Regen in New York: Nadal und Co. proben den Aufstand
zuletzt aktualisiert: 07.09.2011 - 20:22New York (RPO). Spieleraufstand bei den US Open: Angeführt von Titelverteidiger Rafael Nadal aus Spanien haben einige Profis die Organisatoren des letzten Grand-Slam-Turniers harsch kritisiert. Kernpunkt der Schelte war die Tatsache, dass einige Spieler am Mittwoch trotz leichten Nieselregens auf die Plätze geschickt wurden.
"Das können wir nicht akzeptieren. Wir fühlen uns nicht geschützt. Wir sind Teil einer Show, aber sie arbeiten nicht für uns. Die Gesundheit der Spieler ist das Wichtigste", sagte der an Nummer zwei gesetzte Nadal und kündigte an: "Wir werden dafür kämpfen, dass sich etwas ändert." Nach 15 Minuten mussten die Matches wegen der erneut stärker werdenden Niederschläge wieder unterbrochen werden.
Direkt danach stürmten Nadal, der Brite Andy Murray und Lokalmatador Andy Roddick gemeinsam in das Zimmer von Oberschiedsrichter Brian Earley und beklagten sich. "Es stand für uns außerhalb der Diskussion, ob die Plätze bespielbar waren oder nicht. Sie waren es nicht. Die Linien waren rutschig", sagte Roddick, US-Open-Sieger von 2003.
2. Match: Andrea Petkovic (Darmstadt/Nr. 10) - Caroline Wozniacki (Dänemark/Nr. 1)
2. Match: Angelique Kerber (Kiel) - Flavia Pennetta (Italien/Nr. 26)
In Flushing Meadows hat die regenbedingte Absage sämtlicher Matches am Dienstag und die neuerlichen Verschiebungen am Mittwoch zudem die seit Jahren laufende Diskussion über den Bau eines Daches auf dem größten Tennisstadion der Welt angeheizt. Das Männer-Finale hatte in den vergangenen drei Jahren wegen diverser "Washouts" jeweils erst am Montag ausgetragen werden können.
"Wir sind trotzdem noch auf Kurs mit den Finals. Nur wenn wir den Mittwoch und den Donnerstag verlieren, müssen wir uns Sorgen machen", sagte Earley am Mittwoch.
Fehlendes Dach sorgt für Kritik
Zu den Leidtragenden am Dienstag zählte auch Angelique Kerber. Das Viertelfinale der Kielerin gegen Flavia Pennetta (Italien) hatte wie unter anderem der Auftritt von Titelverteidiger Rafael Nadal um einen Tag verschoben werden müssen. Und so trainierte Kerber in der nahegelegenen Halle und hoffte auf bessere Bedingungen. "Da kann man nichts machen. Man muss es hinnehmen und versuchen, konzentriert zu bleiben", sagte die Linkshänderin.
Die Zuschauer und Profis müssen sich in New York langsam vorkommen wie im Film "Und täglich grüßt das Murmeltier". Während es bei den Australian Open und in Wimbledon inzwischen Dachkonstruktionen gibt und die French Open bald aufrüsten wollen, liegen die Pläne in New York auf Eis. "Wir müssen uns fragen, ob es sinnvoller ist, 150 Millionen Dollar in ein Dach oder weiterhin in Förderprogramme für den Nachwuchs zu investieren", sagt Chris Widmaier, Sprecher des veranstaltenden US-Verbandes USTA, nun seit drei Jahren.
Murray kritisierte die Tatsache, dass die Courts während der Regenfälle nicht zumindest abgedeckt werden, um den Spielbetrieb nach Ende der nassen Phase schnell wieder aufnehmen zu können. "Ich verstehe nicht, warum sie nicht das zumindest machen", meinte der Schotte. Die Veranstalter argumentieren, dass durch die unter einer Folie entstehende Feuchtigkeit die auf dem Hartplatz aufgetragene Farbe verwässern könnte.
Nach Meinung von John McEnroe liegt der Schwarze Peter beim US-Verband. "Die Leute dort wollten unbedingt das größte Stadion bauen, aber für denselben Preis hätten sie ein etwas kleineres Stadion und ein Dach haben können", moserte der viermalige US-Open-Gewinner nach dem verschobenen Finale von 2010.
Im vergangenen Jahr war das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres zum insgesamt 14. Mal seit 1935 in die Verlängerung gegangen. Laut Wettervorhersage soll es ab Donnerstag besser werden. Es besteht also Hoffnung, dass die diesjährigen US Open nicht in die Geschichte eingehen. 1938 hatte die Veranstaltung wegen der Auswirkungen eines Hurrikans um sechs Tage verlängert werden müssen.
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