Australian Open: Federer und Co.: Giganten unter sich
zuletzt aktualisiert: 24.01.2010 - 13:07Melbourne (RPO). Die Tennis-Giganten sind in der entscheidenden Phase der Australian Open ab Montag unter sich. Den deutschen Profis bleibt indes nur die Zuschauerrolle. Zum zweiten Mal hintereinander wird das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres ab dem Achtelfinale ohne einen deutschen Tennisprofi ausgetragen.
Als letzter blieb am Samstag Tommy Haas verletzungsgeplagt in der dritten Runde gegen Jo-Wilfried Tsonga auf der Strecke.
Der 31-Jährige musste sich dem Franzosen in vier Sätzen 4:6, 6:3, 1:6, 5:7 geschlagen geben, litt dabei aber an Problemen vom rechten Knie aufwärts über die Hüfte bis in den Rücken. "Ich muss den Rücken jetzt genau anschauen lassen", sagte Haas, "das ist eine Sache, die mich sehr beschäftigt." Angesichts seiner dicken Krankenakte einschließlich dreier Schulteroperationen sorgt er sich ganz offensichtlich um die Karriere: "Ich habe keine Ahnung, wie es jetzt weitergeht, ich muss schauen, wie ich mich fühle."
Die vier führenden Spieler in der Weltrangliste haben sich derweil keine Blöße gegeben. Am Sonntag zogen Titelverteidiger Rafael Nadal (Spanien) und Andy Murray (Großbritannien) durch Erfolge gegen zwei Aufschlagriesen in die Runde der letzten 16 ein, die der Pole Lukasz Kubot als einziger Ungesetzter erreicht hat. Roger Federer (Schweiz) und Novak Djokovic (Serbien) erreichten am Samstag die vierte Runde.
Del Potro ausgeschieden
Einzige Überraschung war das Ausscheiden des US-Open-Champions Juan Martin Del Potro. Der 21-Jährige unterlag in einem Marathonmatch über 4:38 Stunden dem gleichaltrigen Kroaten Marin Cilic mit 5:7, 6:4, 7:5, 5:7, 6:3.
Murray bezwang den 2,06 Meter langen Amerikaner John Isner mit 7:6 (7:4), 6:3, 6:2. Anschließend setzte sich Nadal 6:4, 4:6, 6:4, 6:4 gegen den 2,08 Meter hohen Ivo Karlovic aus Kroatien durch. So kommt es am Dienstag zum Viertelfinalknaller zwischen den beiden. Federer kämpft am Montag in der Night Session gegen den Australier Lleyton Hewitt um den Einzug ins Viertelfinale.
Bei den Damen hat es insgesamt wesentlich mehr Überraschungen gegeben. So blieb am Sonntag die Weltranglisten-Dritte Swetlana Kusnezowa mit 3:6, 6:3, 1:6 gegen ihre Landsfrau Nadja Petrowa auf der Strecke, die nach dem Sieg gegen Kim Clijsters das zweite prominente Opfer in Folge ausschaltete.
Justine Henin setzte allerdings ihr erfolgreiches Comeback durch einen hart erkämpften 7:6 (7:3), 1:6, 6:3-Erfolg über ihre Landsfrau Yanina Wickmayer bis ins Viertelfinale fort, wo sie nun auf Petrowa trifft. Die Williams-Schwestern Serena und Venus waren beide am Samstag in der dritten Runde siegreich.
Das interessanteste Match in der Runde der letzten Acht wird das zwischen Nadal und Murray. Zum zehnten Mal werden sich der 23 Jahre alte Mallorquiner und der ein Jahr jüngere Schotte gegenüberstehen. Siebenmal davon gewann der Spanier, der die Aufgabe trotzdem sehr ernst nimmt: "Ich muss Andy einen Meter hinter der Grundlinie halten, sonst habe ich einen schnellen Rückflug."
Murray, der als einziger der Top Vier noch kein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat, ist neben dem an sechs gesezten Nikolai Dawydenko (Russland) der einzige Spieler, der seine vier bisherigen Matches ohne Satzverlust gewonnen hat. "Ich bin sehr glücklich darüber, wie ich bisher gespielt habe", sagte Murray, "gegen Rafa wird des natürlich schwer, aber ich weiß, dass ich gewinnen kann, wenn ich weiterhin so gut drauf bin."
STATISTIK:
Australian Open in Melbourne:
Herreneinzel, Achtelfinale: Andy Murray (Großbritannien/Nr. 5) - John Isner (USA/Nr. 33) 7:6 (7:4), 6:3, 6:2, Rafael Nadal (Spanien/Nr. 2/TV) - Ivo Karlovic (Kroatien) 6:4, 4:6, 6:4, 6:4, Marin Cilic (Kroatien/Nr. 14) - Juan Martin Del Potro (Argentinien/Nr. 4) 5:7, 6:4, 7:5, 5:7, 6:3, Andy Roddick (USA/Nr. 7) - Fernando Gonzalez (Chile/Nr. 11) 6:3, 3:6, 4:6, 7:5, 6:2
Dameneinzel, Achtelfinale: Jie Zheng (China) - Aljona Bondarenko (Ukraine/Nr. 31) 7:6 (7:5), 6:4, Nadja Petrowa (Russland/Nr. 19) - Swetlana Kusnezowa (Russland/Nr. 3) 6:3, 3:6, 6: 1, Justine Henin (Belgien) - Yanina Wickmayer (Belgien) 7:6 (7:3), 1:6, 6:3, Maria Kirilenko (Russland) - Dinara Safina (Russland/Nr. 2) 5:4-Aufgabe Safina
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