US Open: Greul erfüllt sich Federer-Traum
zuletzt aktualisiert: 31.08.2009 - 23:20New York (RPO). Simon Greul hat sich seinen Traum vom Duell mit Roger Federer erfüllt und als erster deutscher Tennisprofi die zweite Runde der US Open erreicht. Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle bezwang der 28-jährige Stuttgarter Giovanni Lapentti aus Ecuador mit 6:3, 4:6, 3:6, 6:0, 7:6 (11:9) und fordert nun in New York auf großer Bühne den Titelverteidiger und Weltranglistenersten aus der Schweiz.
Als zweiter Deutscher hat Tommy Haas die zweite Runde erreicht. Der 31 Jahre alte Wimbledon-Halbfinalist setzte sich zum Auftakt seines Lieblingsturniers mit 7:5, 4:6, 7:6 (9:7), 6:2 gegen den Qualifikanten Alejandro Falla (Kolumbien) durch. In der nächsten Runde trifft Haas, der in Flushing Meadows in den vergangenen drei Jahren zweimal im Viertelfinale stand, auf den Sieger der Partie zwischen Martin Vassallo Arguello (Argentinien) und Robert Kendrick (USA).
Wenige Stunden vor der glamourösen Eröffnungsfeier im größten Tennis-Stadion der Welt blieben dagegen Davis-Cup-Spieler Mischa Zverev (Hamburg), Rainer Schüttler (Korbach), Dieter Kindlmann (Sonthofen) und Tatjana Malek (Bad Saulgau) schon in der ersten Runde auf der Strecke und sorgten am Montag für einen schwachen Turnierauftakt der insgesamt 19 deutschen Starter.
Bei seiner erst zweiten US-Open-Teilnahme bewies Greul vor allen Dingen im Tiebreak des entscheidenden fünften Satzes kühlen Kopf. Nach der Abwehr von drei Matchbällen riss der Weltranglisten-65. nach seinem Sieg auf Court 16 die Arme erleichtert in die Höhe. "Die Aufgabe gegen Federer ist schwierig und vielleicht unlösbar, aber ich freue mich schon sehr darauf", erklärte Greul vor dem Spiel gegen den fünfmaligen US-Open-Champion.
Dagegen enttäuschten Linkshänder Zverev und Routinier Schüttler. Gut eine Woche nach seinem 22. Geburtstag verlor Zverev nach starkem Beginn 6:2, 5:7, 6:3, 4:6, 0:6 gegen den in der Weltrangliste um 35 Plätze tiefer eingestuften Marcel Granollers (Spanien). Zverev zeigte im entscheidenden Satz Nerven und schlich enttäuscht vom Außencourt 10.
Der 33-jährige Schüttler schied durch ein 6:1, 6:7 (5:7), 4:6, 6:2, 3:6 gegen Jan Hernych (Tschechien) bereits zum vierten Mal in Folge in der ersten Runde der US Open aus. Qualifikant Kindlmann hatte beim 3:6, 4:6, 5:7 gegen den an acht gesetzten Nikolai Dawydenko (Russland) keine Chance. Auch Fed-Cup-Spielerin Malek stand beim 3:6, 4:6 gegen die an 17 gesetzte Amelie Mauresmo (Frankreich) auf verlorenem Posten.
Ein erfolgreiches Comeback feierte nach zweieinhalbjähriger Grand-Slam-Abstinenz die Belgierin Kim Clijsters. Die frühere Weltranglistenerste und US-Open-Siegerin von 2005, die nach der Geburt ihrer Tochter Jada erst Anfang August auf die Tour zurückgekehrt war, hat nach einem 6:1, 6:1 in nur 54 Minuten gegen Wiktoria Kutusowa (Ukraine) die zweite Runde erreicht. "Ich fühle mich fit, aber ich denke nur von Spiel zu Spiel. Konkrete Ziele habe ich mir hier nicht gesetzt", sagte Clijsters.
Am Montagabend stand in dem 22.547 Zuschauer fassenden Arthur-Ashe-Stadium noch die große Eröffnungsfeier an. Gäste waren unter anderem Andre Agassi und New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg.
Am Dienstag dann brauchen bei ihren ersten Einsätzen weitere sechs Deutsche gute Nerven. Am Familientag werden auf der Anlage in Queens tausende Kinder auf den Tribünen erwartet. Viel vor hat die als beste Deutsche an Position 23 gesetzte Sabine Lisicki, die zuletzt in Wimbledon im Viertelfinale gestanden hatte.
Die 19-jährige Berlinerin konnte nach ihrer mehrwöchigen Zwangspause wegen einer Schulterverletzung wieder voll trainieren und strotzt in New York vor Selbstvertrauen. "Ich muss mich vor niemandem verstecken. Wenn es gut läuft, kann ich auch die Topspielerinnen schlagen", meinte die Charleston-Siegerin vor dem Erstrundenduell mit Aravane Rezai (Frankreich). Auch ihre Fed-Cup-Teamkollegin Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) will mindestens die letztjährige Achtelfinal-Teilnahme in Flushing Meadows wiederholen.
US Open in New York (21,6 Millionen Dollar), 1. Spieltag:
Herren-Einzel, 1. Runde: Simon Greul (Stuttgart) - Giovanni Lapentti (Ecuador) 6:3, 4:6, 3:6, 6:0, 7:6 (11:9), Nikolai Dawydenko (Russland/Nr. 8) - Dieter Kindlmann (Sonthofen) 6:3, 6:4, 7:5, Jan Hernych (Tschechien) - Rainer Schüttler (Korbach) 1:6, 7:6 (7:5), 6:4, 2:6, 6:3, Marcel Granollers (Spanien) - Mischa Zverev (Hamburg) 2:6, 7:5, 3:6, 6:4, 6:0, Roger Federer (Schweiz/Nr. 1) - Devin Britton (USA) 6:1, 6:3, 7:5, Robin Söderling (Schweden/Nr. 12) - Albert Montanes (Spanien) 6:1, 3:6, 6:1, Tommy Robredo (Spanien/Nr. 14) - Donald Young (USA) 6:4, 3:6, 6:2, 6:3, Michail Juschni (Russland) - Paul-Henri Mathieu (Frankreich/Nr. 26) 2:6, 7:5, 6:0, 6:2, John Isner (USA) - Victor Hansecu (Rumänien/Nr. 28) 6:1, 7:6 (16:14), 7:6 (7:5), Marco Chiudinelli (Schweiz) - Potito Starace (Italien) 7:6 (7:3), 7:6 (7:2), 6:0, Marsal Ilhan (Türkei) - Christophe Rochus (Belgien) 3:6, 6:3, 3:6, 7:5, Robert Kendrick (USA) - Martin Vassallo Arguello (Argentinien) 6:3, 6:2, 6:2, Somdev Devvarman (Indien) - Frederico Gil (Portugal) 6:3, 6:4, 6:3
Damen-Einzel, 1. Runde: Amelie Mauresmo (Frankreich/Nr. 17) - Tatjana Malek (Bad Saulgau) 6:3, 6:4, Serena Williams (USA/Nr. 2) - Alexa Glatch (USA) 6:4, 6:1, Wiktoria Assarenka (Weißrussland/Nr. 8) - Alexandra Dulgheru (Rumänien) 6:1, 6:1, Flavia Pennetta (Italien/Nr. 10) - Edina Gallovits (Rumänien) 6:0, 6:4, Agnieszka Radwanska (Polen/Nr. 12) - Patricia Mayr (Österreich) 6:1, 6:2, Marion Bartoli (Frankreich/Nr. 14) - Rossana De Los Rios (Paraguay) 6:1, 6:0, Samantha Stosur (Australien/Nr. 15) - Ai Sugiyama (Japan) 6:4, 4:6, 6:4, Francesca Schiavone (Italien/Nr. 26) - Yvonne Meusburger (Österreich) 6:1, 6:2, Kim Clijsters (Belgien) - Wiktoria Kutusowa (Ukraine) 6:1, 6:1, Stefanie Vögele (Schweiz) - Alberta Brianti (Italien) 6:7 (10:12), 6:1, 6:3, Maria Kirilenko (Russland) - Maria Koryttsewa (Ukraine) 6:2, 6:1, Vania King (USA) - Anastassia Jakimowa (Weißrussland) 2:1 - Aufgabe Jakimowa
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