Kommentar: Die Lehren aus den French Open
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 31.05.2010 - 14:50Paris (RP). Der übliche Reflex beim Betrachten des Abschneidens deutscher Tennisprofis beim Grand-Slam-Turnier in Paris ist diesmal nicht angebracht. Ja, es ist natürlich peinlich, dass keiner aus dem großen Aufgebot des einstmals so stolzen Deutschen Tennis-Bundes (DTB) den Sprung in die zweite Woche bei den French Open geschafft hat.
Bis auf zwischenzeitliche Ausreißer hat das Land, in dem einst Becker, Stich und Graf für Euphorie sorgten, eben einfach nur noch Durchschnitt zu bieten. Elf männliche Akteure sind zwar unter den besten 100 der Welt platziert, keiner davon aber unter den Top 20. Bei den Damen ist in Andrea Petkovic die erste Deutsche erst auf Rang 41 gelistet.
Diesmal in Paris machten einige junge Akteure zumindest kurzzeitig mit erfrischenden Auftritten auf sich aufmerksam. Qualifikanten wie Julian Reister beispielsweise. Der 24-Jährige stand erstmals überhaupt in der Hauptrunde eines Grand-Slam-Turniers und scheiterte erst in der dritten Runde an dem Schweizer Branchenprimus Roger Federer.
Es gilt, daran anzuknüpfen. Ein nicht einfaches Unterfangen. Das liegt auch an einem Tennis-Verband, der nicht wirklich ein Konzept in der Schublade hat, wie Talente nachhaltig gefördert werden können. Das ist erst recht peinlich.
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