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Novak Djokovic
  Foto: AFP
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Australian Open: Rekordfinale! Djokovic ringt Nadal nieder

zuletzt aktualisiert: 29.01.2012 - 15:40

Melbourne (RPO). Nach dem historischen Marathonmatch mobilisierte Novak Djokovic seine letzten Kräfte, riss sich das Hemd vom Leib und posierte um 1:50 Uhr morgens wie ein Boxer nach dem Kampf seines Lebens. "Das war das größte Match meines Lebens, es war unglaublich", sagte Djokovic nach dem 5:7, 6:4, 6:2, 6:7 (5:7), 7:5 im Finale der Australian Open gegen Rafael Nadal.

Nur kurz zuvor hatte der neue und alte Melbourne-Sieger von Krämpfen geplagt an der Grundlinie gelegen und alle Viere von sich gestreckt. Zwischen den Momenten im fünften Satz und dem Glücksgefühl nach dem längsten Finale in der Grand-Slam-Historie (5:53 Stunden) lagen dramatische Minuten, in denen der Serbe Djokovic und der Spanier Nadal Tennis-Geschichte schrieben.

Den Anfang der Siegerehrung verfolgten die beiden müden Helden der Nacht auf Stühlen sitzend. Dann schleppte sich Djokovic in einer lauen Sommernacht ans Mikrofon und präsentierte sich plötzlich hellwach. "Guten Morgen an alle. Wir beide haben heute Geschichte geschrieben. Leider konnte es nur einen Gewinner geben", sagte der Weltranglistenerste in Richtung Nadal, der sein "Djokovic-Trauma" nicht besiegen konnte.

Der French-Open-Sieger präsentierte sich dennoch als fairer Verlierer. "Dieses Match werde ich nie vergessen. Es war vielleicht das anstrengendste Spiel, das ich je gespielt habe. Ich habe gelitten, aber Novak hat verdient gewonnen", meinte Nadal, der im entscheidenden Satz sogar mit 5:4 geführt hatte. Doch Djokovic, der nach dem Match des Leidens eine Siegprämie in Höhe von 1,86 Millionen Euro kassierte, breakte seinen Dauerrivalen wenig später zum vorentscheidenden 6:5. Nach dem Matchball ließ er sich rücklings fallen, während die 15.000 Zuschauer aus der Rod-Laver-Arena ein Tollhaus machten.

Auch das längste Match der Turniergeschichte

Allein der vierte Satz hatte 88 Minuten gedauert. Es war zudem das längste Match in der Turniergeschichte der Australian Open. Das bis dato längste Major-Finale hatte 1988 bei den US Open zwischen Sieger Mats Wilander und Ivan Lendl stattgefunden (4:54 Stunden). Bereits im Tiebreak des vierten Satzes war Djokovic nur noch zwei Punkte vom Turniersieg entfernt.

Der Weltranglistenerste feierte in der Neuauflage des Wimbledon- und US-Open-Finals von 2011 seinen siebten Erfolg in Serie gegen Nadal, der bislang einmal in Melbourne triumphierte (2009). Djokovic ist damit erst der fünfte Profi der drei Grand-Slam-Titel in Folge holen konnte. Dies war zuvor nur Roger Federer (Schweiz), Pete Sampras (USA), Rod Laver (Australien) und Nadal geglückt.

Im fünften Satz überschlugen sich die Ereignisse. Den Matadoren schwanden die Kräfte, doch sie kämpften wie zwei angeschlagene Boxer. Nach einem Bachwechsel mit insgesamt 31 Schlägen brach Djokovic an der Grundlinie zusammen und konnte sein schmerzverzerrtes Gesicht nicht verbergen. In der Folge bekreuzigte sich der 24-Jährige nach gelungenen Schlägen und behielt letztlich kühlen Kopf.

Seit November 2010 wartet Nadal nun auf einen Erfolg gegen den 24-jährigen Djokovic, der in den vergangenen Tagen unter einer Allergie gelitten hatte. Davon war im Finale allerdings nichts zu spüren. Nadal began den Klassiker konzentriert und brachte Djokovic immer wieder mit seiner unterschnittenen Rückhand in Verlegenheit. Als Nadal im umkämpften ersten Satz das Break zum 3:2 gelang, warf der Serbe sein Racket wütend auf den Boden. Zwar glückte dem "Djoker" ein Rebreak, aber Nadal zeigte sich nervenstark und verwandelte nach 80 Minuten seinen dritten Satzball.

Doch anstatt die Gunst der Stunde zu nutzen, geriet der nun ungewohnt fehlerhaft agierende Weltranglistenzweite danach schnell mit 2:5 in Rückstand. Zwar kam Nadal noch einmal heran, doch bezeichnenderweise mit einem Doppelfehler "schenkte" er Djokovic den zweiten Durchgang. Auch in der Folge blickte "Rafa" immer wieder hilflos in seine Box zu seinem Onkel Toni.

Djokovic nutzte auch im dritten Satz die Schwächen Nadals und breakte ihn sogar zweimal. Im darauffolgenden Durchgang musste das Dach beim Stand von 4:4 wegen Regens geschlossen werden, nachdem der Titelverteidiger unmittelbar zuvor drei Breakchancen nicht nutzen konnte. Dies wurde mit dem Verlust des vierten Satzes bestraft.

Djokovic, der seinen fünften Grand-Slam-Coup feierte, hatte im vergangenen Jahr bei den Australian Open eine beeindruckende Siegesserie gestartet. Nach 41 Erfolgen in Folge wurde er erst im Halbfinale der French Open im Juni von Federer gestoppt. 2011 erreichte "Nole" eine Bilanz von 70:6 Siegen.

Quelle: sid
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