French Open: Clijsters sensationell raus – Petkovic siegt
zuletzt aktualisiert: 26.05.2011 - 21:08Paris (RPO). Die French Open haben ihre erste Sensation: Die an Position zwei gesetzte Kim Clijsters scheiterte in der zweiten Runde völlig überraschend mit 6:3, 5:7, 1:6 an der Weltranglisten-114. Arantxa Rus aus den Niederlanden. Seit ihrem traumhaften Comeback im Spätsommer 2009 hatte Melbourne-Siegerin Clijsters bei einem Grand-Slam-Turnier nicht mehr so früh verloren.
Die 27-jährige Belgierin vergab auf dem Court Philippe Chatrier beim Stand von 5:2 sogar einen Matchball und wirkte im Anschluss völlig verunsichert. Die zweimalige Roland-Garros-Finalistin Clijsters produzierte in dem Match über 2:02 Stunden 65 "unforced errors". Ihre 20 Jahre alte Gegnerin Rus, die ihren größten Erfolg feierte, leistet sich nur 22 so genannte "einfache Fehler".
Erst ein paar Tage vor der Pleite hatte "Super Mom" Clijsters in Paris das lange gehütete Geheimnis um ihren vermeintlichen High-Heels-Unfall gelüftet. Clijsters hatte Anfang April bei der Hochzeit ihres Cousins eine Knöchelverletzung erlitten und nach fünfwöchiger Pause erst im Mai wieder mit dem Training begonnen.
"Ich habe auf der Feier barfuß getanzt. Eine Menge Leute dachten, ich habe hohe Schuhe getragen. Aber ich kann in High Heels nicht tanzen, deshalb hatte ich sie ausgezogen", berichtete Clijsters, die bei den US Open 2009 eines der größten Comebacks der Sport-Geschichte perfekt gemacht hatte. Nach der Geburt von Jada und einer 27-monatigen Pause hatte "Kimback" erst vier Wochen vor der Veranstaltung in Flushing Meadows ihr erstes Turnier bestritten - und dann prompt in New York gewonnen. Den Coup im "Big Apple" wiederholte die Rechtshänderin aus Bree 2010.
Mayer raus - Petkovic weiter
Florian Mayer hat ebenfalls den Sprung in die dritte Runde der French Open in Paris verpasst. Der Davis-Cup-Spieler aus Bayreuth unterlag dem Qualifikanten Alejandro Falla (Kolumbien) nach schwacher Leistung in 2:58 Stunden mit 6:4, 6:7 (4:7), 1:6, 2:6. Im Spiel der vergebenen Chancen konnte Mannschafts-Weltmeister Mayer im zweiten Durchgang zwei Satzbälle nicht nutzen und brach danach völlig ein. Der 27-Jährige muss damit in Roland Garros weiter auf seinen ersten Drittrunden-Einzug warten.
Besser machte es Andrea Petkovic. Die 23-Jährige steht erstmals in ihrer Karriere in der dritten Runde der French Open in Paris. Die Weltranglisten-Zwölfte aus Darmstadt besiegte Lucie Hradecka (Tschechien) mit 7:6 (7:2), 6:2. Fünf Tage nach ihrem Turniersieg in Straßburg verwandelte Petkovic nach 1:27 Stunden ihren zweiten Matchball. In der nächsten Runde trifft die Australian-Open-Viertelfinalistin entweder auf Jarmila Gajdosowa (Australien/Nr. 24) oder die Spanierin Anabel Medina Garrigues.
Petkovic wirkte auf Court 2 hochkonzentriert und blieb im Tiebreak nervenstark. Zu Beginn des zweiten Satzes nahm die Hessin der Weltranglisten-45. Hradecka gleich den Aufschlag ab. Petkovic hatte zuvor alle drei Duelle gegen die 26-Jährige verloren. Zuletzt beim Fed Cup 2010 in Brünn.
Ihr neuer Berater Heinz Günthardt traut Petkovic mittelfristig noch Großes zu: "Andrea soll irgendwann einen ernsthaften Anspruch auf einen Grand-Slam-Titel haben", sagte der frühere Steffi-Graf-Trainer Günthardt.
Hoffen auf Görges - Kamke chancenlos
Tobias Kamke hat indes eine Überraschung in der zweiten Runde der French Open in Paris klar verpasst. Der 25-Jährige aus Lübeck scheiterte mit 2:6, 2:6, 6:7 (4:7) an Davis-Cup-Sieger Viktor Troicki (Serbien/Nr. 15).
Michael Berrer hat bei den French Open die Ehre der deutschen Männer gerettet und ist als einziger DTB-Starter in die dritte Runde eingezogen. Der 30 Jahre alte Stuttgarter setzte sich mit 7:6 (8:6), 3:6, 7:5, 6:4 gegen den französischen Qualifikanten Arnaud Clement durch. In der nächsten Runde wartet auf den in der Weltrangliste auf Position 95 geführten Berrer nun der an Nummer vier gesetzte Schotte Andy Murray.
Die deutschen Hoffnungen ruhen jetzt vor allem auf Julia Görges, die am Freitag mit dem Achtelfinal-Einzug ihren bislang größten Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier perfekt machen will. Die Weltranglisten-18. trifft auf Lokalmatadorin Marion Bartoli (Frankreich/Nr. 11) - und ist nach den Leistungen der letzten Wochen keine Außenseiterin. "Mein Ziel ist es, bei einem Grand Slam endlich einmal in die zweite Woche zu kommen", sagte Görges.
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