Kiefer fordert Nadal: US Open: Das Duell der Gegensätze
VON TIM RÖHN - zuletzt aktualisiert: 04.09.2009 - 19:37New York (RPO). Der eine will es endlich wissen, der andere bei seinem Comeback-Turnier eine Überraschung mit aller Macht vermeiden - Nicolas Kiefer und Rafael Nadal gehen mit völlig unterschiedlichen Vorzeichen in das direkte Duell in der zweiten Runde bei den US Open in New York.
Zwölf Mal standen sich die beiden Tennis-Profis bislang gegenüber, nicht ein einziges Mal ging Kiefer als Sieger vom Platz - höchste Zeit, dass sich das ändert. "Ich werde mein Bestes geben", verspricht der 32-Jährige, dessen bestes Ergebnis beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres eine Viertelfinal-Teilnahme aus dem Jahr 2000 ist. Seit 1995 spielt er auf der Tour, er war mal Weltranglisten-Vierter, aber den großen Durchbruch schaffte er nie.
Sein Gegenüber schlägt da in ganz anderen Dimension auf. Er ist einer der Superstars der Branche. Sechs Grand-Slam-Titel hat der 23-jährige Spanier bislang geholt, nur bei den US Open reichte es noch nicht zum Triumph. Im vergangenen Jahr scheiterte der Sandplatz-Spezialist im Halbfinale an Andy Murray (Großbritannien).
In diesem Jahr ist das Turnier in Flushing Meadows für Nadal etwas ganz Besonderes. Bei den French Open im Mai in Paris hatte er sich eine Knieverletzung zugezogen, die ihn drei Monate außer Gefecht setzte. Den Spitzenplatz in der Weltrangliste musste er an den Schweizer Roger Federer abtreten, mittlerweile wurde er auch von Murray überholt.
Bei seinem Comeback in Montreal Mitte August stürmte er ins Viertelfinale, in Cincinnati war im Halbfinale Schluss. Aber erst New York ist für Nadal die Rückkehr auf die ganz große Tennis-Bühne. Der erste Auftritt war vielversprechend: Den Franzosen Richard Gasquet fegte er deutlichg in drei Sätzen vom Platz.
Allerdings hatte Gasquet in diesem Jahr mit einer Kokain-Affäre zu kämpfen, war zweieinhhalb Monate gesperrt und fand im Sommer noch nicht zu alter Stärke zurück. Kiefer ist da ein anderes Kaliber: Nach auskurierter Bänderverletzung Anfang des Jahres stand er im Juli in Stuttgart immerhin im Halbfinale, in Gstaad war eine Runde früher Schluss.
Und so lobt denn auch Nadal den deutschen Routinier über den Klee: "Nicolas verfügt über eine unglaubliche Erfahrung und ist ein sehr, sehr guter Spieler. Er ist sehr gefährlich, da er sehr aggressiv spielt. Ich muss also eine gute Leistung bringen, wenn ich hier die dritte Runde erreichen will", so Nadal.
Aber bei aller Ehrerweisung für den Kontrahenten: Gegen einen Nadal in Normalform ist Kiefer chancenlos. Dabei träumt er so sehr von einer Bilanzkorrektur: 1:12 - das würde schon viel besser klingen.
Das Ergebnis und Bilder der Partie finden Sie am Samstagmorgen an dieser Stelle.
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