Jetzt steht sie im Viertelfinale: Tennis-Wunderkind Oudin siegt weiter
zuletzt aktualisiert: 08.09.2009 - 00:17New York (RPO). Am "Labor Day"-Feiertag ging in New York die große Teenie-Party weiter: Das amerikanische Wunderkind Melanie Oudin konnte ihren imposanten Siegeszug fortsetzen und erreichte bei den US Open erstmals ein Grand-Slam-Viertelfinale. Die 17-Jährige aus Georgia gewann 1:6, 7:6 (7:2), 6:3 gegen die an Nummer 13 gesetzte Russin Nadia Petrowa.
College-Schülerin Oudin wurde nach ihrem dritten Favoritensturz von den 22.000 Zuschauern im größten Tennis-Stadion der Welt frenetisch gefeiert. "Ich kann das noch alles gar nicht fassen, ich bin überglücklich", meinte Oudin.
Am Mittwoch trifft die US-Hoffnungsträgerin auf Caroline Wozniacki (Dänemark), die die French-Open-Gewinnerin Swetlana Kusnezowa (Russland) 2:6, 7:6 (7:5), 7:6 (7:3) besiegte. Nachdem Oudin zuvor bereits Olympiasiegerin Jelena Dementjewa und die frühere Nummer eins Maria Scharapowa (beide Russland) gestürzt hatte, half im Achtelfinale erneut der Glaube an den "Schuhtick".
Auf den rosa-gelben Tretern hatte die Weltranglisten-70. aus den Südstaaten die Aufschrift "Believe" anbringen lassen. "Darum geht es. Wenn ich an mich glaube, dann kann ich alle da draußen schlagen. Es war die Idee meines Freundes", meinte Oudin, deren Urgroßvater aus Frankreich stammt.
"Es fühlt sich toll an"
Wie schon in den beiden Runden zuvor holte Oudin einen Satzrückstand auf. Schon in den vergangenen Tagen war die Blondine, die erstmals durch ihren Achtelfinaleinzug in Wimbledon auf sich aufmerksam gemacht hatte, zum US-Open-Shootingstar aufgestiegen. Bei einem Foto-Termin am Times Square war sie von Hunderten Leute erkannt worden und hatte Autogramme geben müssen. "Das gab es noch nie. Ich kann das alles noch gar nicht realisieren. Aber es fühlt sich toll an", sagte die nur 1,68 m große Oudin.
Zuvor hatte die ungesetzte Katerina Bondarenko für ein Novum gesorgt. Als erste Ukrainerin überhaupt erreichte die 23-Jährige bei einem Grand-Slam-Turnier die Runde der letzten Acht. Die Weltranglisten-52. besiegte die ebenfalls ungesetzte Argentinierin Gisela Dulko in einem 47-minütigen Schnelldurchgang mit 6:0, 6:0.
Bei den Männern spielte sich der Schwede Robin Söderling als erster Spieler ins Viertelfinale. Der French-Open-Finalist profitierte beim Stand von 7:5, 3:6, 6:2 allerdings von der verletzungsbedingten Aufgabe des an Nummer acht gesetzten Russen Nikolai Dawydenkos.
Doch die Schlagzeilen in New York gehören vor allem Viertelfinalistin Kim Clijsters und ihrem wundersamen Comeback. Die frühere Weltranglistenerste, die nach ihrer 27-monatigen Babypause erst vor ein paar Wochen auf die Tour zurückgekehrt war, könnte am Wochenende Geschichte schreiben. Die letzte Mutter, die ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat, war 1980 in Wimbledon Evonne Goolagong (Australien).
Daran verschwendet Wildcard-Inhaberin Clijsters derzeit aber noch keinen Gedanken. Obwohl sie beim 6:0, 0:6, 6:4-Sieg im Achtelfinale gegen die an drei gesetzte Venus Williams (USA) schon wieder ganz die alte war.
Die Vorzeichen für ihren zweiten US-Open-Triumph nach 2005 sind aber nicht schlecht. Gegen Viertelfinal-Gegnerin Li Na (China) hat Clijsters eine Bilanz von 3:1 Siegen. Im Halbfinale könnte es dann zum vorweggenommenen Endspiel gegen Serena Williams (USA) kommen. Die Titelverteidigerin muss sich aber erst einmal gegen Flavia Pennetta durchsetzen. Die Italienerin schaffte nach der Abwehr von sechs Matchbällen noch ein 3:6, 7:6 (8:6), 6:0 gegen Wera Zwonarewa (Russland).
Bei den Männern macht sich indes die kräftzehrende Saison bemerkbar. Sowohl der an neun gesetzte Gilles Simon (Frankreich) als auch Jose Acasuso (Argentinien) mussten ihre Drittrunden-Partien wegen Verletzung vorzeitig aufgeben.
Auch der gerade von einer Knieblessur genesene Rafael Nadal plagt sich mit Bauchmuskelbeschwerden. Trotzdem behielt der Weltranglistendritte mit 7:5, 6:4, 6:4 gegen seinen spanischen Landsmann Nicolas Almagro die Oberhand. Der letztjährige Finalist Andy Murray (Großbritannien) machte beim 6:3, 6:2, 6:2 gegen den US-Amerikaner Taylor Dent ebenfalls kurzen Prozess.
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