128. US Open in New York: Grönefeld sorgt für Sensation - Haas weiter
zuletzt aktualisiert: 26.08.2008 - 22:54New York (RPO). Endlich mal wieder was erfreuliches von den deutschen Tennis-Profis. Anna-Lena Grönefeld hat bei den US Open in New York in Runde eins für Aufsehen gesorgt. Die Weltranglisten-141. setzte sich sensationell mit 6:4, 6:2 gegen die an Nummer elf gesetzte Daniela Hantuchova (Slowakei) durch.
Auch Tommy Haas ist weiter. Der Wahl-Amerikaner bezwang den an Nummer zwölf gesetzten Franzosen Richard Gasquet in einem Marathonmatch 6:7 (3:7), 6:4, 5:7, 7:5, 6:2.
Dagegen war Rainer Schüttler (Korbach) nach seinem Erstrunden-K.o. am Boden zerstört. Der Wimbledon-Halbfinalist musste wegen einer Erkältung mit Stirnhöhlenentzündung gegen Florent Serra (Frankreich) beim Stand von 6:7 (8:10), 0:6, 0:2 aufgeben. Wie erwartet verpasste auch Mischa Zverev (Hamburg) beim 6:7 (4:7), 2:6, 1:6 gegen den an Nummer 15 gesetzten Tommy Robredo (Spanien) den Sprung in die zweite Runde.
"Bin auf gutem Weg"
Grönefeld indes knüpfte bei ihrer 71-minütigen Gala an längst vergangen geglaubte Erfolgszeiten an. "Ich habe mittlerweile wieder richtig Spaß auf dem Platz und bin auf einem guten Weg", sagte die 23-jährige aus Nordhorn, die wegen physischer und psychischer Probleme nach einer mehrmonatigen Pause erst im Mai wieder eingestiegen war.
Damit erreichte Grönefeld erstmals seit den Australian Open im Januar 2007 wieder die zweite Runde einer Grand-Slam-Veranstaltung, nachdem sie zuletzt auf der ITF-Tour fünf Turniere gewonnen hatte. Nach der Trennung von ihrem umstrittenen Coach Rafael Font de Mora war die derzeitige Ranglisten-141., im April 2006 schon einmal die Nummer 14 der Welt, in der Rangliste aus den Top 400 gerutscht und hatte sich im letzten Jahr vom Turniergeschehen zurückgezogen. Im Big Apple kämpft sich Grönefeld jetzt zurück ins Rampenlicht.
Auch der 30-jährige Haas knüpfte an seine gewohnt guten Leistungen in New York an. In den vergangenen beiden Jahren hatte der gebürtige Hamburger jeweils das Viertelfinale erreicht. Gegen Gasquet ließ sich Haas auch von einem jeweiligen Satzrückständen nicht entnerven.
Schüttler indes erlebte nach der Verwirklichung seines Olympia-Traums und einer Reise um die halbe Welt den Alptraum von New York. "Ich hatte keine Energie, die Stirnhöhle war komplett zu. Das ist enttäuschend, aber unter den Bedingungen war nicht mehr drin", sagte Schüttler, der im ersten Durchgang vier Satzbälle vergeben hatte.
"Rainer war zu schwach"
Für seinen Trainer Dirk Hordorff hatte sich der bittere Abschluss des Auftaktspiels abgezeichnet. "Es ging einfach nicht mehr, Rainer war zu schwach. Er hatte wohlweißlich kein Antibiotika genommen. Sonst hätte er ja gar nicht spielen können", meinte Hordorff: "Nach dem verlorenen ersten Satz war mir klar, dass die Kräfte nicht mehr reichen würden."
Wegen einer Erkältung samt Heiserkeit hatte Schüttler nach seiner Ankunft von den Olympischen Spielen in Peking in der vergangenen Woche bereits mehrere Tage in seinem New Yorker Hotelbett verbringen müssen. Beim Training zuletzt fühlte sich der 32-Jährige ("Die Reiserei war schon anstrengend") allerdings schon wieder einigermaßen fit.
Zunächst war bei Schüttlers Auftakt gegen den in der Weltrangliste 33 Plätze niedriger platzierten Serra auch nichts von einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zu spüren. Ob er am Mittwoch sein Doppel mit Jürgen Melzer (Österreich) spielen kann, steht noch nicht fest. "Jetzt gehe ich erst einmal zum Arzt", sagte Schüttler, der nach den US Open eine mehrwöchige Turnierpause einlegen will.
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