French Open in Paris: Federer schreibt Geschichte
zuletzt aktualisiert: 07.06.2009 - 12:03Paris (RPO). Roger Federer hat es endlich geschafft. Der Schweizer Weltranglistenzweite gewann erstmals die French Open in Paris. Als sechster Spieler triumphierte der 27-Jährige bei allen vier großen Turnieren. Mit einer Demonstration seiner Stärke ließ Federer dem Schweden Robin Söderling beim 6:1, 7:6 (7:1), 6:4 im Endspiel keine Chance.
"Das ist unbeschreiblich und vielleicht mein größter Sieg. Ich habe keine Worte dafür und ohne die Zuschauer hätte ich es nie geschafft", sagte Federer mit Tränen in den Augen. Fast 15.000 Zuschauer auf dem Court Philippe Chatrier standen begeistert auf ihren Plätzen, als Federer aus den Händen von Andre Agassi zum ersten Mal den Coupe de Mousquetaire entgegennahm.
Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren hatte Agassi als bislang letzter Spieler ebenfalls in Paris das Grand-Slam-Quartett komplett gemacht. "Roger verdient das noch mehr, als ich es verdient habe. In einer Karriere bei allen vier Turnieren zu gewinnen, ist eine der größten Leistungen im Sport überhaupt", sagte Agassi.
Viermal war Federer in den vergangenen Jahren nacheinander am späteren Turniersieger Rafael Nadal in Roland Garros gescheitert, 2005 im Halbfinale, 2006 bis 2008 im Endspiel.
Auszüge aus Federers Siegesrede:
Es ist ganz schön mal auf dem Podium zu stehen und endlich Sieger zu sein. Das ist ein magischer Moment. Robin, vielen Dank! Du hast mich so zum lachen gebracht. Und Du hast mir geholfen, dass ich jetzt sprechen kann. Das hätte ich sonst nicht geschafft.
Das ist eine lange Zeit, die ich jetzt schon spiele. Ihr habt mir immer so viel Unterstützung gegeben. Ich möchte allen danken. Das ist so unglaublich für mich, was in meiner Karriere passiert ist. Ihr seid die Größten, diesen Titel habe ich auch für Euch gewonnen.
Diesmal hatte Außenseiter Söderling den Spanier im Achtelfinale sensationell aus dem Turnier geworfen. Im ersten Grand-Slam-Finale seiner Karriere war der 24-Jährige dann aber lange zu unsicher und verpasste den ersten Sieg eines Schweden seit Mats Wilander 1988.
Federer ließ sich auch nicht aus der Fassung bringen, als ein Störenfried zu Beginn des zweiten Satzes plötzlich von der Tribüne auf den Court stürmte und versuchte, dem Eidgenossen eine rote Mütze überzuziehen. Als die Sicherheitskräfte den Mann schließlich überwältigt hatten, reagierte Federer mit einem Lächeln und spielte im immer stärker werdenen Regen einfach weiter.
Wimbledon (5), US Open (5), Australian Open (3) - alle großen Turniere hatte er seit 2003 schon gewonnen und der Druck in Paris war in diesem Jahr spätestens nach dem Aus von Nadal riesengroß.
Zauber-Tennis von Federer
Doch nach einer stürmischen Begrüßung durch die Fans begann er das Endspiel mit alter Leichtigkeit und zauberte immer wieder starke Stopps und Passierbälle auf die rote Asche. Söderling war dagegen sichtlich nervös und konnte vor allem seine gewaltige Vorhand zunächst überhaupt nicht durchsetzen.
Söderling war dagegen sichtlich nervös und konnte vor allem seine gewaltige Vorhand zunächst überhaupt nicht durchsetzen. "Er ist der beste Spieler der Geschichte. Er war heute zu gut für mich und hat es verdient", meinte Söderling.
Ein Jahr nach seiner demütigenden Dreisatzniederlage gegen Nadal schrieb sich Federer nun nach Agassi, Fred Perry, Don Budge, Rod Laver, Roy Emerson in die Siegerliste bei allen Grand Slams ein. Und auch Sampras hat er im Grunde überflügelt, denn der schaffte bis zu seinem offiziellen Rücktritt 2003 nie einen Sieg in Paris. Federer gelang das Kunststück in seinem 19. Finale bei einem Major - auch hier ist er gemeinsam mit Ivan Lendl Rekordhalter.
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