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  Foto: afp, TIMOTHY A. CLARY
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US Open: Vom Winde verweht: Terminchaos in New York

zuletzt aktualisiert: 09.09.2012 - 11:45

Tornadowarnung, Windlotterie und Terminchaos: Die US Open sorgen auch in diesem Jahr wieder für Schlagzeilen. Nach dem Halbfinale war sogar von irregulären Bedingungen die Rede. Zum fünften Mal in Serie geht das Turnier in die Verlängerung.

Selbst Edelfan James Bond hoch droben in der VIP-Box war machtlos: 007-Darsteller Sean Connery musste hilflos mitansehen, wie die US Open nach einem annähernd irregulären Halbfinale, einer Tornadowarnung samt Evakuierung und der fünften Verlängerung in Serie wieder ins Terminchaos stürzten.

Bei der Windlotterie von New York war es zu kuriosen Szenen gekommen. Im ersten Semifinale zwischen dem britischen Olympiasieger Andy Murray und Tomas Berdych aus Tschechien (5:7, 6:2, 6:1, 7:6) flogen wiederholt Gegenstände wie Kleidungsstücke oder Plastiktüten auf den Court. Das akustische Netzkantensignal mussten abgeschaltet werden, weil die Böen von bis zu 45 km/h es immer wieder wie von Geisterhand auslösten.

Vor allen Dingen die Aufschläge beider Profis gerieten zum Glücksspiel. Das Service von Berdych, der auf 62 unerzwungene Fehler kam, landete sogar einmal einen Meter hinter der Grundlinie. "Es war brutal. Das waren wohl die härtesten Bedingungen, unter denen ich je gespielt habe. Und das heißt schon was, schließlich bin ich aus Schottland", sagte Murray, dem in einer Szene seine Kappe vom Lockenkopf geweht wurde.

Berdych forderte nach der unwürdigen Fortsetzung des Klassikers "Vom Winde verweht" eine Regel, die eine Austragung unter derartigen Umständen künftig verhindern soll: "Ich denke, unser Sport verdient es, für solche Bedingungen wie heute Regeln zu haben", sagte der Weltranglistensiebte: "Wir sind hier in den USA, wo sie die Show lieben. Aber das hatte nichts mit Show zu tun."

Zu allem Überfluss musste im Anschluss die zweite Halbfinal-Partie zwischen dem topgesetzten Novak Djokovic (Serbien) und dem Spanier David Ferrer beim Stand von 2:5 im ersten Satz wegen einer Tornadowarnung für Queens abgebrochen und auf Sonntag verschoben werden.

Innerhalb von 45 Minuten wurden auf Polizeianweisung das mit 24.049 Zuschauern gefüllte Arthur-Ashe-Stadium sowie das gesamte Gelände evakuiert. Zu diesem Zeitpunkt stand schon fest, dass auch die US Open 2012 bis Montag verlängert werden müssen. "Ich bin verärgert über das Ganze. Und wenn ich außerhalb des Courts sauer bin, dann heißt das schon etwas", sagte Ikone John McEnroe zu dem alljährlichen Planungswahnsinn beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

Wie in den Jahren zuvor ließen die Veranstalter am "Super Samstag" die beiden Männer-Halbfinals trotz der für den Nachmittag angekündigten Schlechtwetterfront nicht parallel beginnen. Der übertragende TV-Sender CBS hatte so entschieden.

Der Abbruch des zweiten Matches bedeutete, dass das Endspiel zum fünften Mal hintereinander am Montag ausgetragen wird. Auch das Frauen-Finale zwischen Wiktoria Asarenka (Weißrussland) und Serena Williams (USA) war wegen des schlechten Wetters von Samstagabend auf Sonntagnachmittag Ortszeit verlegt worden.

Die Diskussion über das fehlende Dach auf dem größten Tennis-Stadion der Welt, dessen Bau rund 200 Millionen Dollar kosten würde, wird jedes Jahr wieder aktuell. Das Spiel zwischen Murray und Berdych hatte wegen Regens bereits mit anderthalbstündiger Verspätung begonnen. Der bei den US Open als TV-Kommentator arbeitende Boris Becker musste aus dem überfluteten Studio flüchten.

Während es bei den Australian Open und in Wimbledon inzwischen Dachkonstruktionen gibt und die French Open diesbezüglich bis 2017 aufrüsten, tut sich im Corona Park nichts. Der US-Verband USTA plant zwar, das Gelände für rund 500 Millionen Dollar umzubauen - eine Abdeckung ist aber aus Kostengründen nicht vorgesehen.

Zumindest soll es ab dem kommenden Jahr den "Super Samstag" nicht mehr geben. Zwischen dem Männer-Halbfinale und -Endspiel soll ein Ruhetag liegen. Was den Veranstaltern bei schlechtem Wetter mehr Spielraum lassen würde.

Quelle: sid

 
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