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Tennis/US-Open: Petzschner siegt, Schüttler verliert Nerven

zuletzt aktualisiert: 01.09.2010 - 07:24

New York (RPO). In der Hitze von New York hat das Duo Philipp Petzschner und Julia Görges kühlen Kopf bewahrt - und Rainer Schüttler die Nerven verloren. Während Wimbledon-Doppelsieger Petzschner und Fed-Cup-Spielerin Görges im Schnelldurchgang die zweite Runde der US Open erreichten, durchlebte der 34-jährige Schüttler bei Temperaturen bis 35 Grad Celsius seinen persönlichen Albtraum.

Ausgeschieden: Rainer Schüttler.  Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA, AFP
Ausgeschieden: Rainer Schüttler. Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA, AFP

Der Korbacher konnte beim 3:6, 3:6, 6:4, 6:3, 6:7 (2:7) gegen Benoit Paire (Frankreich) eine 5:2-Führung im entscheidenden Satz nicht nutzen und seine Pleitenserie in Flushing Meadows nicht stoppen. "Das ist frustrierend. Wie ich gespielt habe, war schlimm. Es kann eigentlich nicht sein, dass ich es zweimal nicht schaffe, zum Matchgewinn aufzuschlagen", sagte Schüttler.

Petzschner nun gegen Djokovic

Petzschner indes erreichte nach dem 6:3, 6:1, 6:1 gegen Dusan Lojda (Tschechien) die zweite Runde und trifft dort auf den an Position drei gesetzten Novak Djokovic aus Serbien. Görges überstand danach als insgesamt dritter deutscher Tennisprofi die Auftaktrunde durch ein 6:3, 6:4 gegen Romina Oprandi (Italien). Einen Tag zuvor hatte Andreas Beck (Stuttgart) das Zweitrunden-Ticket gelöst, während fünf andere Deutsche an einem "schwarzen Montag" auf der Strecke geblieben waren.

Schüttler, im Big Apple wieder einmal der älteste Spieler im Einzel-Feld, kassierte beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres bereits die fünfte Auftaktpleite in Folge und hat mittlerweile ein New-York-Trauma. In den kommenden Wochen werden wohl auch deshalb die fast schon obligatorischen Rücktrittsgerüchte aufkommen. "Ich werde in einem halben Jahr, in einem Jahr oder in anderthalb Jahren aufhören", sagte Schüttler dazu.

Schüttler denkt ans Ende

Doch die Zahlen sprechen derzeit gegen ihn: Seit seinem überraschenden Halbfinaleinzug in Wimbledon 2008 ist der "Shaker" bei sieben der vergangenen zehn Grand-Slam-Turnieren bereits in der ersten Runde gescheitert. Über die zweite Runde kam er kein einziges Mal mehr hinaus. Schüttler, vor sechs Jahren noch die Nummer fünf der Welt, ist derzeit nur noch 91. der Weltrangliste - im Januar war er sogar aus den Top 100 herausgefallen. Zuletzt hatte er aber immer wieder betont: "Solange ich noch Spaß habe, mache ich weiter. Und ich habe noch Spaß."

Die Weichen für die Zukunft hat er aber längst gestellt. Zusammen mit seinem früheren Davis-Cup-Kumpel Alexander Waske hat Schüttler im Leistungszentrum des Hessischen Tennis-Verbandes (HTV) in Frankfurt die "Schüttler-Waske Tennis-University" ins Leben gerufen. Dort sollen Talente und etablierte Profis optimale Bedingungen vorfinden und schnell lernen, worauf es im Profisport ankommt.

Kohlschreiber startet Mittwoch

Petzschner dagegen konnte seine Niederlagenserie endlich beenden. Seit seinem Wimbledon-Sieg an der Seite des Österreichers Jürgen Melzer Anfang Juli hatte der Weltranglisten-52. aus Bayreuth fünf Auftaktschlappen in Serie kassiert und keinen Einzelsieg mehr gefeiert. Ein Kapselriss im Finger behinderte Petzschner zuletzt außerdem. "Ich war froh, dass es bei der Hitze schnell ging. Jetzt freue ich mich auf ein Spiel auf einem großen Court", sagte der 26-Jährige.

Als letzte Deutsche starten am Mittwoch Davis-Cup-Spieler Philipp Kohlschreiber (Augsburg) und Tobias Kamke aus Lübeck ins Turnier und treffen im direkten Duell aufeinander. Für Beck indes bereits das ultimative Match seiner bisherigen Karriere auf dem Plan: Der Linkshänder trifft in der zweiten Runde auf Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer. "Das ist die pure Freude. Ich habe immer gesagt, ich will einmal gegen Federer spielen", kündigte Beck vor der Feuertaufe gegen das "absolute Vorbild" an.

Wozniacki und Nadal siegen

Die topgesetzte Caroline Wozniacki hat bei den US Open die zweite Runde erreicht. Beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres gewann die 20-jährige Dänin ihr Auftaktmatch im Arthur-Ashe-Stadium gegen Wildcard-Inhaberin Chelsey Gullickson (USA) mit 6:1, 6:1. Mit einem Turniersieg in Flushing Meadows könnte Wozniacki die US-Amerikanerin Serena Williams an der Spitze der Weltrangliste ablösen. New-Haven-Siegerin Wozniacki hatte im vergangenen Jahr erst im Finale der US Open gegen Kim Clijsters (Belgien) verloren.

Der an Nummer eins gesetzte Rafael Nadal hat bei Männern ebenfalls locker die zweite Runde erreicht. Beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres gewann der 24-jährige Spanier sein Auftaktmatch gegen Teymuras Gabaschwili (Russland) in 2:57 Stunden mit 7:6 (7:4), 7:6 (7:4), 6:3. Nächster Gegner von French-Open- und Wimbledonsieger Nadal ist der Usbeke Denis Istomin. Ein Turniertriumph in Flushing Meadows fehlt Nadal noch in seiner Grand-Slam-Sammlung. In den vergangenen beiden Jahren war der Weltranglistenerste im Big Apple jeweils im Halbfinale gescheitert. Zu einem Endspieleinzug hat es für Linkshänder Nadal dort bislang noch nicht gereicht.

Mayer raus, Petkovic überrascht

Florian Mayer ist derweil bei den US Open in New York als achter deutscher Tennisprofi in der ersten Runde ausgeschieden. Der 26-Jährige aus Bayreuth unterlag dem in der Weltrangliste um 20 Plätze schlechter positionierten Florent Serra (Frankreich) in 1:47 Stunden mit 5:7, 2:6, 0:6. Es war Mayers dritte Niederlage im dritten Vergleich mit Serra.

Die Hartplätze von Flushing Meadows scheinen für den Deutschen ohnehin kein gutes Pflaster zu sein: Bei seinen bisherigen fünf Teilnahmen hatte Mayer dreimal sein Auftaktspiel verloren und war zweimal in der zweiten Runde des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres gescheitert.

Fed-Cup-Spielerin Andrea Petkovic hat bei den US Open für eine Überraschung gesorgt und ist in New York als sechster deutscher Tennisprofi in die zweite Runde eingezogen. Die 22-jährige Darmstädterin besiegte die Weltranglisten-16. Nadja Petrowa (Russland) nach einem nervenaufreibenden Match in 2:33 Stunden mit 6:2, 4:6, 7:6 (7:4). Nächste Gegnerin von Petkovic ist Bethanie Mattek-Sands (USA), die in der Weltrangliste 28 Ränge hinter der deutschen Meisterin platziert ist. Petkovic war in ihrer bisherigen Karriere noch nie über die zweite Runde eines Grand-Slam-Turniers hinausgekommen.

Lisickis Spaziergang

Auch ihre Fed-Cup-Kollegin Sabine Lisicki hat bei den US Open in New York als fünfter deutscher Tennisprofi die zweite Runde erreicht. Die 20-Jährige aus Berlin besiegte in ihrem Auftaktmatch Wildcard-Inhaberin Coco Vandeweghe (USA) in nur 48 Minuten mit 6:1, 6:0.

In der nächsten Runde trifft Lisicki auf die Wimbledon-Finalistin Wera Swonarewa aus Russland. Die Deutsche hatte nach viereinhalbmonatiger Verletzungspause wegen einer Knöchelblessur erst Anfang August ihr Comeback gegeben. Bei den Turnieren in Cincinnati und in der Bronx war die mittlerweile von Platz 22 auf Position 94 der Weltrangliste abgestürzte Lisicki zuletzt jeweils schon in der ersten Runde gescheitert.

Quelle: SID/rl

 
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