Australian Open: Federer macht kurzen Prozess
zuletzt aktualisiert: 27.01.2009 - 09:15Melbourne (RPO). 35 Grad Celsius waren für Novak Djokovic zu viel. Der Serbe musste aufgeben. Roger Federer ließ seinem Gegner nicht den Hauch einer Chance - er siegte locker in drei Sätzen.
Von Krämpfen geschüttelt und unfähig weiterzuspielen musste Novak Djokovic seinen Traum von der Titelverteidigung bei den Australian Open aufgeben. Der 21-jährige Serbe wurde im Viertelfinale gegen Andy Roddick zum ersten prominenten Opfer der extremen Hitzewelle, die Melbourne in den kommenden Tagen fest im Griff haben soll.
Beim Stand von 7:6 (7:3), 4:6, 2:6, 1:2 musste der Vorjahressieger kapitulieren. "Stopp" sagte der Weltranglisten-Dritte zum Schiedsrichter und reichte dem Amerikaner die Hand. "Die Bedingungen waren extrem", meinte Djokovic hinterher, "manchmal kannst du nicht gegen deinen Körper ankämpfen." Bei seiner Aufgabe zeigte die Quecksilbersäule exakt 34,8 Grad an.
Roger Federer hatte es in der Night Session mit 25 Grad dagegen geradezu kühl. Der Schweizer deklassierte den argentinischen Aufsteiger Juan Martin del Potro mit 6:3, 6:0, 6:0, zog damit zum 19. Mal in Folge ins Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers ein und stellte damit einen Rekord auf. "Mit dieser Leistung habe ich selbst nicht gerechnet, das war nicht normal", sagte Federer, "heute hat es klick gemacht, es ging wie von allein. Ich bin auch sehr stolz auf meinen Rekord." Im Halbfinale wartet nun Roddick, gegen den er im direkten Vergleich mit 15:2 Siegen führt.
Zuvor beendete Dinara Safina das traumhafte Comeback von Jelena Dokic. Die Weltranglisten-Dritte aus Russland setzte sich mit 6:4, 4:6, 6:4 gegen die Australierin durch, die mit ihrem Durchmarsch als Wildcard bis in die Runde der letzten Acht Down Under für Schlagzeilen und Euphorie gesorgt hatte. "Diese Woche war insgesamt großartig für mich", sagte Dokic, "ich kann jetzt nicht zu enttäuscht sein, ich habe immerhin drei Sätze mit der Nummer drei gespielt."
Safina entschuldigte sich nach dem Match beim Publikum: "Tut mir leid, dass ich gegen eine Australierin gewinnen musste. Ich hoffe, ihr unterstützt beim nächsten Mal mich." Dann spielt sie am Donnerstag gegen ihre Landsfrau Wera Swonarewa um den Finaleinzug. Die 24-Jährige setzte sich glatt 6:3, 6:0 gegen die Französin Marion Bartoli durch.
Im Damendoppel schied Anna-Lena Grönefeld als letzte deutsche Teilnehmerin an der Seite ihrer Schweizer Partnerin Patty Schnyder im Viertelfinale durch ein 6:0, 5:7, 1:6 gegen Casey Dellacqua/Francesca Schiavone (Australien/Italien) aus.
Bis einschließlich Samstag werden an fünf Tagen in Folge Temperaturen über 40 Grad in Melbourne herrschen, das hat es seit 1908 nicht mehr gegeben. Eiswannen und -westen werden deshalb für die Spieler bereitgehalten, Turnierarzt Tim Woods hat zudem ausführlich über Verhaltensmaßregeln informiert. Das alles nützte Djokovic nichts: "Ich hatte Krämpfe und Schmerzen im ganzen Körper", sagte der 21-Jährige, "die Bedingungen waren extrem, und Andy ist damit offenbar besser zurechtgekommen als ich."
97. Australian Open in Melbourne (12,02 Millionen Euro), 8. Tag:
Herreneinzel, Viertelfinale: Roger Federer (Schweiz/Nr. 2) - Juan Martin del Potro (Argentinien/Nr. 8) 6:3, 6:0, 6:0, Andy Roddick (USA/Nr. 7) - Novak Djokovic (Serbien/Nr. 3) 6:7 (4:7), 6: 4, 6:2, 2:1-Aufgabe Djokovic
Damit im Halbfinale: Roger Federer - Andy Roddick
Herrendoppel, Viertelfinale: Mahesh Bhupathi/Mark Knowles (Indien/Bahamas/Nr. 3) - Feliciano Lopez/Fernando Verdasco (Spanien) 6:1, 2:6, 6:4, Lukasz Kubot/Oliver Marach (Polen/Österreich) - Mariusz Fyrstenberg/Marcin Matkowski (Polen/Nr. 6) 6:2, 6:2
Dameneinzel, Viertelfinale: Dinara Safina (Russland/Nr. 3) - Jelena Dokic (Australien) 6:4, 4:6, 6:4, Wera Swonarewa (Russland/Nr. 7) - Marion Bartoli (Frankreich/Nr. 16) 6:3, 6:0
Damit im Halbfinale: Dinara Safina - Wera Swonarewa
Damendoppel, Viertelfinale: Casey Dellacqua/Francesca Schiavone (Australien/Italien/Nr. 12) - Anna-Lena Grönefeld/Patty Schnyder (Nordhorn/Schweiz) 0:6, 7:5, 6:1, Daniela Hantuchova/Ai Sugiyama (Slowakei/Japan/Nr. 9) - Cara Black/Liezel Huber (Simbabwe/Südafrika/Nr. 1) 6:7 (0:7), 6:3, 7:6 (12:10), Serena Williams/Venus Williams (USA/Nr. 10) - Su-Wei Hsieh/Shuai Peng (Taiwan/China/Nr. 16) 6:2, 4:6, 6:3, Nathalie Dechy/Mara Santangelo (Frankreich/Italien) - Nuria Llagostera Vives/Maris Jose Martinez Sanchez (Spanien) 3:6, 7:6 (9:7), 7:6 (8:6)
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