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French Open in Paris: Nur Kohlschreiber siegt souverän

zuletzt aktualisiert: 25.05.2010 - 19:32

Paris (RPO). Am Tag der Rückkehr von "Grande Dame" Justine Henin nach Paris blieb den deutschen Männern nur die Statistenrolle. Zumindest Davis-Cup-Spieler Philipp Kohlschreiber ließ sich davon nicht beeindrucken und zog als siebter deutscher Tennisprofi in die zweite Runde der French Open ein. Nach einer souveränen Vorstellung besiegte der letztjährige Achtelfinalist den Slowaken Karol Beck 7:6 (9:7), 6:1, 6:1.

Banger Blick zum Himmel: Philipp Kohlschreiber.  Foto: AP, AP
Banger Blick zum Himmel: Philipp Kohlschreiber. Foto: AP, AP

Hoffnungsträger Kohlschreiber zeigte nach seinen mittelmäßigen Vorstellungen beim Arag World Team Cup in der vergangenen Woche in Düsseldorf ansteigende Form. "Ich spiele wieder mit mehr Selbstvertrauen. Der Tiebreak war saueng. Es war wichtig, dass ich ihn gewonnen habe", sagte Kohlschreiber, der in der nächsten Runde gegen Andreas Seppi (Italien) Favorit ist.

Auch Benjamin Becker ausgeschieden

Mischa Zverev (Hamburg) und Benjamin Becker (Orscholz) schieden dagegen aus und sorgten nach drei Turniertagen für eine durchwachsene deutsche Zwischenbilanz. Simon Greul hat am Mittwoch noch die Chance, den Sprung in Runde zwei zu schaffen. Das Spiel des Stuttgarters gegen Xavier Malisse (Belgier) musste am Dienstagabend wegen Regens beim Stand von 4:6, 6:7 (7:9), 1:1 und 40:40 abgebrochen werden.

Der 22-jährige Zverev unterlag dem Franzosen Nicolas Mahut 1: 6, 2:6, 4:6. Davis-Cup-Spieler Becker muss nach dem 5:7, 5:7, 3:6 gegen Denis Istomin (Usbekistan) weiter auf seinen ersten Erfolg in Roland Garros warten. Bislang haben von 17 gestarteten deutschen Tennisprofis sieben ihre Auftakthürden gemeistert. Neun waren ausgeschieden.

Im Blickpunkt stand aber die frühere Weltranglistenerste Henin: Die Belgierin startete drei Jahre nach ihrem bis dato letzten Auftritt am Bois de Bolognen erfolgreich die Mission Titelgewinn - und war danach den Tränen nahe. "Ich bin so glücklich, zurück zu sein. Das ist mein Turnier. Ich hätte doch nie gedacht, dass ich noch einmal hier spielen werde", sagte Henin nach dem 6:4, 6:3 gegen Zweta Pironkowa (Bulgarien).

Nach ihrem 22. Sieg in Folge beim berühmtesten Sandplatzturnier der Welt warf Henin eine Kusshand ins Publikum und gab danach ungewohnte Einblicke in ihre Seelenleben. "Ich war beim Einlaufen auf den Center Court schon sehr nervös. Ich wusste nicht, wie ich mit meinen Emotionen umgehen soll", berichtete die siebenmalige Grand-Slam-Gewinnerin.

Henin hatte die French Open von 2005 bis 2007 gewonnen, ehe sie im Mai 2008 als amtierende Nummer eins dem Profileben von einem auf den anderen Tag adieu gesagt hatte. Nach 18-monatiger Pause und Reisen in den Kongo und nach Kambodscha hatte UNICEF-Botschafterin Henin Anfang des Jahres ihr Comeback im Tennis-Zirkus gegeben.

Und was für eins. Bei den Australian Open im Januar in Melbourne unterlag Henin erst im Finale Serena Williams (USA). "Die Flamme hat sich wieder entzündet", meinte die Hobby-Schauspielerin: "Ich bin insgesamt glücklicher als früher." Henins großer Traum ist ein Sieg in Wimbledon - der fehlt ihr noch.

Auf die noch verbliebene deutsche Frauen-Troika warten indes am Mittwoch wahre Herkulesaufgaben. Andrea Petkovic (Darmstadt) trifft auf die russische Titelverteidigerin Swetlana Kusnezowa. Julia Görges (Bad Oldesloe) bekommt es mit der Weltranglistenersten Serena Williams (USA) zu tun, Angelique Kerber (Kiel) mit der französischen Geheimfavoritin Aravane Rezai.

Auch die Qualifikanten Julian Reister (Hartenholm) und Tobias Kamke (Lübeck) wollen weitere Überraschungscoups landen. Der Weltranglisten-165. Reister spielt gegen Olivier Rochus (Belgien) und könnte im Fall eines Erfolg auf Titelverteidiger Roger Federer (Schweiz) treffen.

Vorjahres-Finalistin Dinara Safina ausgeschieden

Ein bittere Erstrundenpleite kassierte die Vorjahres-Finalistin Dinara Safina (Russland). Die ehemalige Weltranglistenerste verlor gegen die bereits 39-jährige Kimiko Date Krumm (Japan) 6:3, 4:6, 5:7. Der viermalige French-Open-Gewinner Rafael Nadal (Spanien) gab sich beim 6:2, 6:2, 6:2 gegen den Franzosen Gianni Mina keine Blöße.


Ergebnisse:

French Open in Paris (16,8 Millionen Euro): Herreneinzel, 1. Runde: Philipp Kohlschreiber (Augsburg) - Karol Beck (Slowakei) 7:6 (9:7), 6:1, 6:1, Denis Istomin (Usbekistan) - Benjamin Becker (Orscholz) 7:5, 7:5, 6:3, Nicolas Mahut (Frankreich) - Mischa Zverev (Hamburg) 6:1, 6:2, 6:4, Xavier Melisse (Belgien) - Simon Greul (Stuttgart) 6:4, 7:6 (9:7), 1:1, 40: 40 Abbruch wegen Regens, Rafael Nadal (Spanien/Nr. 2) - Gianni Mina (Frankreich) 6:2, 6:2, 6:2, Andy Roddick (USA/Nr. 6) - Jarkko Nieminen (Finnland) 6:2, 4:6, 4:6, 7:6 (7:4), 6:3, Fernando Verdasco (Spanien/Nr. 7) - Igor Kunitsyn (Russland) 6:4, 6:2, 6:2, David Ferrer (Spanien/Nr. 9) - David Guez (Frankreich) 6:1, 6:3, 6: 1, Juan Carlos Ferrero (Spanien/Nr. 16) - Pablo Cuevas (Uruguay) 6: 4, 6:3, 6:1, Robby Ginepri (USA) - Sam Querrey (USA/Nr. 18) 4:6, 7: 6 (7:3), 6:4, 6:2, Jürgen Melzer (Österreich/Nr. 22) - Dudi Sela (Israel) 7:5, 6:2, 6:4

Grega Zemlja (Slowenien) - Juan Monaco (Argentinien/Nr. 26) 7:6 (8:6), 3:6, 7:5, 6:3, Lleyton Hewitt (Australien) - Jeremy Chardy (Frankreich) 7:5, 6:0, 6:4, Teimuras Gabaschwili (Russland) - Daniel Köllerer (Österreich) 6:2, 6:2, 6: 1, Florent Serra (Frankreich) - Michael Russell (USA), 6:4, 6:0, 6: 1, Potito Starace (Italien) - Illya Marschenko (Ukraine) 6:7 (5:7), 6:1, 6:3, 6:3, Pere Riba (Spanien) - Marc Gicquel (Frankreich) 6:3, 6:2, 7:6 (7:5), Blaz Kavcic (Slowenien) - Eduardo Schwank (Argentinien) 3:6, 6:3, 7:5, 4:0 Aufgabe Schwank, Andreas Seppi (Italien) - Santiago Ventura (Spanien) 7:5, 6:4, 7:5, Horacio Zeballos (Argentinien) - Martin Fischer (Österreich) 7:6 (8:6), 6:7 (8:10), 1:6, 6:4, 8:6

Dameneinzel, 1. Runde: Kimiko Date Krumm (Japan) - Dinara Safina (Russland/Nr. 9) 3:6, 6:4, 7:5, Maria Scharapowa (Russland/Nr. 12) - Ksenia Perwak (Russland) 6:3, 6:2, Marion Bartoli (Frankreich/Nr. 13) - Maria Elena Camerin (Italien) 6:2, 6: 3, Yanina Wickmayer (Belgien/Nr. 16) - Sandra Zahlavova (Tschechien) 6:1, 6:1, Shahar Peer (Israel/Nr. 18) - Nuria Llagostera Vives (Spanien) 6:1, 6:4, Wera Swonarewa (Russland/Nr. 21) - Alberta Brianti (Italien) 6:3, 6:1, Justine Henin (Belgien/Nr. 22) - Zwetana Pironkowa (Bulgarien) 6:4, 6:3, Daniela Hantuchova (Slowakei/Nr. 23) - Tamarine Tanasugarn (Thailand) 6:1, 6:1, Jie Zheng (China, Nr. 25) - Jekaterina Bychkowa (Russland) 7: 5, 6:4, Anastasia Pawljutschenkowa (Russland/Nr. 29) - Alize Cornet (Frankreich) 6:4, 6:2

Jill Craybas (USA) - Katie O'Brien (Großbritannien) 6:0, 4:6, 6:2, Klara Zakopalova (Tschechien) - Katarina Srebotnik (Slowenien) 7:6 (7:3), 4:6, 6:2, Kirsten Flipkens (Belgien) - Ayumi Morita (Japan) 6:1, 6:4, Anastasia Rodionova (Australien) - Jekaterina Makarowa (Russland) 6:3, 6:2, Bethanie Mattek-Sands (USA) - Vania King (USA) 6:2, 6:2, Olga Goworzowa (Weißrussland) - Carla Suarez Navarro (Spanien) 7:6 (11: 9), 6:1, Sybille Bammer (Österreich) - Mariana Duque Marino (Kolumbien) 6:0, 6:1, Jarmila Groth (Australien) - Yung-Jan Chan 6: 2, 6:3 (Taiwan), Anastasia Piwowarowa (Russland) - Ioana Raluca Olaru (Rumänien) 6:4, 6:3, Olivia Sanchez (Frankreich) - Shenay Perry (USA) 7:6 (7:4), 6:0

Quelle: SID/rl

 
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