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Juan Martin Del Potro afp 2009 panorama us open triumph
  Foto: AFP
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Nach US-Open-Triumph: Del Potro will so sein wie Federer

zuletzt aktualisiert: 15.09.2009 - 14:50

New York (RPO). Zu seinem 21. Geburtstag am 23. September wünscht er sich Käsekuchen, er kann auch schon mal ohne Schlaf und Frühstück auskommen - und er bewundert Roger Federer. "Er ist der Größte, wir alle können eine Menge von ihm lernen", sagte der frischgebackene US-Open-Sieger Juan Martin Del Potro, nachdem er sein Idol im Finale von New York mit 3:6, 7:6 (7:5), 4:6, 7:6 (7:4), 6:2 entzaubert hatte.

Als erster Spieler überhaupt bezwang der jungenhaft wirkende Argentinier die beiden Superstars Rafael Nadal und Roger Federer innerhalb eines Turniers. Im Halbfinale hatte er den allerdings angeschlagenen Nadal mit 6:2, 6:2, 6:2 gestoppt.

In dem vierstündigen Endspiel zeigte Del Potro schon viel von dem, was Federer ausmacht. In einem bis dahin ausgeglichenen Match stand der 1,98 Meter lange Argentinier im vierten Satz urplötzlich mit dem Rücken zur Wand. 5:4 und 30:0 führte Federer bei eigenem Aufschlag, noch zwei Punkte trennten den Maestro vom sechsten US-Open-Titel in Serie, doch mit unbändigem Willen und einer gnadenlosen Vorhand wendete Del Potro das Blatt zu seinen Gunsten.

"Ich habe mir gesagt: Okay, du hast nicht verloren, bevor der letzte Ball gespielt ist, also kämpfe weiter", berichtete Del Potro, nachdem er den Scheck über 1,85 Millionen Dollar (1,26 Mio. Euro) lässig in die Tasche gestopft hatte. Dann sei ihm plötzlich wieder aufgefallen, wer da eigentlich auf der anderen Seite des Netzes stand: "Ich dachte: Mein Gott, das ist Roger Federer, und du hast die Chance, ihn zu schlagen." Regelrecht flau im Magen sei ihm manchmal geworden, kein Wunder: "Ich habe die Nacht vor dem Finale kein Auge zugetan und auch nicht gefrühstückt. Ich war zu nervös."

Info

Die meisten Grand-Slam-Siege:

15 Roger Federer (Schweiz) Australian Open 2004, 2006, 2007 French Open 2009 Wimbledon 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2009 US Open 2004, 2005, 2006, 2007, 2008

14 Pete Sampras (USA) Australian Open 1994, 1997 Wimbledon 1993, 1994, 1995, 1997, 1998, 1999, 2000 US Open 1990, 1993, 1995, 1996, 2002

12 Roy Emerson (Australien) Australian Open 1961, 1963, 1964, 1965, 1966, 1967 French Open 1963, 1967 Wimbledon 1964, 1965 US Open 1961, 1964

11 Rod Laver (Australien) Australian Open 1960, 1962, 1969 French Open 1962, 1969 Wimbledon 1961, 1962, 1968, 1969 US Open 1962, 1969

11 Björn Borg (Schweden) French Open 1974, 1975, 1978, 1979, 1980, 1981 Wimbledon 1976, 1977, 1978, 1979, 1980

Im fünften Satz, in dem er eigentlich in engen Matches zu ganz großer Form aufläuft, knickte Federer dann endgültig ein. Drei Doppelfehler, kein As, zwei Breaks - der Schweizer war weit von seiner Bestform entfernt. 62 unerzwungene Fehler leistete er sich im Verlauf der Partie, hinzu kamen elf Doppelfehler und vor allem nur eine 50-Prozent-Quote beim ersten Aufschlag.

An Del Potros Einstellung änderte das nichts. "Ich hatte in den vergangenen beiden Wochen zwei Ziele", sagte der sichtlich bewegte Champion bei der Siegerehrung: "Dieses Turnier zu gewinnen und so zu werden wie Roger Federer. Das erste Ziel habe ich erreicht, bis zum zweiten ist es noch ein langer Weg." Zu Federer gewandt fügte er an: "Ich muss mich sehr verbessern, um so zu werden wie du. Du bist ein großer Champion, du hast bis zum allerletzten Punkt gekämpft, daran werde ich mich immer erinnern. Wir alle können von dir lernen."

Federer nahm die erste Niederlage im siebten Vergleich mit Del Potro erstaunlich gelassen: "Ich hatte ein großartiges Jahr, ich habe zum ersten Mal die French Open und zum sechsten Mal Wimbledon gewonnen, ich habe geheiratet und bin Vater von Zwillingen geworden - ich habe allen Grund, dem Schicksal dankbar zu sein."

Dass die Tennisgötter an diesem Tag gegen ihn und vor allem gegen seinen ersten Aufschlag waren, regte Federer nicht sonderlich auf: "Ich habe alles versucht, es hat nicht gereicht. Ich habe Chancen ausgelassen und bin dafür bestraft worden. So ist Tennis."

Quelle: SID/chk

 
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