French Open in Paris: Haas mit Dusel in Runde drei
zuletzt aktualisiert: 28.05.2009 - 22:32Paris (RPO).Tommy Haas rettete sich mit zitternder Hand weiter, Andreas Beck versagten im entscheidenden Moment die Nerven: Während der 31 Jahre alte Haas nach einem Fünfsatzkampf zum insgesamt sechsten Mal in die dritte Runde der French Open einzog, musste der acht Jahre jüngere Paris-Debütant aus Ravensburg nach zwei Spielen seine Koffer packen.
Beck unterlag gegen Rainer Schüttlers Erstrundenbezwinger Marc Gicquel aus Frankreich 4:6, 7:6 (8:6), 6:7 (3:7), 5:7. Haas quälte sich beim 6:3, 7:6 (7:2), 3:6, 4:6, 6:3 gegen Qualifikant Leonardo Mayer aus Argentinien trotz 2:0-Satzführung über fünf Durchgänge. Nach 3:28 Stunden reckte er die rechte Faust nach oben und schrie mit einem lauten "Ja" seine Erleichterung heraus.
"Das war haucheng am Ende", sagte Haas. Sein nächster Gegner ist Jeremy Chardy aus Frankreich, dann vermutlich auf einem der größeren Plätze in Roland Garros. "Chardy hat eine unmenschliche Vorhand, der prügelt ganz schon gegen den Ball", sagte Haas.
Neben dem gebürtigen Hamburger hat damit nur noch Philipp Kohlschreiber (Augsburg) die Chance auf den Einzug in Runde drei. Sein Match gegen den früheren Paris-Sieger Juan Carlos Ferrero aus Spanien musste am Donnerstagabend beim Stand von 6:4, 2:6, 6:4, 6:7 (3:7) wegen der einsetzenden Dunkelheit vertagt werden. Die weiteren elf gestarteten deutschen Profis waren bereits zuvor ausgeschieden.
"Die pure Enttäuschung" verspürte nach seinem unglücklichen Aus Andreas Beck. Dabei ärgerte er sich auch über Gicquel, der ihn nach einigen engen Bällen zwischendurch als Betrüger bezeichnet hatte. "Ich verstehe das einfach nicht, am besten ist, wir sprechen gar nicht mehr darüber", meinte Beck, der sich spielerisch nichts vorzuwerfen hatte.
Haas sah gegen Leonardo Mayer, den er "noch nie vorher gesehen hatte", schon wie der sichere Sieger aus. Doch dann brachte er sich mit zunehmender Fehlerzahl gegen einen stärker werdenden Gegner selbst aus dem Konzept. Haas: "Mein Kopf ging dann wieder irgendwo anders hin und es war schwer, wieder ins Spiel zu finden."
Erst mit dem Break zum 5:3 im Entscheidungssatz hatte er den Widerstand gebrochen. Gegen Chardy hat er das bislang einzige Aufeinandertreffen in diesem Jahr in Delray Beach auf Hartplatz in zwei Sätzen verloren.
Der Weltranglistenzweite Roger Federer entging einem frühen Aus am Donnerstag ebenfalls nur mit Mühe. Der Schweizer quälte sich in der zweiten Runde nach schwacher Leistung zu einem 7:6 (10:8), 5:7, 7:6 (7:2), 6:2-Erfolg über Jose Acasuso aus Argentinien.
Er wehrte im ersten Durchgang vier Satzbälle ab, lag im dritten Satz mit 1:5 zurück und musste beim 2:5 einen Satzball abwehren. "Ich hatte ein bisschen Glück, dass ich den dritten Satz noch gedreht habe. Aber dann war ich wieder im Match, war physisch und mental stärker", sagte Federer.
Federer, der 13 Grand-Slam-Titel gewonnen hat, aber noch auf seinen ersten Erfolg in Roland Garros wartet, hat bei den letzten 19 Grand-Slam-Turnieren mindestens das Halbfinale erreicht. Zuletzt scheiterte er in Paris 2004 frühzeitig, damals in der dritten Runde.
Dort stehen auch die Williams-Schwestern. Während die jüngere Serena in zwei Sätzen gegen Virginie Ruano Pascual aus Spanien keine Probleme hatte, musste Venus beim 6:7 (5:7), 6:2, 7:5 über Lucie Safarova aus Tschechien hart kämpfen.
French Open in Paris (16,2 Millionen Euro), 4 Tag:
Herreneinzel, 2. Runde: Tommy Haas (Sarasota-USA) - Leonardo Mayer (Argentinien) 6:3, 7:6 (7:2), 3:6, 4:6, 6:3, Marc Gicquel (Frankreich) - Andreas Beck (Ravensburg) 6:4, 6:7 (6:8), 7:6 (7:3), 7:5, Roger Federer (Schweiz/Nr. 2) - Jose Acasuso (Argentinien) 7:6 (10:8), 5:7, 7:6 (7:2), 6:2, Juan Martin Del Potro (Argentinien/Nr. 5) - Viktor Troicki (Serbien) 6:3, 7:5, 6:0, Andy Roddick (USA/Nr. 6) - Ivo Minar (Tschechien) 6:2, 6:2, 7:6 (7:2), Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich/Nr. 9) - Juan Monaco (Argentinien) 7:5, 2:6, 6:1, 7:6 (10:8), Nikolaj Dawydenko (Russland/Nr. 10) - Diego Junqueira (Argentinien) 4:6, 6:3, 6:0, 6:2, Gael Monfils (Frankreich/Nr. 11) - Victor Crivoi (Rumänien) 6:4, 6:3, 6:3, Tommy Robredo (Spanien/Nr. 16) - Daniel Gimeno-Traver (Spanien) 6:4, 6:4, 6:3, Jürgen Melzer (Österreich/Nr. 24) - Guillaume Rufin (Frankreich) 6: 2, 7:5, 6:4, Igor Andrejew (Russland/Nr. 25) - Martin Vasallo Arguello (Argentinien) 1:6, 7:5, 5:7, 6:3, 6:4, Paul-Henri Mathieu (Frankreich/Nr. 32) - Pablo Andujar (Spanien) 6:2, 6:3, 6:4, Maximo Gonzalez (Argentinien) - Andreas Seppi (Italien) 7:6 (10:8), 6:3, 6: 3, Jeremy Chardy (Frankreich) - Simone Bolelli (Italien) 6:2, 6:3, 4:6, 4:6, 6:1, Christophe Rochus (Belgien) - Arnaud Clement (Frankreich) 6:1, 7:5, 4:6, 6:3. - wegen Dunkelheit abgebrochen: Philipp Kohlschreiber (Augsburg) - Juan Carlos Ferrero (Spanien) 6:4, 2:6, 6:4, 6:7 (3:7), Novak Djokovic (Serbien/Nr. 4) - Sergij Stachowsky (Ukraine) 6:3, 6:4
Dameneinzel, 2. Runde: Serena Williams (USA/Nr. 2) - Virginia Ruano Pascual (Spanien) 6:2, 6:0, Venus Williams (USA/Nr. 3) - Lucie Safarova (Tschechien) 6:7 (5:7), 6:2, 7:5, Jelena Dementjewa (Russland/Nr. 4) - Jelena Dokic (Australien) 2:6, 4:3, Aufgabe Dokic, Jelena Jankovic (Serbien/Nr. 5) - Magdalena Rybarikova (Slowakei) 6:1, 6:2, Swetlana Kusnezowa (Russland/Nr. 7) - Galina Woskobojewa (Kasachstan) 6:0, 6:2, Caroline Wozniacki (Dänemark/Nr. 10) - Jill Craybas (USA) 6:1, 6:4, Agnieszka Radwanska (Polen/Nr. 12) - Maria Korytzewa (Ukraine) 6:1, 6:4, Tathiana Garbin (Italien) - Marion Bartoli (Frankreich/Nr. 13) 6:3, 7:5, Virginie Razzano (Frankreich) - Anabel Medina Garrigues (Spanien/Nr. 18) 6:2, 6:2, Sorana Cirstea (Rumänien) - Alize Cornet (Frankreich/Nr. 21) 6:3, 6:2, Aleksandra Wozniak (Kanada/Nr. 24) - Petra Martic (Kroatien) 6:3, 6:3, Melinda Czink (Ungarn) - Sybille Bammer (Österreich/Nr. 28) 4:6, 6:3, 10:8, Samantha Stosur (Australien/Nr. 30) - Yanina Wickmayer (Belgien) 6:3, 4:6, 6:4, Jarmila Groth (Slowakei) - Mariana Duque (Kolumbien) 6:2, 7:6 (11:9), Lourdes Dominguez (Spanien) - Alexa Glatch (USA) 7:6 (7:0), 7:5, Maria Jose Martinez Sanchez (Spanien) - Wiktorija Kutusowa (Ukraine) 3:6, 6:3, 6:3, Kateryna Bondarenko (Ukraine) - Olivia Rogowska (Australien) 4:6, 7:5, 7:5
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