Tennis: Nadal erlebt Tiefpunkt auf Sand
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 02.06.2009 - 10:39Paris (RP). Rafael Nadal brauchte eine Weile, bis er das Erlebte verarbeitet hatte. Vier Jahre und 31 Matches nach seinem Turnier-Debüt bei den French Open in Paris hat die Nummer eins der Weltrangliste zum ersten Mal ein Spiel in Roland Garros verloren. Im Achtelfinale ging der Spanier gegen den Schweden Robin Söderling mit 2:6, 7:6 (7:2), 4:6, 6:7 (2:7) unter.
"Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt, ich habe es ihm leicht gemacht. Wenn ein Spieler so schlecht spielt, muss er verlieren, und das ist heute passiert", so versuchte Nadal zu erklären, was für ihn vermutlich nicht wirklich zu erklären war.
Söderling vermieste seinem Kontrahenten zudem einen sicher geglaubten Eintrag in die Geschichtsbücher der Veranstaltung. Nadal wollte bei dieser Auflage Björn Borg überholen und als erster Spieler überhaupt zum fünften Mal nacheinander den Coupe de Mousquetaire in die Höhe strecken.
Söderling übte sich nach seinem Erfolg in ungewohnter Bescheidenheit. Dem 24-Jährigen, 25. der Weltrangliste, haftet auf der Tour der Ruf an, nicht sonderlich beliebt zu sein. Das liegt bisweilen an provozierenden Gesten, mit denen er versucht, seine Gegner zu verunsichern. Auf diese Weise geriet er vor zwei Jahren in Wimbledon mit Nadal aneinander.
In Düsseldorf beim Arag World Team Cup hat Söderling vor einer Woche seine Klasse unter Beweis gestellt und Rainer Schüttler mit 6:0, 6:0 deklassiert. "Für mich geht das Leben weiter", sagt Nadal, der morgen 23 wird. "Ich hätte gerne das Finale erreicht. Nun greife ich im nächsten Jahr eben wieder an."
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