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French Open: Keine deutschen Männer mehr in Paris

zuletzt aktualisiert: 28.05.2008 - 15:01

Paris (RPO). Die deutschen Männer haben bei den French Open in Paris kein Glück. Am Mittwoch mussten sich auch Benjamin Becker und Daniel Brands verabschieden.

Die French Open in Paris finden ab der zweiten Runde erstmals seit 1981 ohne deutsche Spieler statt. Am Mittwoch schieden als letzte der acht am Sonntag gestarteten Tennisprofis auch noch Benjamin Becker (Orscholz) und Daniel Brands (Dettweiler) gegen russische Kontrahenten aus. Nur die Berlinerin Sabine Lisicki hält noch die deutsche Fahne in der zweiten Runde hoch, in der sie auf die Ungarin Agnes Szavay trifft.

"Dieses Abschneiden ist natürlich absolut enttäuschend", sagte der ratlose Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen, "so kurze Zeit war ich noch nie bei diesem Turnier." Becker unterlag dem an 15 gesetzten Michail Juschni 1:6, 3:6, 6:7 (4:7), Qualifikant Brands zog gegen Dimitri Tursunow (Nr. 30) mit 2:6, 4:6, 5:7 den Kürzeren. Für den 20-Jährigen war allerdings bereits die Teilnahme an seinem ersten Grand-Slam-Turnier ein Erfolg. Der Weltranglisten-200. spielt normalerweise auf der zweitklassigen Challenger-Tour.

Bezeichnenderweise war gerade der größte Nobody derjenige, der als letzter ausschied, und er war als einziger zufrieden. Drei Siege in der Qualifikation konnte der 20-Jährige verbuchen, darunter über Olympiasieger Nicolas Massu (Chile). "Dass ich mein erstes Grand-Slam-Hauptfeld erreicht habe, ist der größte Erfolg meiner Karriere", sagte der 1,96-m-Schlaks, "darauf kann ich aufbauen." In Halle und anschließend in Wimbledon will er sich nun wieder durch die Qualifikation spielen ("Rasen liegt mir"), in zwei bis drei Jahren die Top 100 erreicht haben: "Man muss Geduld und Disziplin haben, es geht immer weiter."

Für Kühnen ging es noch am Abend nach Hause. Der Münchner bemühte sich erst gar nicht, seine Enttäuschung zu verbergen. "Man darf die Ergebnisse nicht pauschal beurteilen, sondern muss die Matches einzeln analysieren", sagte er, "aber unterm Strich bleibt, dass keiner über sich hinausgewachsen ist und eine Überraschung geschafft hat." Nur mit Denis Gremelmayr war Kühnen zufrieden, der bereits am Sonntag in vier Sätzen gegen den Weltranglisten-Dritten Novak Djokovic unterlag, dabei aber eine gute Leistung bot.

Der größte Hoffnungsträger Philipp Kohlschreiber schleppte auch in Paris ein Paket aus gesundheitlichen Problemen und Nebenkriegsschauplätzen von außerhalb des Tennisplatzes mit sich. Der Augsburger wird nach seinem Ausscheiden in der Weltrangliste wieder hinter die verletzt und krank fehlenden Tommy Haas und Nicolas Kiefer fallen. Die formalen Kriterien für eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking hat er damit verfehlt.

Kühnen aber hofft noch: "Wir bemühen uns beim Deutschen Olympischen Sportbund sehr darum, dass Philipp als Sonderfall mit nach Peking fahren darf, damit wir ein Doppel melden können." Bei der Argumentation wird auch die Viruserkrankung von Kohlschreiber angeführt werden: "Das ist mit maßgeblich, dass er seiner Form vom Jahresbeginn hinterherläuft." Bislang hat allein Nicolas Kiefer das Ticket für Peking in der Tasche.

"Wir wussten, dass es insgesamt eine schwere Auslosung war", meinte der Davis-Cup-Kapitän. Von den acht Deutschen trafen immerhin sechs auf gesetzte Spieler. "Wir müssen realistisch sehen, dass unsere Spitzenspieler zwischen 30 und 40 stehen, so ist der Ist-Zustand", weiß Kühnen, "natürlich ist das für das deutsche Tennis insgesamt nicht gut."


French Open in Paris (15,6 Millionen Euro), 4. Spieltag:

Männer, 1. Runde:
Michail Juschni (Russland/Nr. 15) - Benjamin Becker (Orscholz) 6:1, 6:3, 7:6 (7:4),
Dimitri Tursunow (Russland/Nr. 30) - Daniel Brands (Dettweiler) 6:2, 6:4, 7:5,
Rafael Nadal (Spanien/TV/Nr. 2) - Thomaz Bellucci (Brasilien) 7:5, 6:3, 6:1,
David Ferrer (Spanien/Nr. 5) - Steve Darcis (Belgien) 6: 3, 6:4, 6:3,
Radek Stepanek (Tschechien/Nr. 21) - Gilles Simon (Frankreich) 6:2, 6:4, 6:1,
Ivan Ljubicic (Kroatien/Nr. 28) - Eric Prodon (Frankreich) 7:5, 7:6 (8:6), 7:6 (7:4),
Marcos Daniel (Brasilien) - Juan Carlos Ferrero (Spanien/Nr. 23) 6:7 (5:7), 2: 2-Aufgabe Ferrero,
Lleyton Hewitt (Australien/Nr. 25) - Nicolas Mahut (Frankreich) 6:4, 6:2, 6:4,
Jarkko Nieminen (Finnland/Nr. 26) - Marc Lopez (Spanien) 2:6, 6:3, 6:4, 6:3,
Jiri Vanek (Tschechien) - Jesse Huta Galung (Niederlande) 6:3, 7:5, 6:2,
Jürgen Melzer (Österreich) - Peter Luczak (Australien) 6:3, 6:2, 6:4,
David Marrero (Spanien) - Victor Crivoi (Rumänien) 6:3, 6:3, 5:7, 6:4,
Fabrice Santoro (Frankreich) - Jewgeni Korolew (Russland) 7:6 (7: 3), 6:1, 6:4,
Mardy Fish (USA) - Agustin Calleri (Argentinien) 6:7 (6:8), 6:4, 6:2, 6:4,
Juan Ignacio Chela (Argentinien) - John Isner (USA) 2:6, 3:6, 7:5, 6:3, 6:4,
Marin Cilic (Kroatien) - Robin Haase (Niederlande) 7:6 (7:5), 6:2, 7:6 (7:4),
Marat Safin (Russland) - Jean-Rene Lisnard (Monaco) 6:7 (5:7), 6:1, 6:3, 6:2,
Martin Vassallo Arguello (Argentinien) - Feliciano Lopez (Spanien) 7:6 (7: 1), 6:4, 3:6, 4:6, 6:3,
Bobby Reynolds (USA) - Thierry Ascione (Frankreich) 7:6 (7:2), 4:6, 6:3, 6:2,
Albert Montanes (Spanien) - Kristof Vliegen (Belgien) 7:6 (7:5), 7:6 (7:5), 7:6 (7:3),
Marc Giquel (Frankreich) - Viktor Troicki (Serbien) 6:4, 6:3, 4:6, 7:5,
Diego Junqueira (Argentinien) - Adrian Mannarino (Frankreich) 6:1, 6:2, 6:2,
Victor Hanescu (Rumänien) - Dudi Sela (ISrael) 4:6, 6:2, 4:6, 6:4, 6:3,
Julien Benneteau (Frankreich) - Vince Spadea (USA) 6: 4, 6:4, 3:6, 3:6, 6:3,
Luis Horna (Peru) - Scoville Jenkins (USA) 6: 4, 5:7, 6:3, 6:0

2. Runde: Novak Djokovic (Serbien/Nr. 3) - Miguel Lopez (Spanien) 6:1, 6:1, 6:3

Frauen, 1. Runde:
Maria Scharapowa (Russland/Nr. 1) - Jewgenia Rodina (Russland) 6:1, 3:6, 8:6,
Anna Tschakwetadse (Russland/Nr. 6) - Nuria Llagostera (Spanien) 6:3, 5:7, 6:1,
Jelena Dementjewa (Russland/Nr. 7) - Wera Duschewina (Russland) 6:7 (6:8), 6:0, 6:2,
Casey Dellacqua (Australien) - Marion Bartoli (Frankreich/Nr. 9) 6: 7 (4:7), 6:3, 6:2,
Wera Swonarewa (Russland/Nr. 11) - Stephanie Foretz (Frankreich) 6:2, 6:1,
Francesca Schiavone (Italien/Nr. 18) - Jill Craybas (USA) 6:3, 6:2,
Aleksandra Wozniak (Kanada) - Sybille Bammer (Österreich/Nr. 20) 6:0, 6:2,
Maria Kirilenko (Russland/Nr. 21) - Maria Elena Camerin (Italien) 6:1, 6:0,
Nadja Petrowa (Russland/Nr. 25) - Aravane Rezai (Frankreich) 7:6 (7:4), 6: 3,
Flavia Pennetta (Italien/Nr. 26) - Tatiana Perebijnis (Ukraine) 6:3, 6:2,
Katarina Srebotnik (Slowenien/Nr. 27) - Virginia Ruano Pascual (Spanien) 6:4, 6:2,
Sanda Mamic (Kroatien) - Michaella Krajicek (Niederlande) 6:4, 6:3,
Vania King (USA) - Violette Huck (Frankreich) 4:6, 6:2, 6:1,
Olga Goworzowa (Weißrussland) - Juliana Fedak (Ukraine) 7:5, 2:6, 6:3,
Akgul Amanmuradowa (Usbekistan) - Yanina Wickmayer (Belgien) 6:2, 7:5,
Marta Domachowska (Polen) - Rossana de los Rios (Paraguay) 3:6, 6:3, 6:1,
Bethanie Mattek (USA) - Madison Brengle (USA) 6:3, 2:6, 6:4,
Marina Erakovic (Neuseeland) - Tathiana Garbin (Italien) 6:7 (7:9), 6:3, 6:3,
Magdalena Rybarikova (Slowakei) - Karolina Sprem (Kroatien) 7:6 (7:3), 3:6, 8: 6,
Peng Shuai (China) - Anastasia Rodionowa (Russland) 6:0, 2:6, 6: 3,
Sorana Cirstea (Rumänien) - Anne Kremer (Luxemburg) 6:0, 3: 0-Aufgabe Kremer,
Alissa Klejbanowa (Russland) - Tamarine Tanasugarn (Thailand) 6:3, 6:0,
Kaia Kanepi (Estland) - Yuan Meng (China) 6:2, 6:2

2. Runde:
Ana Ivanovic (Serbien/Nr. 2) - Lucie Safarova (Tschechien) 6:1, 6:2,
Agnieszka Radwanska (Polen/Nr. 14) - Jelena Pandzic (Kroatien) 6:2, 6:0,
Caroline Wozniaki (Dänemark/Nr. 30) - Anastassija Jakimowa (Weißrussland) 6:0, 6:4,
Emilie Loit (Frankreich) - Klara Zakopalova (Tschechien) 6:4, 6:3  

Quelle: sid

 
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