groß, im Nachhinein könnte ich alles kaputtschlagen", sagte der 26-Jährige: "Ich habe gekämpft bis zum Ende, aber ich habe meine Chance nicht genutzt."
Roger Federer brauchte unterdessen nur 81 Minuten. 6:1, 6:2, 6:0 gegen Fabrice Santoro (Frankreich), dritte Runde erreicht. Danke, auf Wiedersehen. Gleichzeitig spielte Novak Djokovic, Nummer drei der Welt, Herausforderer des Schweizer Meisters: 6:1, 6:2, 6:2 gegen Simone Bolelli (Italien). 93 Minuten Spielzeit. Federer und Djokovic sind eine Klasse für sich und demonstrieren das auch in Melbourne.
Der an Nummer fünf gesetzte David Ferrer (Spanien) hat allerdings auch noch keinen Satz verloren. In der unteren Hälfte der Auslosung haben Rafael Nadal und Andy Roddick noch einen weiße Weste. Die Herren haben es eilig, so eilig wie selten bei einem Grand-Slam-Turnier.
Zuletzt war es ja meist so: Die besten Frauen eilen bis ins Viertelfinale ohne nennenswerten Widerstand voran. Die Männer aber mussten kämpfen, Satzverluste, Tiebreaks auch mal ein Favorit raus gegen die Nummer 146 der Welt. In Melbourne ist das diesmal anders. Die topgesetzte Justine Henin hat in zwei Matches schon zehn Spiele abgegeben, Federer sechs.
Ivanovic ohne Probleme
Die an vier gesetzte Ana Ivanovic (Serbien) machte zwar mit Tathiana Garbin beim 6:0, 6:3 kurzen Prozess, hatte aber in Runde eins Mühe. Die Weltranglisten-Zweite Swetlana Kusnezowa musste bei ihrem 7:6 (7:0), 6:2-Erfolg über die Bulgarin Zweta Pironkowa sogar in den Tiebreak.
Dagegen waren bislang die Spiele der besten Männer so einseitig, dass der Kommentator des Sydney Morning Herald ironisch die alte Diskussion über das gleiche Preisgeld wiederbelebt: "Es ist selbst für den größten Fans schwer zu rechtfertigen, dass die Männer genausoviel des obszön großen Preisgeldes erhalten wie die Frauen." Umgerechnet rund 12,4 Millionen Euro werden in Melbourne vergeben, rund 828.000 Euro erhalten die jeweiligen Turniersieger im Einzel.
Bei den Frauen hat Venus Williams am Donnerstag mit einem knappen 7:5, 6:4 über die Französin Camille Pin die dritte Runde erreicht, in der sie auf Indiens Topstar Sania Mirza trifft. Beide haben zuletzt unter anderem durch Diskussionen über ihre Körperteile für Schlagzeilen gesorgt. Mirza sieht sich in ihrer Heimat einer bizarr anmutenden Anklage wegen Verunglimpfung des Vaterlandes gegenüber, weil auf einem Foto ihre nackten Füße zufällig neben der indischen Fahne zu sehen sind.
Venus Williams, oder besser ihr verlängerter Rücken, sorgte für Aufsehen, weil der australische Fernsehkommentator Roger Rasheed im Match mehrmals ausdrücklich darauf hinwies, wie gerne er sich ihr Hinterteil ansehe. Die Diskussion über Sexismus war eröffnet und wurde ganz schnell wieder von Schwester Serena gestoppt: "Venus hat einen super Po. Der sieht doch toll aus."
Australian Open in Melbourne (18,0 Mio. Dollar):
Männereinzel, 2. Runde: Vincent Spadea (USA) - Denis Gremelmayr (Mannheim) 4:6, 6:2, 6:3, 2:6, 9:7, Roger Federer (Schweiz/Nr. 1/TV) - Fabrice Santoro (Frankreich) 6:1, 6:2, 6:0, Novak Djokovic (Serbien/Nr. 3) - Simone Bolelli (Italien) 6:1, 6:2, 6:2, David Ferrer (Spanien/Nr. 5) - Juan Martin Del Potro (Argentinien) 6:3, 6:4-Aufgabe Del Potro, Fernando Gonzalez (Chile/Nr. 7) - Lee Hyung-taik (Südkorea) 4:6, 6:3, 6:2, 6:4, David Nalbandian (Argentinien/Nr. 10) - Peter Luczak (Australien) 4:6, 7: 5, 6:4, 6:1, James Blake (USA/Nr. 12) - Michael Russell (USA) 6:3, 6:2, 6:2, Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 13) - Oscar Hernandez (Spanien) 6:2, 6:1, 6:3, Marcos Baghdatis (Zypern/Nr. 15) - Marat Safin (Russland) 6:4, 6:4, 2:6, 3:6, 6:2, Lleyton Hewitt (Australien/Nr. 19) - Denis Istomin (Usbekistan) 7:6 (7:5), 6:3, 5: 7, 6:1, Juan Monaco (Argentinien/Nr. 21) - Amer Delic (USA) 6:3, 7: 6 (8:6), 5:7, 6:7 (8:10), 8:6, Juan Carlos Ferrero (Spanien/Nr. 22) - Alun Jones (Australien) 6:4, 6:4, 6:2, Janko Tipsarevic (Serbien) - Fernando Verdasco (Spanien/Nr. 25) 7:5, 7:6 (7:3), 7:6 (7:3), Sam Querrey (USA) - Dimitri Tursunow (Russland/Nr. 32) 7:6 (7:5), 4:6, 6:4, 6:2, Marin Cilic (Kroatien) - Jürgen Melzer (Österreich) 6:4, 6:3, 6:4, Sebastien Grosjean (Frankreich) - Robin Haase (Niederlande) 4:6, 6:4, 6:0, 6:7 (4:7), 6:4
Fraueneinzel, 2. Runde: Sabine Lisicki (Berlin) - Marija Koryttsewa (Ukraine) 6:1, 7:5, Swetlana Kusnezowa (Russland/Nr. 2) - Tsweta Pironkowa (Bulgarien) 7:6 (7:0), 6:2, Anna Tschakwetadse (Russland/Nr. 6) - Alisa Kleybanowa (Russland) 6:3, 6:4, Venus Williams (USA/Nr. 8) - Camille Pin (Frankreich) 7:5, 6:4, Daniela Hantuchova (Slowakei/Nr. 9) - Alize Cornet (Frankreich) 6:2, 7:5, Nadja Petrowa (Russland/Nr. 14) - Anne Kremer (Luxemburg) 7:5, 7:5, Caroline Wozniacki (Dänemark) - Aljona Bondarenko (Ukraine/Nr. 21) 7:6 (7:4), 6:1, Li Na (China/Nr. 24) - Maria Elena Camerin (Italien) 6:4, 6:3, Maria Kirilenko (Russland/Nr. 27) - Akiko Morigami (Japan) 6:1, 6:1, Katarina Srebotnik (Slowenien/Nr. 28) - Anastasia Rodionova (Australien) 6:4, 6:1, Agnieszka Radwanska (Polen/Nr. 29) - Pauline Parmentier (Frankreich) 7:5, 6:4, Sania Mirza (Indien/Nr. 31) - Timea Bacsinszky (Schweiz) 6:1, 4:6, 7:5, Jekaterina Makarowa (Russland) - Yvonne Meusburger (Österreich) 6: 3, 6:1, Virginia Ruano-Pascual (Spanien) - Catalina Castano (Kolumbien) 6:2, 6:4, Marta Domachowska (Polen) - Sofia Arvidsson (Schweden) 7:5, 1:6, 6:1
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