Australian Open: Unglaublich: Henin im Finale gegen Serena
zuletzt aktualisiert: 28.01.2010 - 12:09Melbourne (RPO). Sie hat das Unglaubliche tatsächlich geschafft: Im zweiten Turnier nach ihrem Comeback und nach erst elf Matches steht Justine Henin wieder im Endspiel eines Grand-Slam-Turniers.
Am Samstag um 9.30 Uhr MEZ greift die alte Nummer eins der Weltrangliste im Finale der Australian Open Serena Williams an, die aktuelle Spitzenreiterin. Melbourne sieht das Duell der besten Spielerinnen des vergangenen Jahrzehnts.
"Das ist mehr als ein Traum für mich", sagt die Belgierin, "Ich bin so glücklich, dass es gegen Serena geht. Ich möchte einen weiteren Grand-Slam-Titel gewinnen, und ich möchte das gegen die beste Spielerin der Welt." Williams weiß natürlich, was sie erwartet, und freut sich auf das Match: "Mit Justine ist es eine tolle Rivalität, wir stacheln uns immer zu Bestleistungen an."
Im Halbfinale räumte Henin Zheng Jie erbarmungslos in nur 51 Minuten mit 6:1, 6:0 aus dem Weg. Zuvor hatte Titelverteidigerin Williams bei ihrem 7:6 (7:4), 7:6 (7:1)-Erfolg über Li Na zwar wesentlich mehr Mühe, die "chinesische Revolution" von Melbourne wurde aber dennoch komplett beendet.
Nun also stehen sich am Samstag die beiden dominierenden Spielerinnen der vergangenen zehn Jahre gegenüber. Elf Grand-Slam-Titel (Williams) gegen sieben, 117 Wochen an der Spitze der Weltrangliste (Henin) gegen 88 und 28,5 Millionen Dollar Preisgeld (Williams) gegen 19,5 Millionen.
Kurioserweise treffen beide erstmals im Endspiel eines der vier Major-Turniere aufeinander. Mit 7:6 führt Williams im direkten Vergleich, bei Spielen auf Grand-Slam-Ebene liegt allerdings Henin 4:2 in Front. "Serena ist ein wahrer Champion, sie hat dazu beigetragen, Damentennis auf ein besseres Niveau zu heben", sagte Henin, "wir respektieren einander sehr."
Die Titelverteidigerin aus Florida hat die Rückkehr der kleinen Belgierin mit ebenso ungläubigem Staunen zur Kenntnis genommen wie der Rest der Tenniswelt: "Was für eine erstaunliche Leistung und Qualität von ihr und auch von Kim Clijsters. Es ist toll, zwei so großartige Spielerinnen wiederzusehen."
Williams, die an der Seite ihrer Schwester Venus auch das Endspiel im Doppel erreicht hat, muss nach den Eindrücken der letzten zwei Wochen als Außenseiterin gelten. Der rechte Oberschenkel ist so dick bandagiert wie die linke Wade, sie kam auch schon mit Knieproblemen in Melbourne an. Aber die 28-Jährige biss sich wieder durch, nie aufgeben ist die Devise. Im Match gegen Li war vor allem der unglaubliche Wille entscheidend, mit dem sie auch das Finale bestreiten wird: "Justines Vorteil sind wahrscheinlich die frischeren Beine, meiner ist die Power."
Murray erreicht Finale
Der Schotte Andy Murray steht am Sonntag zum zweiten Mal in seiner Karriere im Endspiel eines Grand-Slam-Turniers. Im Halbfinale gewann der 22-Jährige gegen den ein Jahr jüngeren Marin Cilic aus Kroatien mit 3:6, 6:4, 6:4, 6:2. Sein Gegner wird am Freitag zwischen dem Weltranglistenersten Roger Federer aus der Schweiz und Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich) ermittelt. Murray hatte 2008 das Finale der US Open gegen Federer verloren.
"Gegen beide muss man erstmal solide spielen und darf sich keine dummen Sachen erlauben, denn das wird sofort bestraft", sagte Murray, der nun bis zum Finale zwei Tage Pause hat.
In dem Match gegen Cilic musste Murray seinen ersten Satz im laufenden Turnier abgeben. Ab dem zweiten Satz diktierte er dann aber zunehmend das Geschehen gegen den Weltranglisten-14. aus Kroatien. Murray wirkte sicherer und frischer als Cilic, der im Laufe des Turniers drei Fünf-Satz-Matches überstand und bis zum Halbfinale acht Stunden länger auf dem Platz stand. Murray revanchierte sich mit dem Sieg für die Achtelfinalniederlage gegen Cilic bei den US Open 2009.
Ergebnisse:
Tennis, Australian Open in Melbourne, 11. Spieltag:
Herreneinzel, Halbfinale: Andy Murray (Großbritannien/Nr. 5) - Marin Cilic (Kroatien/Nr. 14) 3:6, 6:4, 6:4, 6:2
Finale: Andy Murray - Sieger aus Roger Federer (Schweiz/Nr. 1) - Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich/Nr. 10)
Herrendoppel, Halbfinale: Bob Bryan/Mike Bryan (USA/Nr. 1) - Michael Kohlmann/Jarkko Nieminen (Herdecke/Finnland) 6:1, 6:4, Daniel Nestor/Nenad Zimonjic (Kanada/Serbien/Nr. 2) - Ivo Karlovic/Dusan Vemic (Kroatien/Serbien) 6:4, 6:4
Finale: Bob Bryan/Mike Bryan - Daniel Nestor/Nenad Zimonjic
Dameneinzel, Halbfinale: Serena Williams (USA/Nr. 1) - Li Na (China/Nr. 16) 7:6 (7:4), 7:6 (7:1), Justine Henin (Belgien) - Zheng Jie (China) 6:1, 6:0
Finale (Samstag): Serena Williams - Justine Henin
Damendoppel, Halbfinale: Cara Black/Liezel Huber (Simbabwe/USA/Nr. 1) - Maria Kirilenko/Agnieszka Radwanska (Russland/Polen/Nr. 15) 6:1, 1:6, 6:3, Serena Williams/Venus Williams (USA/Nr. 2) - Lisa Raymond/Rennae Stubbs (USA/Australien) 6:3, 7:6 (8:6)
Finale: Cara Black/Liezel Huber - Serena Williams/Venus Williams
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