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Australian Open: McEnroe fordert Stöhn-Verbot für "Kettensägen"

zuletzt aktualisiert: 27.01.2012 - 07:18

Melbourne (RPO). Die zunehmende Stöhnerei auf dem Court sorgt auch bei den Australian Open für Gesprächsstoff. Und im Damen-Finale kommt es zum Aufeinandertreffen der beiden "Sirenen" Maria Scharapowa und Wiktoria Asarenka, die das "Stöhn-Ooo-Meter" in die Höhe schießen lassen. John McEnroe sprach sich schon für ein Verbot des lauten Auftritts aus.

Der Alptraum wird Realität: Melbourne rüstet sich für das Finale des akustischen Wahnsinns. Längst laufen Wetten, ob das "Stöhn-Ooo-Meter" neue Rekordhöhen erreichen wird, wenn im Endspiel der Australian Open am Samstag Maria Scharapowa und Wiktoria Asarenka aufeinandertreffen.

"Es ist wie Schummeln"

Die Zuschauer sind schon jetzt genervt vom täglichen Gekreische des Duos und fordern: Quiet, please und ein "Noooo" für die Quietscherei auf den Courts im Melbourne Park. Dem schließen sich auch viele namhafte Kritiker der Sirenen um Scharapowa an, die jeden ihrer Schläge mit einem spitze "Iiiih" begleitet. "Das Stöhnen sollte verboten werden", forderte Altmeister John McEnroe, während Martina Navratilova sogar Betrug wittert: "Es ist wie Schummeln. Es übertönt das Geräusch, das entsteht, wenn der Ball den Schläger trifft."

Die Profispielerinnen-Vereinigung WTA hat auf die vielen Beschwerden reagiert und teilte mit, dass derzeit diskutiert werde, wie der Geräuschpegel "zu reduzieren" sei. In Richtung Scharapowa und Co. drohte die WTA mit möglichen Strafen - bis hin zu Punktabzügen während des Matches. Die an Nummer acht gesetzte Polin Agnieszka Radwanska begrüßte die im Raum stehenden Sanktionen: "Die Laute nerven einfach furchtbar und sind zu laut."

Im gewonnenen Achtelfinale gegen Sabine Lisicki erreichte Scharapowa laut des "Stöhn-Oooo-Meters" des australischen TV Senders Channel Seven 96,9 Dezibel. "Das war kein Gestöhne mehr, das war ein Geschreie", klagte Lisicki.

Scharapowa fast so laut wie eine Kettensäge

Eine Kettensäge ist nur geringfügig lauter als Scharapowa, die auch schon einmal 109 Dezibel schaffte. Bei 85 Dezibel kann das Innenohr nach Angaben von Experten schon Schaden nehmen. Scharapowa gibt sich angesichts der Protestwelle trotzig und betont gelassen: "Niemand, der wichtig genug wäre, hat mir geraten, etwas zu ändern", sagte die Russin.

Um die Damen zum Schweigen zu bringen, schlug der frühere Wimbledonsieger Michael Stich sogar einmal die Konfrontations-Therapie vor. "Man sollte den Spielerinnen einfach ein Video vorspielen. Dann würden sie merken, welche Geräusche sie so von sich geben", sagte Stich: "Und sie würden es dann schnellstens sein lassen."

Halbfinalistin Asarenka, in Melbourne zur "First Lady des Gekreisches" (The Age) ernannt, kann über angebliche Sanktionen nur lachen. "Das wäre wirklich albern", sagte die Weltranglistendritte und verteidigte sich: "Es hilft mir, richtig zu atmen. Und dadurch bewege ich mich besser. Es ist also ein wichtiger Teil meines Spiels."

Asarenka spielt am Donnerstag im Halbfinale gegen Titelvertedigerin Kim Clijsters (Belgien) und hat wie "Komplizin" Scharapowa noch Chancen auf den Sprung an die Weltranglisten-Spitze. Schlimm genug, mögen sich die genervten Fans denken und machen ihrem Unmut Luft. Der Running Gag in den Internetforen: Keiner will wirklich im Nebenzimmer sein, wenn eine der beiden extrovertierten Damen irgendwann einmal ihre Hochzeitsnacht verbringt.

Alles begann mit Monica Seles

Die frühere Steffi-Graf-Rivalin Monica Seles gilt als Vorreiterin der Stöhn-Generation. Überhaupt stammen viele der Court-Sirenen aus der Schule von Nick Bollettieri. Der Trainer-Guru aus Florida weist aber jegliche Schuld von sich: "Das Gekreische wird bei uns nicht gezielt trainiert. Profis machen das einfach, weil sie damit Energie rauslassen. Es ist nicht so, dass sie damit den Gegner irritieren wollen", sagte Bollettieri. Maria Scharapowa würde das sicher bestätigen. Und sei es nur mit einem stillen Kopfnicken.

Den früheren australischen Footballstar Brendan Fevola tröstet das nicht: "Ich habe bei Spielen von Scharapowa und Asarenka den Ton an meinem Fernseher komplett ausgestellt - und konnte die beiden trotzdem noch hören."

Quelle: sid

 
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