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Wachablösung im Herren-Tennis?: Djokovic schaltet Federer in drei Sätzen aus

zuletzt aktualisiert: 25.01.2008 - 12:34
Melbourne (RPO). Novak Djokovic hat im Halbfinale der Australian Open in Melbourne die Siegesserie von Roger Federer beendet und ist ins Endspiel am Sonntag (9.30 Uhr) gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga eingezogen. Der 20 Jahre alte Serbe setzte sich 7:5, 6:3, 7:6 (7:5) gegen den Weltranglisten-Ersten durch.
Novak Djokovic lässt die Muskeln spielen.  Foto: AP, AP
Novak Djokovic lässt die Muskeln spielen. Foto: AP, AP

Novak Djokovic hat Wort gehalten. Seit das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres vor fast zwei Wochen begann, hatte Djokovic erklärt, dass er Federer nicht mehr für unangreifbar hält, Freitagnacht ließ er den mutigen Ankündigungen große Taten folgen.

Als der Sieg gegen den seit drei Jahren auf Hartplätzen unangreifbaren Branchenprimus geschafft war, musste der junge Serbe mit seinen Emotionen kämpfen.

Nach dem Matchball sank er kurz auf die Knie, riss sich das Trikot vom Leib und konnte im Siegerinterview auf dem Platz nur mit leicht stockender Stimme reden: "Ich bin sehr stolz auf mich", sagte der 20-Jährige: "Es ist unbeschreiblich, einen der besten Spieler zu schlagen, den der Sport je hatte."

Voller Selbstvertrauen, großer spielerischer Klasse und erstaunlicher Abgeklärtheit ist er durch das Turnier gegangen und hat bislang noch keinen Satz abgegeben.

Im Endspiel am Sonntag (9. 30 Uhr MEZ) trifft Djokovic nun auf den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga, der bereits am Donnerstag im Halbfinale noch überraschender den Weltranglisten-Zweiten Rafael Nadal ausgeschaltet hatte. "Das ist doch großartig, dass zwei junge Spieler im Endspiel stehen", sagte Djokovic: "Es ist toll für die Fans und die Medien, neue Spieler in einem Endspiel zu sehen."

Erstmals seit den French Open 2005 findet das Endspiel bei einem Grand-Slam-Turnier ohne Federer statt. Der Schweizer versuchte, die Niederlage als etwas Normales darzustellen, aber das war sie nicht. Seine Dominanz geht dem Ende entgegen, auch wenn er am Montag bereits in der 209. Woche in Folge die Nummer eins der Weltrangliste ist.

Nadal hat ihn auf Sand schon lange abgehängt, und nun beendete Djokovic seine 40 Matches andauernde Siegesserie bei Grand-Slam-Turnieren auf Hartplatz und die Reihe von zehn Endspielteilnahmen hintereinander.

"Es ist enttäuschend, aber es kann nicht immer in meine Richtung gehen", sagte der 26-Jährige: "Heute war eben eine dieser Nächte. Drei Sätze sind sehr brutal."

Das ist ihm zuletzt 2004 auf dem ungeliebten Sand in Paris passiert. Der Mythos der Unbesiegbarkeit ist verschwunden und der Respekt der Kontrahenten ist weniger geworden. Schon der Serbe Janko Tipsarevic hatte Federer in der dritten Runde am Rande einer Niederlage.

Bei einer 5:4-Führung schlug er zum Gewinn des ersten Satzes auf - und wurde zweimal in Folge gebreakt. Er bewegte sich nicht so leichtfüßig wie gewohnt und leistete sich ungewöhnlich viele Fehler. Eine Lebensmittelvergiftung hatte ihn vor dem Turnier flachgelegt.

Als Entschuldigung brachte der Eidgenosse das aber nicht an. "Es hängt viel von der Tagesform ab, ich habe sicher schon besser gespielt, ich bin nicht zufrieden", sagte der Baseler: "Djokovic spielte fantastisch, vor allem, wenn es wichtig war."

Im Finale der US Open konnte der ehemalige Schützling aus der Niki-Pilic-Akademie in München seine Chancen nicht nutzen, vergab fünf Satzbälle im ersten Durchgang und zwei im zweiten. "Ich habe aus dieser Niederlage gelernt, war viel geduldiger als in New York", sagte Djokovic: "Es ist im letzten Jahr alles so schnell für mich gegangen, aber das ist auch das Ergebnis harter Arbeit."

Quelle: sid

 
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