French Open: Henin schmeißt Scharapowa raus
zuletzt aktualisiert: 30.05.2010 - 21:57Paris (RPO). Jubel über "Grande Dame" Justine Henin, aber der Abschied vom "Spitzen"-Tennis: Die French Open in Paris haben vor dem Start der zweiten Woche eine Attraktion verloren. Die extravagant gekleidete Venus Williams verpasste durch ein 4:6, 3:6 gegen Nadia Petrowa (Russland) den Viertelfinal-Einzug.
Die Weltranglisten-Zweite aus den USA hatte in Roland Garros mit ihrem aufreizenden Outfit für großes Aufsehen gesorgt. Venus Williams trug in der Modestadt durchsichtige Unterwäsche unter einer Art Neglige-Kleid mit Rüschen - in Schwarz. "Mein Style hat mit Illusion zu tun. Und das passt auch zu meinem sportlichen Motiv in diesem Jahr", erklärte die 29-Jährige.
Rückkehrerin Henin darf indes weiter auf ihren fünften Turniersieg in Paris hoffen. Im Duell der beiden früheren Weltranglistenersten besiegte die Belgierin Maria Scharapowa (Russland) mit 6:2, 3:6, 6:3. Damit feierte Sandplatzkönigin Henin ihr 24. gewonnenes French-Open-Match in Folge.
In der Runde der letzten 16 trifft sie am Montag auf die Vorjahres-Halbfinalistin Samantha Stosur (Australien) und kann sich einen Tag vor ihrem 28. Geburtstag ein vorgezogenes Geschenk machen. Von einer Favoritenrolle im Rennen um den Titel will Henin aber nichts wissen: "Ich bin eine von 16 Spielerinnen, die gewinnen können", sagte die Rechtshänderin.
Auch der topgesetzte Roger Federer scheint auf dem Weg zu seiner Titelverteidigung nicht aufzuhalten. Im Schweizer Achtelfinal-Duell fertigte er seinen Landsmann Stanislas Wawrinka mit 6:3, 7:6 (7:5), 6:2 ab. Von den 17 gestarteten Deutschen ist nach dem Ausscheiden von Philipp Kohlschreiber (Augsburg) in der dritten Runde gegen den Spanier Fernando Verdasco (6:2, 3:6, 3:6, 7: 6, 4:6) niemand mehr im Turnier.
Eine andere Schwäche zeigte Serena Williams. Die Melbourne-Siegerin hatte beim 6:1, 1:6, 6:2 im Drittrundenmatch gegen Anastassija Pawljutschenkowa (Russland) Kreislaufprobleme. "Mir war schwindelig, ich fühlte mich wirklich elend", sagte die US-Amerikanerin, die zwölf Grand-Slam-Turniere gewonnen hatte. Eine Ärztin checkte auf dem Court die Körpertemperatur von Williams und gab ihr Tabletten.
Aus dem Männerfeld verabschiedete sich am Sonntag in Andy Murray der erste Spieler aus den Top 5. Der Schotte zog im Achtelfinale gegen den Tschechen Tomas Berdych mit 4:6, 5:7, 3:6 den Kürzeren. Der an sechs gesetzte Andy Roddick war am Tag zuvor gegen den russischen Qualifikanten Teimuras Gabaschwili mit 4:6, 4: 6, 2:6 gescheitert. Der viermalige French-Open-Sieger Rafael Nadal aus Spanien indes machte beim 6:3, 6:4, 6:3 gegen Lleyton Hewitt (Australien) kurzen Prozess.
Henin, die seit Wochen mit einem gebrochenen kleinen Finger an der linken Hand spielt, behielt in der Hängepartie gegen Scharapowa kühlen Kopf. Das Spiel war am Samstabend bei Stand von 1:1 Sätzen wegen Dunkelheits abgebrochen worden. Am Sonntag gelang Henin das vorentscheidende Break zum 4:2.
Die an Nummer 22 gesetzte Henin hatte von 2005 bis 2007 in Paris triumphiert, ehe sie ihre Karriere im Mai 2008 als amtierende Nummer eins überraschend beendet hatte. Erst Anfang des Jahre hatte sie nach 18-monatiger Pause und Einsätzen als UNICEF-Botschafterin im Kongo und in Kambodscha ihr Comeback im Tennis-Zirkus gegeben. Wenige Wochen später unterlag die nur 1,67 m große Wallonin erst im Australian-Open-Finale Serena Williams (USA) in drei Sätzen.
Anfang Mai hatte Henin in Stuttgart den ersten Turniersieg ihrer zweiten Karriere gefeiert. Der große Traum der Hobby-Schauspielerin ist ein Triumph in Wimbledon. Alle anderen Grand-Slam-Turnieren (insgesamt sieben Titel) hat Henin schon gewonnen.
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