Australian Open: Henin meldet sich in der Weltspitze zurück
zuletzt aktualisiert: 20.01.2010 - 12:22Melbourne (RPO). Alle Fragen sind endgültig beantwortet: Justine Henin ist wieder da in der absoluten Tennis-Weltspitze. Die 27 Jahre alte Belgierin lieferte am Mittwoch in der zweiten Runde der Australian Open in Melbourne bei ihrem 7:5, 7:6 (8:6) über die nicht weniger gute Jelena Dementjewa (Russland) eine Leistung ab, die sie in eine Mitfavoritenrolle auf den Gewinn des ersten Grand-Slam-Titels katapultierte - im zweiten Turnier seit ihrem Comeback vor knapp drei Wochen.
"Das war eine spezielle Nacht für mich, sehr emotional", sagte Henin nach der 2:50 Stunden dauernden Partie, "für so etwas bin ich zurückgekommen." Die Flamme lodert wieder, die Emotionen auf dem Platz sind wieder da - genau die waren ihr zwischenzeitlich abhandengekommen.
Deshalb auch war der Sieg gegen die Weltranglisten-Fünfte Dementjewa so besonders süß. "Das habe ich gebraucht", sagte Henin: "Es war der erste Sieg über eine Top-Ten-Spielerin. Ich habe das Gefühl, ich bin zurück."
Im Mai 2008 hatte Henin die Tenniswelt geschockt, als sie nach dem Turnier in Berlin von einem Tag auf den anderen ihren Rücktritt erklärte. Noch nie zuvor hatte eine Spielerin als amtierende Nummer eins der Weltrangliste ihren Schläger an den Nagel gehängt. "Ich bin am Ende meines Weges angekommen", sagte die siebenmalige Grand-Slam-Championesse damals.
Die Auszeit hat ihr wohl gutgetan. Henin präsentiert sich in Australien lockerer und offener als früher. Die einst oft verbissene und verschlossene Wallonin lächelt öfter, wirkt glücklich und ausgeglichen. Der sportliche Erfolg - schon beim ersten Turnier in Brisbane stand sie im Finale - trägt dazu bei. Vor allem aber der Spaß am Wettkampf: "Ich brauche die Herausforderung".
Bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London hat sie erst einmal geplant. Ein Sieg beim Turnier in Wimbledon ist einer der großen Wünsche, es ist das einzige Grand-Slam-Turnier, das sie noch nicht gewonnen hat: "Das will ich schaffen. Das hat Priorität."
Die spielerische Klasse ist natürlich da, das Selbstvertrauen wird mit jedem Sieg größer. Schon in Melbourne könnte es zum Titel reichen, so wie es ihre Landsfrau Kim Clijsters bei den US Open vorgemacht hat. Ihre nächste Gegnerin Alisa Kleybanowa (Russland) wird Henin sicherlich nicht stoppen können.
Ein Fragezeichen steht eigentlich nur noch hinter der körperlichen Verfassung. "Über einen dritten Satz gegen Jelena möchte ich gar nicht nachdenken, ich hatte beginnende Krämpfe", sagte Henin, "ich bin mal gespannt, wie ich morgen aufwache."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







