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Maria Scharapowa schreit
  Foto: dpa
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Damen-Finale in Melbourne: Kreisch-Ladys bitten zum Showdown

zuletzt aktualisiert: 27.01.2012 - 23:07

Melbourne (RPO). Die Gerüchte vor der "Schlacht der Schreihälse" wollten einfach nicht verstummen: Ohrenstöpsel für alle, "Stöhn-Ooo-Meter"-Rekordwetten und Beschwerden wegen Ruhestörung bei der Stadt Melbourne. Dass am Samstag im Kreisch-Finale der Australian Open zwischen Maria Scharapowa und Wiktoria Asarenka auch die Entscheidung über die neue Besetzung des Tennis-Throns fällt, ging in den wilden Diskussionen der letzten Tage fast unter.

Und die Weißrussin Asarenka, in down under zur "First Lady des Gekreisches" (The Age) ernannt, machte den vom Gequieke beider Spielerinnen genervten Fans vor ihrem ersten Grand-Slam-Endspiel wenig Hoffnung auf ruhige Zeiten. "Ich werde Maria hören, sie wird mich hören, 15.000 Zuschauer werden uns hören. Und vielleicht nicht nur die", sagte die Weltranglistenzweite Asarenka, die im Gegensatz zur stöhnenden Scharapowa eher die spitzere "Iihh"-Variante bevorzugt.

Auch die Russin Scharapowa kann die Vorwürfe nicht mehr hören und schweigt - anders als auf dem Court - bei diesem Thema am liebsten. Viel angenehmer ist der 24-jährigen da die Diskussion über das große Match am Samstag. "Dieses Finale bedeutet mir so viel. Es sind genau diese Dinge, für die man trainiert", sagte die bestverdienende Sportlerin der Welt (rund 19,5 Millionen Euro jährlich), die den letzten ihrer bislang drei Major-Titel 2008 ausgerechnet im Melbourne Park holte.

Mit einem Erfolg gegen Wimbledon-Halbfinalistin Asarenka könnte Scharapowa nach rund dreieinhalb Jahren (190 Wochen) Abstinenz die Rückkehr an die Spitze des Rankings perfekt machen. Nur die Amerikanerin Serena Williams (265 Wochen) und Kim Clijsters (256) hatten noch länger gebraucht, um den Platz an der Sonne zurückzuerobern. "Aber eigentlich denke ich momentan mehr an den Turniersieg als an die Nummer eins", verriet "La Schara".

Die sportliche Brisanz interessierte zumindest die australischen Medien und die Fans im Vorfeld des Endspiels nur am Rande. Vielmehr wurde über Möglichkeiten diskutiert, die Stöhnerei im Keim zu ersticken. Die Herald Sun riet zur Mitnahme von Ohrenstöpseln. Der bekannte Radio-Moderator Anthony "Lehmo" Lehmann beschwerte sich in der Sendung "Gold FM Breakfast" offiziell bei der Stadtverwaltung über die Ruhestörung im Melbourne Park. Ohne Erfolg.

Im gewonnenen Achtelfinale gegen Sabine Lisicki (Berlin) hatte Scharapowa laut des "Stöhn-Oooo-Meters" des australischen TV Senders Channel Seven 96,9 Dezibel erreicht. "Das war kein Gestöhne mehr, das war ein Geschreie", klagte Lisicki. Während die Wahl-Monegassin Asarenka ihr Gequieke als Mittel "zum besseren Atmen" sieht, reagiert Scharapowa stets gereizt auf die Frage nach dem "Warum?". "Niemand, der wichtig genug wäre", behaupetet die Werbe-Ikone, "hat mir jemals geraten, etwas zu ändern." Noch Fragen?

Die Siegerin des Endspiels wird am kommenden Montag die Nummer eins von Caroline Wozniacki übernehmen. Beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres war die topgesetzte Dänin im Viertelfinale ausgeschieden und hatte dadurch die Spitze des Rankings verspielt.

Quelle: sid

 
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