French Open in Paris: Haas und Kohlschreiber glänzen auf Asche
zuletzt aktualisiert: 30.05.2009 - 21:03Paris (RPO). Großer Tag für die deutschen Tennis-Spieler: Beim Grand-Slam-Turnier in der französischen Hauptstadt Paris zogen sowohl Tommy Haas, als auch Philipp Kohlschreiber ins Achtelfinale der French Open ein. Kohlschreiber besiegte den Weltranglistenvierten.
Deutscher Glanztag auf roter Asche: Philipp Kohlschreiber hat für die bislang größte Überraschung der French Open gesorgt und ist Tommy Haas ins Achtelfinale gefolgt. Kohlschreiber warf den Weltranglistenvierten Novak Djokovic aus Serbien mit einem 6:4, 6:4, 6:4 in der "Stierkampfarena" von Roland Garros aus dem Rennen und feierte seinen bislang größten Erfolg beim wichtigsten Sandplatzturnier der Welt. Kohlschreiber verwandelte nach nur 2:21 Stunden gleich den ersten Matchball.
"Das war das beste Match meines Lebens", sagte der 25-Jährige, dachte aber gleich schon eine Runde weiter: "Ich muss das realistisch sehen. In der nächsten Runde habe ich nichts mehr davon. " Am Montag ist der an Nummer 16 gesetzte Spanier Tommy Robredo sein nächster Gegner. Am Samstag aber musste auch der gestrauchelte Favorit Djokovic Kohlschreibers Leistung anerkennen: "Er hat unglaublich gut gespielt. Taktisch und mental war er sehr gut, und ich hatte dagegen keine Lösungen. Ich habe einfach nie meinen Rhythmus gefunden."
Nur wenige Stunden zuvor hatte Haas auf demselben Court mit einem 7:5, 6:3, 4:6, 6:4 über Jeremy Chardy aus Frankreich zum zweiten Mal nach 2002 das Achtelfinale erreicht und damit den Weg zum besten deutschen Ergebnis in Paris seit 13 Jahren bereitet: 1996 hatten in dem späteren Finalisten Michael Stich und Bernd Karbacher zum letzten Mal zwei Deutsche in der vierten Runde des Grand Slams gespielt. Haas verdiente sich nun ein Match gegen den 13-maligen Grand-Slam-Sieger Roger Federer aus der Schweiz.
Für die Schlagzeile des Tages aber sorgte der groß aufspielende Kohlschreiber. Nur bei den Australian Open 2008 hatte er bislang ebenfalls bei einem Grand Slam im Achtelfinale gestanden. Gegen den "haushohen Favoriten" (Kohlschreiber) zeigte er von Beginn an freilich nur wenig Respekt. Mit präzisen Grundlinienschlägen, schnellen Beinen und gefühlvollen Stops war er auf Augenhöhe mit dem Australian-Open-Sieger von 2008.
Über die teils starken Böen im sonnigen Paris meckerten zwar beide, doch letztlich blieb Kohlschreiber ganz cool. Nach einem tollen Passierball spendete sogar Djokovic Applaus für den Augsburger und auf der Tribüne feierte Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen seinen Schützling.
Tommy Haas, der zwei Sätze lang ebenfalls fast makelloses Tennis gespielt hatte, dann aber etwas einbrach und die Partie auch mit Glück über die Runden brachte, war zu diesem Zeitpunkt längst geduscht und ganz entspannt. "Ich habe nicht damit gerechnet, hier ins Achtelfinale zu kommen", sagte Haas, "das hat streckenweise viel Spaß gemacht. Vor allem die ersten beiden Sätze waren sehr gut, sehr konstant."
Vor sieben Jahren hatte Haas zum bislang einzigen Mal in Paris ein Achtelfinale gespielt. Als bislang letztem Deutschen war das vor vier Jahren Nicolas Kiefer gelungen. Haas" beste Ergebnisse bei Grand-Slam-Turnieren sind die Halbfinalteilnahmen bei den Australian Open 2007, 2002 und 1999. In Paris hatte er in den vergangenen beiden Jahren wegen Schulterproblemen nicht spielen können.
Nun ist er mit 31 Jahren ältester noch im Turnier verbliebender Spieler. Den neun Jahre jüngeren Chardy brachte er zu Beginn des dritten Satzes mit einigen Fehlern selbst wieder ins Spiel. Auch die Zuschauer wurden plötzlich lauter. "Ich wusste, mit dem Publikum an seiner Seite wird"s schwer", sagte Haas.
Als er dann schließlich beim 5:3 im vierten Satz schon seinen ersten Matchball hatte, "bin ich total verkrampft." Wenig später machte er es dann besser.
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